Sparkasse Bayreuth Deutliche Zuwächse bei Krediten

Die Vorstände Wolfram Münch (links) und Wolfgang Hetz präsentierten die Sparkassen-Bilanz. Foto: Stefan Schreibelmayer

BAYREUTH. Man gewöhnt sich an alles – so könnte man die Bilanz-Pressekonferenz der Sparkasse Bayreuth überspitzt zusammenfassen. Die Herausforderungen, denen sich alle Banken stellen müssen, sind seit Jahren die gleichen, aber eben auch unvermindert groß. Und so spricht Vorstand Wolfgang Hetz von einem „unspektakulären Geschäftsjahr ohne Aufreger“. Mit den Steigerungen bei den meisten Kennziffern sei man zufrieden. Es gibt sogar Ausreißer nach oben.

Niedrigzinsen, Digitalisierung inklusive des dadurch zunehmenden Wettbewerbs, Regulierung und nicht zuletzt das sich immer schneller verändernde Kundenverhalten – die Themen, die die Banken beschäftigen, sind nicht neu. Es gehe darum, wie man ihnen begegnet, sagt Sparkassen-Vorstand Wolfgang Hetz.

Sein Haus stelle sich dem mit einem Mix aus persönlicher Beratung in den Geschäftsstellen oder am Telefon sowie einer Ausweitung der digitalen Angebote. Allein in letzteren Bereich investiere man pro Jahr eine hohe sechsstellige Summe. 

Zugleich müsse man angesichts der immer weiter zurückgehenden Zinsspanne die Kosten im Griff halten. Eine Maßnahme: Scheiden Mitarbeiter aus, wird stets geprüft, ob die Stelle neu besetzt werden muss. Vieles lasse sich auch dank der neuen digitalen Möglichkeiten durch geänderte Arbeitsprozesse auffangen.

Folge ist, dass sich die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 20 auf 491 verringerte. Sorgen macht Hetz und seinem Vorstandskollegen Wolfram Münch, dass die Sparkasse ihre Ausbildungsstellen nicht wie gewünscht besetzen kann. „Wir wollen und müssen uns ja verjüngen.“ 15 Auszubildende gibt es derzeit, fünf weniger als noch ein Jahr zuvor.

Zweithöchster Wert in der Geschichte der Bank

Bei den meisten Kennzahlen gab es moderate, teils auch deutliche Steigerungen. So legte die Bilanzsumme um 2,9 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro zu, beim insgesamt verwalteten Kundengeschäftsvolumen (Einlagen, Depots und Kredite) lag das Plus bei 3,6 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro. Nach einem Jahr mit moderatem Anstieg nahmen die meist täglich fälligen Einlagen 2018 wieder deutlicher um 4,9 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro zu. 

Umso wichtiger, so Hetz, dass auch beim Bestand der ausgereichten Kredite trotz hoher Tilgungsraten ein deutliches Plus geschafft wurde, das mit 5,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro deutlich höher ausfiel als der Sparkassen-Schnitt in Oberfranken (plus 2,4 Prozent) und auch Bayern (4,1).

Neu ausgereicht wurden dabei 275 Millionen Euro, der zweithöchste Wert in der Geschichte der Bank. Dabei entfielen je 121 Millionen Euro auf Immobilienfinanzierungen und gewerbliche Kredite.

Dass es bei den Krediten an Unternehmen und Selbstständige ein außerordentlich hohes Plus von 11,4 Prozent gab, während im Oberfranken-Schnitt ein Minus von 8,3 Prozent zu Buche steht, dafür hat Hetz „keine konkrete Erklärung“.

Es handle sich wohl um normale Schwankungen: „2017 haben wir etwas durchgeschnauft und jetzt halt nachgezogen.“ Häuslebauern prophezeit Hetz, dass die Zinsen angesichts der Politik der Europäischen Zentralbank wohl noch einige Zeit so niedrig bleiben.

Depotvermögen sinkt

Minuszeichen gab es vor allem bei zwei Kennzahlen. Das Kundendepotvermögen sank um 5,0 Prozent auf 575 Millionen Euro. Angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel der DAX im vergangenen Jahr 18 Prozent nachgab, sei das kein schlechter Wert, so Hetz. Zumal die Aktienmärkte im laufenden Jahr schon wieder deutlich angezogen hätten. 

Der bilanzierte Jahresüberschuss ging um 2,8 Prozent auf 549 000 Euro zurück. Ein Wert, der laut Hetz so gewollt ist. Vorher sei ein ordentlicher Betrag in die Rücklagen gebucht worden.

Für die Zukunft gehe es darum, möglichst alle Kommunikationskanäle für die Kunden offen zu halten. Deshalb seien aktuell auch keine Filialschließungen geplant.

Filiale Bindlach zieht um

Allerdings sehe das Konzept der Sparkasse hier vor, Standorte möglichst dort zu haben, wo die Kunden auch andere Dinge erledigen – also an Nahversorgungszentren. Ein Beispiel sei die für Jahresende geplante Verlegung der Filiale in Bindlach aus der Ortsmitte an den Ortseingang, als Anbau an einen neuen Supermarkt. 

Immer wichtiger würden aber auch die anderen Angebote. So bewältigten die 23 Mitarbeiter der Telefon-Geschäftsstelle im vergangenen Jahr knapp 150.000 Anrufe. Zugleich liege der Prozentsatz der Onlinekonten mittlerweile bei gut 54 Prozent im Privatbereich und sogar bei 76 Prozent unter den Geschäftskunden.

Die Internet-Geschäftsstelle habe 2018 mehr als sieben Millionen Zugriffe verzeichnet, die App habe rund 12.000 regelmäßige Nutzer am Tag.

Sparkasse in Zahlen

Kundengeschäftsvolumen 4,15 Mrd. Euro (4,003 Mrd.)
Bilanzsumme  2,47 Mrd. (2,4 Mrd.)
Kundeneinlagen  2,07 Mrd. (1,97 Mrd.)
Kundendepotvermögen  575 Mio. (605 Mio.)
Bestand Kundenkredite 1,5 Mrd. (1,43 Mrd.)
Jahresüberschuss 0,549 Mio. (0,565 Mio.)
Mitarbeiter  491 (511)
davon Auszubildende 15 (20)
Geschäftsstellen inklusive SB 39 (39)
Spenden und Sponsoring 0,35 Mio. (0,35 Mio.)
  Vorjahreswerte in Klammern
 

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