Sieg in Wasserschlacht Altstädter kämpfen kleine Bayern nieder

Da war Marcel Schiller (rechts) völlig aus dem Häuschen: Bereits nach vier Minuten überwand er Bayern-Torwart Ron-Thorben Hoffmann erstmals, und dann ließ er sogar noch das 2:0 folgen. Foto: Peter Kolb

FUSSBALL. Zum Abschluss des 24. Spieltages der Regionalliga Bayern schaffte die SpVgg Bayreuth die Sensation: Nach einer kämpferischen Glanzleistung bezwang die Elf von Trainer Timo Rost den mit der Empfehlung von fünf Siegen hintereinander angereisten Tabellenführer FC Bayern München II mit 2:0 (2:0) und findet sich nun erstmals in dieser Spielzeit in den Top Ten (10.) wieder.

Fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz weisen die Altstädter jetzt auf, am kommenden Freitag um 19 Uhr steht das Gastspiel bei der Zweitliga-Reserve des FC Ingolstadt 04 auf dem Programm. „Dort wollen wir an die heute gezeigte Vorstellung anknüpfen“, kündigte der SpVgg-Coach an.

Hier geht es zur Bildergalerie vom Spiel.

Es war ein Auftakt wie gemalt für die Altstädter: Bereits der erste ernsthafte Angriff brachte der Rost-Elf die Führung ein. Ausgangspunkt war Neuzugang Sven Kopp, der einen Bayern-Pass ablauschte und Kapitän Anton Makarenko bediente. Der sah den mitgelaufenen Christoph Fenninger, der den Ball auf Höhe des Torraums auf Marcel Schiller querlegte. Der Mittelfeldspieler ließ sich nicht lange bitten und überwand Torwart Ron-Thorben Hoffmann nach gerade einmal vier Spielminuten. Und nach weiteren Zeigerumdrehungen stellte Schiller auf dem nach den ergiebigen Regenfällen durchweichten Boden sogar auf 2:0, als sich der stets quirlige Ivan Knezevic geschickt gegen den bereits in der Bundesliga eingesetzten Lars Lukas Mai durchgesetzt hatte.

Frühe Treffer zeigen Wirkung

Die beiden Treffer zeigten Wirkung bei den erfolgsverwöhnten kleinen Bayern, die gegen fast schon omnipräsente Altstädter zu keinem geregelten Spielaufbau kamen. Zudem kam das schwere Geläuf den kampfstarken und leichtfüßiger erscheinenden Platzherren entgegen, weil die Elf von Trainer Holger Seitz auf der immer mehr zur Wasserschlacht mutierenden Begegnung stets darum bemüht war, spielerische Lösungen zu finden und damit ein ums andere Mal scheiterte. Im Mittelfeld mit den lauffreudigen Makarenko und Schiller verzeichneten die Altstädter ein deutliches Plus und entlasteten dadurch ihre Abwehr deutlich. Das Torjäger-Duo des Tabellenführers mit Kwasi-Okyere Wriedt und Wooyeong Jeong (zusammen bislang 27 Treffer) war bei Kopp, Tobias Weber, Christopher Kracun und Co. weitgehend abgemeldet, und deutete sich einmal Gefahr an, war der immer wachsame Torhüter Sebastian Kolbe auf dem Posten.

Christoph Fenninger vergibt die Chance zum 3:0

Doch mit fortlaufender Spieldauer wurden die Münchner dominanter. Da wäre es hilfreich gewesen, wenn der enorm fleißige Fenninger seine Großchance in der 35. Minute verwertet hätte: Nach einem langen Ball des Ex-Schweinfurters Kracun steuerte der Ex-Saarbrücker plötzlich alleine auf der Tor der Landeshauptstädter zu, verzettelte sich jedoch am Torraumeck, nachdem er Hoffmann bereits ausgespielt hatte.

Münchner Gelegenheiten? Gab es zwar, waren aber an den Fingern einer Hand abzuzählen. Jedes Mal war Wriedt beteiligt: Bereits nach wenigen Sekunden zielte der Ghanaer knapp am Tor vorbei und in der 37. Minute vollbrachte Kolbe eine Glanztat, als er einen Kopfball des Angreifers aus kurzer Distanz mit einem Reflex über die Querlatte zur Ecke lenkte und damit seinem Team die nicht unverdiente Null zur Halbzeit hielt.

Bayern bleiben auch in Abschnitt zwei ideenlos

Wer geglaubt hatte, die zweite Garnitur des deutschen Rekordmeisters würde im zweiten Abschnitt ihrer Favoritenrolle gerecht werden, sah sich getäuscht. Zwar erarbeitete sie sich eine Ecke nach der anderen, doch nennenswerte Gelegenheiten blieben Mangelware, zu ideenlos gingen die Münchner gegen nach wie vor nicht nachlassende Bayreuther vor.

Und kam ein Gästespieler doch einmal zum Schuss, Kolbe blieb unbeeindruckt. So auch in der 66. Minute, als er abermals gegen Wriedt klärte und in der 82. Minute, als er mit viel Glück den Ball im Nachfassen noch fing. Die Platzherren zogen sich sukzessive zurück, suchten ihr Heil Konter, an denen immer wieder Fenninger, Knezevic, Chris Wolf und Makarenko beteiligt waren. Die brachten zwar kaum mehr Gefahr für das Bayern-Tor, doch nahmen die Rost-Schützlinge dadurch wertvolle Minuten von der Uhr und zogen damit ihren Gästen den Zahn. Kurz vor dem Abpfiff hätte es sogar doch noch mit einem dritten Treffer geklappt: Allerdings scheiterte der eingewechselte Alexander Piller in der ersten von insgesamt sechs unverständlichen Nachspielminuten bei einem weiteren schnellen Vorstoß über Knezevic frei vor Torhüter Hoffmann. In allerletzter Sekunde verhinderte Edwin Schwarz mit letztem Einsatz das Ehrentor der Bayern, als er gegen Wriedt für seinen bereits geschlagenen Torhüter auf der Linie klärte.

Statistik

SpVgg Bayreuth: Kolbe – Kopp, Weber, Schwarz, Golla – Makarenko, Wolf, Kracun (79. Weimar), Schiller (74. Piller) – Fenninger (86. Sulejmani), Knezevic.

FC Bayern München II: Hoffmann – Köhn, Mai, Senkbeil, Türkkalesi (59. Nollenberger) – Rochelt, Zaiser (59. Yilmaz), Feldhahn, Franzke (78. Lange) – Wriedt, Jeong.

SR: Hanslbauer (Altenberg); Zuschauer: 2127, Ecken: 3:12.

Tore: 1:0, 2:0 Schiller (4., 9.).

Gelbe Karten: Schiller, Fenninger, Knezevic, Weimar (alle Bayreuth).

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading