Spendenaktion Rad fahren für Mosambik

Der Bayreuther Student Niko Nagengast in Zeitz: Er ist auf dem Weg nach Berlin und sammelt Spenden für die Menschen in Mosambik. Foto: Niko Nagengast

Mit dem Fahrrad von Bayreuth hoch nach Berlin – nicht zum eigenen Vergnügen, sondern für einen guten Zweck: Niko Nagengast sammelt Spenden für die Menschen in Mosambik. Vor etwa drei Wochen wurde das Land in Südostafrika von dem Zyklon Idai getroffen. Die direkten Folgen des Sturmes waren verheerend. Jetzt ist noch die Cholera ausgebrochen.

Vergangenes Jahr besuchte der 26-jährige Bayreuther Sporttechnologie-Student Mosambik. Eigentlich wollte er dort nur surfen, doch nach seinem siebenwöchigen Aufenthalt war Niko von dem Land begeistert: Mosambik sei „äußerst arm“, aber zugleich „wunderschön“. „Mich faszinierte die pure Lebensfreude und Freundlichkeit der Menschen. Die Ehrlichkeit und Großzügigkeit der afrikanischen Kultur macht diesen Teil der Erde so bemerkenswert“, sagt Niko.

In Gesprächen mit Einheimischen hörte er jedoch auch von den Problemen des Landes. Die Küste von Mosambik liegt direkt am Indischen Ozean und wird regelmäßig von Wirbelstürmen heimgesucht. Am 14. März traf der Zyklon Idai in der Nähe der Hafenstadt Beira auf das Festland von Mosambik. Der Wirbelsturm war nicht außergewöhnlich stark, aber die Zerstörungskraft war dennoch verheerend. Der Zeitpunkt war ungünstig: Der Zyklon traf kurz nach Erreichen seiner maximalen Sturmstärke auf die Küste. Die enormen Wassermassen, die er mit sich trug, überfluteten riesige Flächen an der Küste.

Wie Niko berichtet, besitzen die Menschen dort keinerlei Frühwarnsysteme oder Schutzbauten, die vor herannahenden Wassermassen schützen. In Mosambik und den Nachbarländern Simbabwe und Malawi sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 1,8 Millionen Menschen betroffen. Es gibt etwa 600 Tote – fast 200 000 Häuser wurden zerstört.

Niko sieht sich in der Pflicht, etwas zu unternehmen. „Ich will auch mal etwas zurückgeben, vor allem, wenn so etwas Schlimmes passiert“, sagt Niko. Sein Ziel ist, möglichst viel Geld zu sammeln. Dafür tritt er in die Pedale – und fährt mit dem Fahrrad von Bayreuth zur Botschaft von Mosambik in Berlin. Er bittet für jeden geradelten Kilometer um Spenden.

Donnerstagvormittag ging es in Bayreuth los. Für die Vorbereitung blieb Niko kaum Zeit. „Eine humanitäre Katastrophe im weit entfernten Afrika gerät in unseren Medien schnell in Vergessenheit. Aus den Augen, aus dem Sinn – Spendenaktionen müssen zeitnah passieren, sonst funktionieren sie nicht“, sagt Niko.

Neben seiner Camping-Ausrüstung hat er nur etwas Bekleidung und ein klein wenig zu essen dabei. Für jeden Tag hat sich Niko ein grobes Etappenziel vorgenommen. Am ersten Tag ging es durch Hof und vorbei an Plauen – kurz vor Gera baute er nach 110 Kilometern Weg sein Nachtlager auf. Bis Samstagabend will er 100 Kilometer vor Berlin sein. Auf der Facebook-Seite „On the Road for Mozambique“ gibt Niko tägliche Lageberichte seiner Reise.

Die gesammelten Spenden sollen sinnvoll eingesetzt werden. „Mir ist wichtig, dass das Geld bei den Betroffenen ankommt. Bei großen Hilfsorganisationen ist das nicht immer der Fall“, sagt Niko. Ein Bekannter aus Mosambik empfahl Niko den Hilfsfonds des Gorongosa-Nationalparks. Dessen Mitarbeiter hätten kurz nach dem Sturm gute Arbeit geleistet.

Die Rettungsarbeiten in den überschwemmten Gebieten sind mittlerweile abgeschlossen. Nun versuche man, die vielen obdachlosen Menschen zu versorgen. Es fehlt an sauberem Wasser, Sanitäranlagen und medizinischen Behandlungsmöglichkeiten – in Teilen des Landes ist die Durchfallkrankheit Cholera ausgebrochen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen gibt es bereits über 1700 bestätigte Erkrankungen. Jetzt müsse man verhindern, dass die „Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen“, erklärt Unicef-Chefin Henriette Fore gegenüber der Deutschen Welle. Am Mittwoch begann eine flächendeckende Impf-Kampagne. Die Überflutungen haben auch viele Felder zerstört – und das kurz vor der Haupterntezeit. In den kommenden Wochen droht eine extreme Nahrungsmittelknappheit.

Die Menschen in Mosambik werden demnach auch mittelfristig auf Hilfe und Spenden angewiesen sein. „Ich bin der Meinung, dass jeder noch so kleine Beitrag eine Wirkung erzielen kann“, sagt Niko. Dabei ist es nicht wichtig, dass die Spenden unbedingt über ihn laufen. „Ich ermuntere die Menschen, an eine Hilfsorganisation ihrer Wahl zu spenden. Wichtig ist nur, dass den Menschen geholfen wird.“

Info: Wer spenden will, kann über die Facebook-Seite oder per E-Mail an niko.nagengast@uni-bayreuth.de mit Niko in Kontakt treten. Mehr unter www.gorongosa.org.

 

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