Seilbahn: Neubau statt Sanierung

Die Entscheidung ist gefallen: Die Seilbahnen zum Ochsenkopf werden neu gebaut und nicht saniert. Dann sind auch die offenen Kabinen Geschichte. Stattdessen sollen geschlossene Gondeln zum Einsatz kommen. Archivfoto: Andreas Harbach

Die Seilbahnen zum Ochsenkopf werden nicht saniert, sondern neu gebaut. Diesen Grundsatzbeschluss fasste der Zweckverband am Mittwoch. Gebaut werden soll eine Bahn mit geschlossenen Gondeln. Es geht um 20 Millionen Euro. Außerdem auf der Vorhabenliste: Projekte rund um die Themen Rodeln und Langlauf an der Bleamlalm in Fichtelberg-Neubau im Umfang von rund zwei Millionen Euro.

Die beiden Seilbahnen sind 26 Jahre (Nordbahn) beziehungsweise 20 Jahre alt (Südbahn). Bei der Verbandsversammlung im vergangenen Herbst ging es zunächst um nötige Reparaturen und Austauschmaßnahmen, unter anderem eine neue Steuerung (Kosten: eine Million Euro). Die Folge war eine Grundsatzdebatte: Investieren in einen Oldtimer oder gleich neu bauen? Letzteres wurde vor allem von Bischofsgrün favorisiert. Die Entscheidung wurde vertagt, die Seilbahnmannschaft erhielt den Auftrag, zur nächsten Sitzung alle Optionen mit Zahlen auf den Tisch zu legen. Außerdem wollte man das Ergebnis einer Infrastrukturstudie für die Ochsenkopfregion abwarten, in der auch eine klare Prioritätenliste aller gewünschten Projekte rund um den Ochsenkopf enthalten sein soll.

Hübner legt vor

Doch im Vorfeld schon legte sich Hermann Hübner, Landrat und Zweckverbandsvorsitzender, fest: In einem Interview mit einem Lokalradiosender vor einigen Wochen äußerte er beiläufig, einen Neubau zu favorisieren. Und inzwischen sind auch zentrale Aussagen der Infrastrukturstudie bekannt, die offiziell und im Detail erst im August vorliegen soll. „Das Gutachten sagt eindeutig, die Seilbahn ist Priorität für alle Gemeinden am Ochsenkopf“, so Hübner, „und es geht um die gesamte Bahn.“

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Ein weiterer Grund für Hübner, jetzt die Weichen in Richtung Neubau zu stellen: „Wir müssen das Eisen schmieden, so lange es heiß ist.“ Das „heiße Eisen“, das ist eine Bereitschaft der Regierung, Projekte im Fichtelgebirge derzeit über die üblichen Förderquoten hinaus zu bezuschussen, so Hübner, „die Zeichen stehen gut. Für Oberfranken ist jetzt was erreichbar, da sollten wir nicht mit Kleinmaßnahmen antreten.“

Rodeln an der Bleamlalm

Der einstimmig gefasste Beschluss umfasst nicht nur die beiden Seilbahnen (18 bis 20 Millionen Euro). Sondern auch Maßnahmen rund um die Bleamalm. Hier soll die Infrastruktur nicht nur für Langläufer und Biathleten verbessert werden. Sondern auch das Thema Rodeln größer gespielt werden, beispielsweise mit einer Aufstiegshilfe oder einem Zauberteppich (eine Art Förderband). Der Grundsatzbeschluss soll aber keinen festen Betrag enthalten, um nachträglich noch etwas draufsatteln zu können. Das war den Warmensteinacher Vertretern Stefan Prechtl und Axel Herrmann wichtig. Prechtl: „Für unsere Seite wird eine neue Bahn allein nicht viel bringen, wir brauchen zusätzliche Attraktionen.“ Zu den Wunschprojekten auf der Warmensteinacher Seite des Ochsenkopfes gehören eine Tubingbahn (wie sie nun für den Kornberg geplant ist), vor allem aber ein Ausbau des „Bikeparks“, also neue Routen für Mountainbiker.

Hübner drängt

Hübner drängte zur Eile. Das Zeitfenster, in dem sich die Regierung förderfreudig gegenüber dem Fichtelgebirge zeigt, bleibt nicht ewig offen. Und die Baupreise steigen von Jahr zu Jahr deutlich. Schon in Kürze will er erste Gespräche mit Regierungspräsidenten Heidrun Piwernetz führen.

Die Alternative zum nun gefassten Neubaubeschluss wäre gewesen: Eine Generalsanierung nur der älteren Nordbahn würde zwischen 1,3 und 3,7 Millionen Euro kosten, letztere Variante, wenn man die 150 Sessel mit erneuert. Zuschussquote hier: 15 Prozent.

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