Ski-WM "ein Ansporn für den Nachwuchs"

Zuversichtlich sieht Horst Hüttel der Weltmeisterschaft 2021 entgegen. Von der Entscheiduhng für Oberstdorf als Austragungsort verspricht er sich auch Impulse für das Fichtelgebirge. Foto: Mularczyk

Oberstdorf richtet zum dritten Mal nach 1987 und 2005 nordische Ski-Weltmeisterschaften aus. Nach vier gescheiterten Bewerbungen erhielt die Allgäuer Marktgemeinde beim Kongress des Ski-Weltverbandes FIS im mexikanischen Cancun den Zuschlag für die Titelkämpfe 2021. Zur deutschten Delegation gehörte auch Horst Hüttel aus Wunsiedel. Für den Sportlichen Leiter des Deutschen Skiverbandes war die Entscheidung pro Oberstdorf überfällig.

Warum findet der FIS-Kongress ausgerechnet im nicht gerade für Wintersport berühmten Mexiko statt?

Horst Hüttel: Das ist eine gute Frage. Der Internationale Skiverband besteht nun mal nicht nur aus den europäischen Skiregionen wie Schweiz, Österreich oder Skandinavien, sondern aus 126 Nationen. Vielleicht versucht man hier auch ein wenig den kleineren Skinationen Aufmerksamkeit zu schenken.

Nach vier gescheiterten Bewerbungen bekam Oberstdorf nun den Zuschlag. Was wurde diesmal anders gemacht?

Hüttel: Gar nicht so viel. Aus meiner Sicht – die mag ein wenig subjektiv sein – ist diese Entscheidung und dieser Zuschlag längst überfällig gewesen. Ein Großteil aller Beteiligten hat auch schon vor zwei Jahren Oberstdorf als die Nummer eins gesehen, doch am Ende standen wir mit leeren Händen da. Dies ist nun mal internationale Sportpolitik und diese ist nicht immer so transparent und oft nur schwer nachvollziehbar.

Was bedeutet die Entscheidung pro Oberstdorf für die von Ihnen betreuten Sparten Skispringen und Nordische Kombination?

Hüttel: Für die Nordische Kombination gilt: Die Erfolgsgeschichte kann weitergehen. 1987 wurde Hermann Weinbuch und das Team in Oberstdorf Weltmeister, 2005 war Ronny Ackermann der große Dominator. Wir haben in beiden Disziplinen derzeit sehr junge Teams und wer weiß: Vielleicht sind sogar Severin Freund oder Eric Frenzel – beide sind 2021 dann 33 Jahre – noch bei der Heim-WM dabei. Fakt ist, alle Akteure haben jetzt ein weiteres großes Ziel vor Augen, und das sollte allen Kraft für die kommenden Jahre geben.

Was bedeutet das für den Nachwuchs? Profitiert auch Ihre Heimatregion Oberfranken davon?

Hüttel: Für den oberfränkischen Nachwuchs ist das sicher Ansporn, denn es gibt noch einige Jahre, um sich zu entwickeln. Einige jetzige Nachwuchstalente sind 2021 im besten Sportleralter, auch bei den Skilangläufern. Nicht nur die Ausrichterregion wird davon profitieren, auch kleinere Zentren und Keimzellen des nordischen Skisports, wie wir das im Fichtelgebirge sind, werden, wie schon nach der Oberstdorf-WM 2005, auch diesmal neuen Enthusiasmus entwickeln und die Sportarten weiter voranbringen. Darüber hinaus bin ich mir sicher, dass auch diesmal zahlreiche heimische Skisportbegeisterte den kurzen Weg nach Oberstdorf finden, um bei diesem Ereignis live zuzusehen oder sogar für ihre Mitarbeit einen Teil Ihres Urlaubs opfern.

Welche Baumaßnahmen müssen in Oberstdorf bis 2021 noch erledigt werden?

Hüttel: Bedeutend weniger als vor der WM 2005. Die beiden Schanzenanlagen wurden erst in den letzten Jahren auf den neuesten Stand gebracht, hier muss man vielleicht im Umfeld und hinsichtlich der Schneeproduktion noch etwas investieren. Ich denke auch, dass dies einer unserer großen Pluspunkte war: Die Hauptwettkampfstätten sind vorhanden, und es muss keine neue Megainvestition betrieben werden.

Das Gespräch führte Klaus Purucker

Info: Oberstdorf setzte bereits im ersten Wahlgang mit 11 der 17 Stimmen im FIS-Council gegen das norwegische Trondheim (4) und Planica in Slowenien (2) durch.

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