Sieg in der Verlängerung Tigers gewinnen in Kassel mit 5:4

Seine starke Form unterstrich auch Tigers-Youngster Kevin Kunz (rechts), der zum zwischenzeitlichen 1:1 traf und hier den Kasseler Nick Walters düpiert. Foto: Jan-Malte Diekmann

EISHOCKEY. Die bereits als durchschnittliche Oberliga-Mannschaft abgestempelten Bayreuth Tigers mausern sich zur Mannschaft der Stunde in der DEL2. Das Team von Trainer Petri Kujala belohnte sich für einen ebenso starken Auftritt bei den Kassel Huskies mit einem 5:4 (2:1, 1:2, 1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung. Es war der bereits vierte Erfolg in Serie für das Bayreuther Team.

Die bereits als durchschnittliche Oberliga-Mannschaft abgestempelten Bayreuth Tigers mausern sich zur Mannschaft der Stunde in der DEL2. Das Team von Trainer Petri Kujala belohnte sich für einen ebenso starken Auftritt bei den Kassel Huskies mit einem 5:4 (2:1, 1:2, 1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung. Es war der bereits vierte Erfolg in Serie für das Bayreuther Team.

Als Sebastian Busch in der 3. Minute der Verlängerung eine Vorlage von Tim Richter zum Siegtreffer ins Kasseler Tor bugsiert hatte, gab es kein Halten mehr bei den wenigen mitgereisten Bayreuther Fans, unter denen sich auch Geschäftsführer Matthias Wendel befand. Noch während der ersten Feierlichkeiten analysierte der Tigers-Geschäftsführer die Partie. Er sprach von einem „total“ verdienten Sieg, „weil sich unsere Mannschaft von Rückschlägen nie aus dem Konzept hat bringen lassen und nicht nur großartig gekämpft, sondern auch noch super gespielt hat“.

Ähnlich resümierte Bayreuths Trainer Petri Kujala die rassige Partie. Er lobte die disziplinierte Vorstellung seiner Tigers und stellte die Special Teams besonders heraus. „Unser Penalty-Killing hat uns heute auf die Siegerstraße gebracht, und auch das Powerplay hat mit zwei Toren sehr gut funktioniert.“

Erstes Drittel: Als Kassels Verteidiger Andre Weiß mächtig Anlauf genommen, das Bayreuther Tor umkurvt und Torhüter Brett Jaeger nach nur 67 Sekunden mit einem Bauerntrick düpiert hatte, klingelte der Wecker bei den Gästen. Die nun aufgewachten Tigers stabilisierten ihre Defensive und wagten sich nun selbst aus der Deckung, wobei sie auch im Angriffsdrittel ungemein giftig waren. Als Ivan Kolozvary in der 14. Minute Huskies-Verteidiger Marco Müller die Scheibe hinter dessen eigenem Tor abgeluchst und Kevin Kunz bedient hatte, stand es 1:1. Spätestens jetzt hatten die Tigers Oberwasser. Ihre Führung war folgerichtig. Sie entsprang einer sehenswerten Überzahl-Kombination, an deren Ende Martin Heiders (18.) Schlittschuh stand.

Zweites Drittel: Der Eindruck, der gewachsenen Stabilität der Bayreuther Mannschaft verfestigte sich im Mitteldrittel. Nachdem Sam Povorozniouk (24.) die bis dato sehenswerteste Gastgeber-Kombination mit dem 2:2 gekrönt hatte, brauchten die Tigers gerade einmal 80 Sekunden, um erneut in Führung zu gehen. Juuso Rajala visierte per Handgelenkschuss den Kasseler Torwinkel an – 3:2. Danach verpassten es die Gäste, die Führung auszubauen. Benjamin Kronawitter (28.) und Sebastian Busch (31.) scheiterten entweder am für den entnervten Marcel Melichercik zwischen die Pfosten gerückten Leon Hungerecker oder am Pfosten. Als effizienter erwiesen sich die Schlittenhunde, wobei deren Ausgleich durch Tyler Gron auch durch die in diesem Spiel ungewohnt langsame Rückwärtsbewegung der Gäste nach einem Scheibenverlust ermöglich wurde.

Drittes Drittel: Hier setzten die Bayreuther das erste Ausrufezeichen – dritte Strafzeit gegen die Gastgeber, zweiter Überzahltreffer. Mark Heatley hatte zum 4:3 (43.) abgestaubt. Brenzlig wurde es für die Gäste erst wieder gegen Mitte des Schlussdrittels, als zunächst Martin Heider und dann Juusa Rajala auf die Strafbank beordert wurden. Bei der 58 Sekunden dauernden 3:5-Unterzahl leistete nun Torhüter Brett Jaeger Herausragendes, als er zwei Mal mit dem Schoner gegen den am kurzen Pfosten lauernden Tyler Gron parierte. Der Tigers-Goalie rückte anschließend immer mehr in den Blickpunkt und war erst bei einer weiteren Unterzahl geschlagen. Nun schienen die Gastgeber das Momentum auf ihrer Seite zu haben, zumal sich Martin Heider eine fünfminütige Strafe wegen eines Bandenchecks eingehandelt hatte, die noch in die Verlängerung hinein wirkte.

Verlängerung: Bezeichnend war, dass sich das Kasseler Feldspieler-Quartett gegen die drei beweglichen Bayreuther in der 72 Sekunden dauernden Überzahlsituation keine nennenswerte Gelegenheit erarbeitete. Die Bayreuther indes waren mit ihrem ersten ernst zu nehmenden Angriff gleich erfolgreich. Und so verdienten sie sich auch den Respekt des gegnerischen Trainers. „Sie haben besser gearbeitet als wir, waren disziplinierter und haben deshalb verdient gewonnen. Wir sollten uns an Petris Mannschaft ein Beispiel nehmen“, sagte Tim Kehler.

Kassel Huskies: Melichercik (25. Hungerecker) – Walters, Little; Müller, Heinrich; Dinger, Reiß; Kraus – Meilleur, Povorozniouk, Carciola; Mueller, Trivino, Gron; Crist, Hennig, Ritter; Krüger, Schirmacher, Woidtke.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Heider, Potac; Newton, Mannes, Mayr, Martens; Linden – Bartosch, Kolozvary, Kunz; Järveläinen, Heatley, Rajala; Richter, Busch, Gläser; Kronawitter, Kirchhofer, Gams.

SR: Falten, Brill; Strafminuten: Kassel 6, Bayreuth 10 plus 5 plus Spieldauer gegen Martin Heider; Zuschauer: 2591.

Tore: 1:0 (2.) Reiß (Gron, Dinger), 1:1 (14.) Kunz (Kolozvary), 1:2 (18.) Heider (Järveläinen, Potac – 5 gegen 4), 2:2 (24.) Povorozniouk (Carciola), 2:3 (25.) Rajala (Järveläinen, Newton), 3:3 (36.) Gron (Mueller, Trivino, 3:4 (43.) Heatley (Martens, Järveläinen – 5 gegen 4), 4:4 (53.) Ritter (Carciola, Meilleur – 5 gegen 4), 4:5 (63.) Busch (Richter).

 

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