Schutz vor Jahrhunderthochwasser unmöglich

Gesees unter Wasser: Das soll in naher Zukunft nur noch in extremen Ausnahmefällen vorkommen. Foto: Gemeinde Gesees

Gesees muss sich besser vor Hochwasser schützen. Die Diskussion, welche Lösung die beste ist, läuft seit langem. Am Dienstagabend traf der Gemeinderat eine Entscheidung. Dabei wurde eines klar: Die allerbeste Lösung ist schlicht nicht möglich.

Aktuell stehen bei Starkregen in Gesees in kurzer Zeit erst die „Schwemm“, dann die Pottensteiner- und schließlich die Pettendorfer Straße – und damit der Ortskern von Gesees – unter Wasser.

Die Lösung, die von Mitarbeitern des zuständigen Ingenieurbüros und des Wasserwirtschaftsamtes in der Gemeinderatsitzung vorgestellt wurde, sieht vor, die Schwemm, wo es ein Stauwerk gibt, direkt mit dem großen Abwasserrohr zu verbinden, das unter Gesees durchführt. Dort sei bislang eine Engstelle.

Straßenniveau wird angehoben

Das neue Verbindungsrohr würde etwas höher verlegt, um den Ablauf zu verbessern. Das Niveau der Verbindungsstraße, die bislang zudem eine Senke bildet, würde dadurch um etwa 80 Zentimeter angehoben. Es geht dabei um die Straße, die vom Dorfplatz in die Weinbergstraße führt und keinen eigenen Namen hat. Hinzu käme ein Einlaufbauwerk an der Schwemm.

Auf diese Weise soll das Wasser deutlich schneller abfließen und der Durchfluss des großen Rohres künftig voll ausgenutzt werden. Darüber hinaus würden einige Maßnahmen direkt an den betroffenen Häusern nötig, sagt Feulner. Zum Beispiel Leichtmetallplatten, die man in Eingänge hängen kann oder erhöhte Kellerschächte. Der Verlauf des Baches müsse nicht verändert werden.

Förderung durch Freistaat nicht in Sicht

„Letztlich gab es eine einstimmige Entscheidung, in diese Richtung weiterzuplanen“, sagt Feulner. Die Kosten werden zurzeit auf etwa 360.000 Euro geschätzt. Eine Förderung durch den Freistaat Bayern ist nicht in Sicht: Das Land fördere nur bei sogenannten HQ100-Maßnahmen, die auch Schutz vor der Wassermenge schützen würde, die im statistischen Mittel einmal alle 100 Jahre überschritten wird, sagt Feulner: „Dafür bräuchten wir aber ein Bauwerk, das in unseren Talkessel gar nicht reinpasst. Aufgrund der Topographie müssen wir die abgespeckte Version wählen. Wir müssen damit leben, dass ein Jahrhunderthochwasser nach wie vor über die Dorfstraße ablaufen wird, aber die Verbesserung wird dennoch enorm“, sagt Feulner. 

 

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