Siebtklässler nehmen an Elektronikwettbewerb teil – Schüler für Informatik begeistern Radio im Vogelhaus

Am Pegnitzer Gymnasium bauen Schüler in Gruppen Digitalradios. Foto: Ralf Münch

Geschäftiges Treiben herrscht im Kunstsaal des Gymnasiums. Seit einigen Tagen arbeitet die Klasse 7 d fleißig an der Erstellung von vier funktionstüchtigen Steckdosenradios mit außergewöhnlichen Designs. 66 Schulen in ganz Bayern nehmen an dem Wettbewerb „Bau dein eigenes Radio“ teil.

Ausgerichtet wird er von dem Elektronikfertiger Elektron Systeme, der Softwarefirma Infoteam und BayernDigitalRadio in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut. Im Rahmen dieses Wettbewerbs bauen Schüler mit einem Stecksystem Digitalradios zusammen und können diese frei gestalten. Bilder der fertigen Objekte werden auf der Internetseite des Bayerischen Rundfunks von den Schülern bis zum 31. Juli hochgeladen. Am Ende gewinnt das originellste Modell.

Für Informatik begeistern

Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Menschen sowohl für Elektronik als auch Informatik zu begeistern. Eine mögliche berufliche Laufbahn im technischen Bereich soll ihnen dabei schmackhaft gemacht werden, um dem aktuellen Fachkräftemangel in dieser Branche entgegenzuwirken.

Roland Ringler, Mathe- und Physiklehrer am Gymnasium, wurde von einem Oberstufenschüler auf den Wettbewerb hingewiesen. „Ich wusste, dass dieses Projekt naturwissenschaftlich sehr interessant für unsere Schüler werden würde“, sagt er. „Aber da ein Schwerpunkt auf dem technischen Bereich für eine siebte Klasse noch zu anspruchsvoll gewesen wäre, kombinierten wir es mit dem Fach Kunst.“

In den Unterrichtsstoff einfließen

In Markus Tissot, Lehrer der Kunsterziehung, fand er einen geeigneten Partner für dieses Vorhaben. Nach zehn Unterrichtsstunden soll das Radio fertig sein, danach werden die gesammelten Erfahrungen in den vom Lehrplan vorgegebenen Unterrichtsstoff einfließen.

In den ersten zwei Stunden wurde das in Einzelteilen gelieferte Radio unter Ringlers Leitung zusammen gelötet. „Am Anfang hatten wir nicht so viel Lust“ , erzählen Vanessa und Sandra. „Aber nach kurzer Zeit hat es großen Spaß gemacht.“ Das Löten hat ihnen sogar bis jetzt am meisten Freude bereitet. Auch Dominik und Christian waren skeptisch. „Wir wussten zuerst gar nicht, ob wir es überhaupt schaffen das Radio zusammenzubauen.“ Aber auch ihre Gruppe kann jetzt ein funktionstüchtiges Radio vorweisen. Nun geht es darum, das Gehäuse so kreativ wie möglich zu gestalten. Ein Radio wird liebevoll als Stereoanlage in ein Wohnzimmer eingearbeitet. Um zu einem anderen Radio einen Gegensatz herzustellen, verziert eine Gruppe es als Fotoapparat, in dem der Lautsprecher die Fotolinse darstellt. Dass ein Radio in einem Vogelhaus keinesfalls ein Ding der Unmöglichkeit ist, zeigt eine weitere Gruppe. Den Abschluss bildet ein Radio, das von den Schülern geschickt in ein Buch eingearbeitet wird. Fleißig sägen, kleben, malen und bohren die Schüler, um ihre Idee bestmöglich umzusetzen. Aufmerksam beobachten sie Tissot, der langsam und ausführlich den Gebrauch des Holzbohrers erklärt. Mit einem „Traust du dir das zu?“ wird der Bohrer an eine Schülerin weitergereicht, die sich an der schwierigen Aufgabe versuchen möchte. „Bis jetzt leben noch alle“, sagt Tissot schmunzelnd. Alle Schüler haben sehr viel Spaß bei der Verzierung ihrer Radios. „Wir freuen uns über diese Möglichkeit“, sagt Fabrizio, „So was kann man ja nicht oft machen.“ Es steht nicht der Gewinn, sondern die Freude beim Arbeiten im Vordergrund. Sie würden so ein Projekt jederzeit wieder machen, bestätigen Schüler und Lehrer.

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