SPD: Tasdelen beerbt Rabenstein

Gratulation für Gewinner Halil Tasdelen (Mitte) durch Dr. Christoph Rabenstein (links) und die Bundestagsabgeordnete und SPD-Unterbezhirksvorsitzende Anette Kramme (rechts). Foto: Stefan Brand

Am Ende machte der Nervöseste das Rennen. Der Mann, der zuvor auch die meisten Hände geschüttelt hatte. Halil Tasdelen beerbt Christoph Rabenstein als Stimmkreiskandidat der SPD für die Landtagswahl im Herbst 2018. Der stellvertretende Vorsitzende der Bayreuther Stadtratsfraktion setzte sich bei der Nominierungsversammlung der Genossen im Sportheim des ASV Pegnitz im zweiten Wahlgang durch - mit deutlicher Mehrheit.

Auf den 44-Jährigen entfielen 36 von 60 Delegiertenstimmen. Mitbewerber Thomas Bauske musste sich mit 24 begnügen. Irene von der Weth hätte zwar laut SPD-Satzung auch in Runde zwei noch einmal antreten können, warf aber nach nur elf Stimmen in Durchgang Nummer eins das Handtuch. Hier hatte Tasdelen mit 28 Stimmen die absolute Mehrheit noch knapp verfehlt, für Bauske votierten 21 Delegierte.

Enrttäuschung bei Irene von der Weth

Der Weidenberger Gemeinderätin war die Enttäuschung danach durchaus anzumerken. „Da hätte ich mir schon mehr erwartet, zumal der Landkreis ja in der Versammlung deutlich stärker vertreten ist als die Stadt“, so von der Weth im Kurier-Gespräch. Und fachlich könne sie sicher mit den anderen Bewerbern mithalten. Aber so sei das nun mal bei Wahlen: „Du versuchst, im Vorfeld etwas herauszulesen - und dann kommt es ganz anders, als man denkt. Wahlen haben ihre eigenen Mechanismen.“ In ihrer weiteren Arbeit für die Partei werde sie dieses Abschneiden nicht beeinflussen, „ich mache mein Ding weiter wie bisher“.

Bauske will Tasdelen unterstützen

Das will auch Thomas Bauske: „Natürlich, ich habe ja genug Aufgaben“, so der SPD-Sprecher im Bayreuther Stadtrat in seinem kurzen Kommentar gegenüber dieser Zeitung nach der Wahl. Und, nein, er sei nicht enttäuscht von seinem Resultat. Und, ja, er werde Halil Tasdelen „tatkräftig unterstützen“.

Nur gemeinsam eine Chance

So muss es auch sein aus Sicht von Tasdelen, der unverkennbar erleichtert war. Denn diese Wahl war wichtig für ihn, er wollte diesen Wahlsieg: „Ich bin hier, um zu gewinnen. Und ich bin überzeugt, ich schaffe das auch“, hatte er schon vor Beginn der Veranstaltung betont, als er vor den Sportheimtüren nahezu jeden Besucher persönlich begrüßte.

Tasdelens Optimismus kontrea CSU

So sehr er sich über seine 36 Stimmen freue - „noch wichtiger sind mir jene, die nicht auf mich entfallen sind“, sagte Tasdelen an die Adresse der Delegierten. Denn ein erfolgreicher Wahlkampf mit einem für die SPD positiven Ausgang könne nur gemeinsam bestritten werden, „wir brauchen das Miteinander“. Dann könne es auch gelingen, von der andauernden Schwäche der CSU zu profitieren und in Bayern endlich neue Machtverhältnisse zu erzeugen. Allgemeiner Beifall im Saal.  

Rabenstein: "Richtig guter Mann"

Diesen Optimismus teilt Christoph Rabenstein, der noch bis September 2018 als Landtagsabgeordneter im Maximilianeum sitzt, nur bedingt. Es sei ein weiter Weg für die SPD, aus ihrem 15-Prozent-Tief wieder auf 20 „oder vielleicht auch mal 25 Prozent“ zu kommen. Unabhängig davon halte er Halil Tasdelen für einen „richtig guten Mann“. Er schätze dessen menschliche Art, die auch durch sein Bekenntnis zu einer extremen Aufgeregtheit angesichts der Nominierung „rüberkam, die Leute nehmen ihm das ab“.

Das zeichnete sich ab

Es habe ja sein Grund, warum ihm Tasdelen schon vor fünf Jahren „recht nahe kam“, als sich Rabenstein entschloss, doch noch einmal anzutreten und Tasdelen sein Mitbewerber war. Vor dem ersten Wahlgang sprach Rabenstein gegenüber dem Kurier noch von einer „spannenden Angelegenheit“, danach habe sich abgezeichnet, dass sich Tasdelen durchsetzt.

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