Spielplan der Tigers geht voll auf

Überragende Vorstellung: Valentin Busch (Mitte) bekamen die Kassel Huskies nur selten in den Griff. Der Bayreuther Stürmer hatte mit drei Treffern großen Anteil am 5:2-Heimsieg der Tigers. Foto: Peter Kolb

Der EHC Bayreuth entwickelt sich im heimischen Stadion immer mehr zu einer Macht. Gegen den amtierenden Zweitliga-Meister EC Kassel Huskies gelang dem DEL2-Aufsteiger bereits der vierte Heimsieg in Folge. In einem ihrer besten Saisonspiele besiegten die Tigers die Huskies mit 5:2 (2:1, 0:0, 3:1).

Mit großer Leidenschaft und viel Einsatzwillen, aber auch mit einer voll aufgegangenen Taktik und schönen Spielzügen sicherten sich die Bayreuther drei Punkte.

Gerade eine Reihe, die normalerweise vor allem die gegnerische Paradeformation stoppen soll, spielte sich in den Vordergrund. Marcus Marsall sowie die Busch-Brüder Sebastian und Valentin trumpften richtig stark auf, waren extrem lauffreudig und setzten viele Akzente in der Offensive. Valentin Busch war mit drei Treffern einer der Matchwinner.

EHC-Trainer Sergej Waßmiller wollte aber keinen seiner Spieler herausheben: „Das war das Paradebeispiel einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Jeder hat heute seinen Teil zum Sieg beigetragen. Wir haben heute viel richtig gemacht.“

Vosvrda mit tollen Paraden

Das galt auch für Tomas Vosvrda. Der EHC-Torwart war bärenstarker Rückhalt seiner Mannschaft und zeigte einige spektakuläre Paraden. Herausragend seine Aktion in der 40. Minute: Allein stand er Braden Pimm und Jack Downing gegenüber. Letztgenannter kam zum Abschluss, doch Vosvrda warf sich im Stil eines Fußballtorwarts in die Schussbahn. Statt mit einem 2:2 ging es mit einem 2:1 zum zweiten Mal in die Kabine.

Zuvor hatte sich eine Partie auf hohem Zweitliga-Niveau entwickelt. Es gab packende Zweikämpfe, gelungenen Passstafetten und zahlreiche Chancen auf beiden Seiten.

Die Tigers hielten das Tempo sehr hoch, attackierten die Gäste frühzeitig und ließen der Huskies-Abwehr kaum Zeit zum Durchatmen. Und die Gäste-Defensive wackelte ein ums andere Mal und musste den Puck oft bereits im eigenen Drittel wieder abgeben. Es gelang den Hessen nicht, die lauffreudigen Bayreuther Stürmer unter Kontrolle zu bringen.

Kassel ohne Klinge

Auch Kassel stellte seine Klasse in der Offensive unter Beweis. Ohne ihren kurzfristig verletzt ausgefallenen Torjäger Manuel Klinge suchten sie schnell den Abschluss, doch die Bayreuther Abwehr machte einen besseren Job als der Gegner.

So fielen im ersten Abschnitt zwei Treffer für die Hausherren durch Sergej Stas (5.) sowie Valentin Busch (9.) und nur einer für die Gäste durch Toni Ritter (7.). Das Schema war aber immer das gleiche: Ein knallharter Schuss aus der Halbdistanz, dem Torwart war die Sicht versperrt, der Puck landete im Netz.

Dieser knappe 2:1-Vorsprung hatte auch nach 40 Minuten noch Bestand, weil die Tigers dem Druck der Huskies im Powerplay erfolgreich standhielten.

EHC im Powerplay erfolgreich

Auch im Schlussdrittel war die Partie intensiv und spannend. Bei eigener Überzahl legten die Bayreuther das 3:1 (43.) nach. Zwar hatten sie Probleme in die Powerplay-Aufstellung zu kommen, doch als der Angriff schon geklärt schien und die Huskies in der Vorwärtsbewegung waren, genügte ein schneller Pass, und Valentin Busch war völlig frei.

Der Matchplan der Tigers ging perfekt auf – und der sah nun vor, aus einer verstärkten Defensive heraus zu agieren. So hatte Kassel mehr Spielanteile, lief sich aber immer wieder an der starken und mit letztem Einsatz kämpfenden EHC-Abwehr fest.

Früh mussten die Gäste alles auf eine Karte setzen. Etwa drei Minuten vor dem Spielende nahmen die Huskies ihren Keeper vom Eis und brachten einen weiteren Feldspieler. Dieses Risiko bestraften die Bayreuther mit einem Empty-Net-Treffer. Torschütze? Natürlich Valentin Busch.

Dass postwendend Feodor Boiarchinov auf 4:2 verkürzte, ging bereits im Jubel der Bayreuther Fans unter. Den Höhepunkt hatte die Stimmung auf den Rängen aber noch erreicht, denn noch größer war die Freude, als Michael Bartosch mit einem technischen Tor auf 5:2 gestellt hatte und drei Sekunden später die Schlusssirene ertönte.

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten; Neher – Stas, Wohlberg, Kolupaylo; Piskor, Kolozvary, Bartosch; Marsall, S. Busch, V. Busch; Kuhn, Fröhlich, Rypar.

EC Kassel Huskies: Keller – Heinrich, Mar. Müller; MacKenzie, Maginot; Mapes, Lehikoinen; Mat. Müller – Schlager, Merl, Boiarchinov; Ritter, Pimm, Downing; Christ, Proft, Meilleur; Hungerecker, Wycisk.

Tore: 1:0 (5.) Stas (Kolupaylo, Wohlberg), 1:1 (7.) Ritter (Heinrich, Pimm), 2:1 (9.) V. Busch (Kasten, S. Busch), 3:1 (43.) V. Busch (S. Busch, Wohlberg – 5 gegen 4), 4:1 (59.) V.Busch (Kasten, Pavlu – 5 gegen 6), 4:2 (59.) Boiarchinov (MacKenzie), 5:2 (60.) Bartosch (5 gegen 6).

Strafminuten: Bayreuth 10, Kassel 12

Zuschauer:1779;

SR: Hatz, Kalnik, Klima.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

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