Sinne schärfen Markus Rindt mit Erich-Kästner-Preis ausgezeichnet

Ein Preis für Markus Rindt, Chef der Dresdner Sinfoniker. Foto: Monika Skolimowska

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht diesmal an den Mitbegründer und Intendanten der Dresdner Sinfoniker. Er wird damit für sein Engagement gegen Nationalismus, Fanatismus und Abschottung geehrt.

Dresden - Der Mitbegründer und Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt, hat am Sonntag den Erich-Kästner-Preis des Dresdner Presseclubs erhalten.

Damit werde dessen vielfältiges Engagement gegen Nationalismus, Fanatismus und Abschottung sowie sein Einsatz für bessere Verständigung der Völker geehrt, wie der Presseclub mitteilte. Rindt hatte mit dem Orchester Anfang Juni ein Konzert und Kunst-Happening entlang der 3200 Kilometer langen Grenze zwischen Mexiko und den USA gegeben und damit gegen die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump protestiert.

"Es ist eine mutige Entscheidung, die helfen kann, das Bild von Dresden, das in den letzten Jahren leider auch durch Pegida geprägt wurde, zu korrigieren", sagte der Laudator Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag. Kunst mache zwar aus einem Fanatiker keinen besonnenen, reflektierten Menschen. "Aber sie kann unseren Sinn dafür schärfen, dass es mehr berechtigte Perspektiven auf eine Situation geben kann, als die herrschende Macht es will."

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 1994 verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem der langjährige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis (1927-1999), der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1920-2015) und Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (1927-2016) sowie der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck (1939-2016).

 

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