Silbermedaille, persönliche Leistung, Organisation: Timo Hoffmann rundum zufrieden Kegel-WM "ein absoluter Erfolg“

Erfahrener Rückhalt: Bundestrainer Timo Hoffmann gehörte bei allen deutschen WM-Partien zu den besten Spielern seiner Mannschaft. Foto: Peter Kolb

Mit Niederlagen der deutschen Mannschaften ist die Weltmeisterschaft in Speichersdorf zu Ende gegangen. Dass die Goldmedaillen in den Endspielen an die Männer aus Serbien und die Frauen aus Slowenien gingen (wir berichteten), konnte die glänzende Stimmung im Lager der Gastgeber aber nicht entscheidend trüben.

„Es war ein absoluter Erfolg“, sagt Bundestrainer Timo Hoffmann. Es ist die Antwort auf die Frage, wie die Silbermedaille seines Herrenteams einzuordnen sei: „Beim letzten Mal waren wir noch Neunter. Da ist das schon ein Riesenerfolg, mit dem wir auch nicht gerechnet hatten.“ Es gilt aber auch für den Gesamteindruck, den der Neudrossenfelder von seiner ganz persönlichen Heim-WM mitnimmt: „Die Veranstalter haben ein Riesenlob verdient. Ich habe schon viele Weltmeisterschaften erlebt – um die zehn dürften es sein –, aber diese war mit am besten organisiert. Das gilt für die Rahmenbedingungen ebenso, wie vor allem für die Begeisterung, die hier geweckt worden ist.“

Auch mit seiner persönlichen Leistung ist Hoffmann zufrieden: „Ich habe alle Spiele auf vernünftigem Niveau gespielt und konnte der Mannschaft mit meiner Erfahrung sicher helfen.“ Wesentlichen Anteil daran habe sein Co-Trainer Oliver Scholler, der ihn als Coach vertrat und damit den aktiven Einsatz überhaupt erst möglich gemacht hatte: „Er hat das absolut perfekt gemacht.“

Emotionaler Höhepunkt war auch für den Bundestrainer das dramatische Halbfinale, in dem die Deutschen den zuvor groß auftrumpfenden Titelverteidiger Ungarn mit einem minimalen Vorsprung von drei Kegel ausschalteten. Hoffmann hatte sein Spiel schon beendet, als sein Zerbster Vereinskollege Thomas Schneider die Verantwortung für die letzten Würfe hatte: „Ich hatte keinen Einfluss mehr und war angespannt wie alle Zuschauer, aber ich war mir auch ziemlich sicher, dass er das regelt.“ Entscheidend war, dass der mit insgesamt 691 Kegel herausragende Schneider beim vorletzten Wurf zwei Kegel abräumte und sich damit neue neun für den letzten Versuch verdiente. Schneider und Hoffmann waren dann auch im Finale die besten Deutschen, aber die Niederlage gegen die starken Serben konnte das Schlusspaar nicht mehr abwenden.

Den deutschen Damen hatte Timo Hoffmann sogar eine Chance auf die Goldmedaille eingeräumt, nachdem sie im Halbfinale recht souverän mit 6:2 gegen Slowenien gewonnen hatten: „Aber auch für sie ist Silber ein Riesenerfolg, nachdem sie bei der letzten WM im Viertelfinale ausgeschieden waren.“ Das klare 1:7 gegen Kroatien täuscht etwas darüber hinweg, dass beim Startpaar eine 2:0-Führung möglich gewesen war. Simone Schneider (Schrezheim) verlor jedoch bei 2:2 Sätzen um drei Kegel. So blieb der Punktgewinn von Einzelweltmeisterin Sina Beißer (Bamberg) der einzige, weil keine andere deutsche Spielerin mehr über 600 Kegel kam.

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