Schutz vor morschen Ästen

Besonders an den Aussichtspunkten, an denen Ruhebänke für Wanderer stehen, will die Stadt Hollfeld verstärkt auf morsche Äste und kranke Bäume achten. Foto: Ronald Wittek/Archiv

Morsche Äste, die über öffentlichen Wegen hängen - wer muss sich darum kümmern, dass für Wanderer und Mountainbiker keine Gefahr ausgeht? Mit dieser Frage setzte sich der Ausschuss für den Hollfelder Körperschaftswald in seiner jüngsten Sitzung auseinander. Klar ist: Die Verkehrssicherungspflicht für öffentliche Wege hat die Stadt Hollfeld. Aber der Bauhof ist an der Grenze seiner Belastbarkeit angekommen.

Es ist eine Eiche, die gleich an der Abzweigung des Wanderweges entlang der Hollfelder Siedlung am Waldrand steht. In einigen Metern Höhe ragt ein etwa armdicker, erkennbar morscher Ast gut vier Meter in die Luft. "Landwirte haben angeregt zu überprüfen, ob wir diese Gefahr beseitigen können," sagt Bürgermeisterin Karin Barwisch zu Beginn des Ortstermins an der Hofäckerstraße. Neben den Stadträten und den Männern des Bauhofes sind Forstdirektor Georg Dumpert und sein Mitarbeiter Georg Hellmuth vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth vor Ort. Alle sind sich einig: In dieser Höhe sind die morschen Äste für die Bauhofmitarbeiter nicht zu erreichen. "Da brauchen wir einen Steiger", sagt Jürgen Krug vom Bauhof. Georg Hellmuth vom Forstamt weist darauf hin, dass besonders an den Aussichtspunkten, an denen Bänke für die Wanderer stehen, erhöhte Sicherheitsanforderungen bestehen. Michael Schatz sagt: "Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben." Hellmuth schlägt vor, entlang des Waldrandes nicht nur die morschen Eichenäste zu entfernen, sondern die Gelegenheit gleich zu nutzen, einige schwache Fichten zu fällen.

Einsparungen nötig

Wegen heftigen Regens ziehen sich die Ausschussmitglieder ins Rathaus zurück. Sie diskutieren dann gut eineinhalb Stunden lang darüber, wie die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht am besten nachkommen und zugleich die Bauhofmitarbeiter entlasten könnte. Thomas Appel schlägt vor, den Umfang der Arbeiten zu begrenzen: "Ich laufe mindestens einmal die Woche diesen Weg entlang. Ich sehe keinen großen Anlass einzugreifen, außer bei den Sitzgruppen." Rudi Arnold weist darauf hin, dass der städtische Haushaltsplan unter der Voraussetzung genehmigt wurde, im Verwaltungshaushalt nach Einsparungen zu suchen: "Wenn wir den Bauhof vom Straßenunterhalt entlasten, können wir sparen." Georg Hellmuth sagt: "Theoretisch funfktioniert das Outsourcen, praktisch hapert es aber oft."

Waldbetrieb muss wirtschaftlich sein

Michael Schatz sagt: "Für mich ist es wichtig, dass der Waldbetrieb wirtschaftlich läuft." Georg Hellmuth legte Zahlen vor, die das bestätigen: 2016 war der Forstbetrieb mit über 180.000 Euro im Plus, in diesem Jahr sind es bereits 66.000 Euro. Und der Freistaat stelle erhebliche Fördermittel für die Naturverjüngung zur Verfügung.

Schließlich einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, einen Kostenvoranschlag einer Fachfirma zur Beseitigung der morschen Äste einzuholen. Karin Barwisch sagte: "Irgendwann ist sicher wieder eine generelle Durchforstung nötig, Aber jetzt sollten wir die Arbeit auf das Notwendige begrenzen."

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