Schöttner: "Beste Saison aller Zeiten"

Die sportlichen Wege lässt sich Manfred Schöttner (links) gern von Raoul Korner (rechts) vorgeben. Der Aufsichtsratsvorsitzende zeigt sich von der Entwicklung seit dem Amtsantritt des Trainers begeistert. Foto: Peter Kolb

Sechster statt Vierter am Ende der Hauptrunde, 0:3 statt 1:3 in den Playoffs – diese Vergleiche zwischen der aktuellen Bundesliga-Spielzeit und dem Vorjahr können die Saisonbilanz von Manfred Schöttner nicht trüben: „Ganz klar: Das war die beste Saison ever“, sagt der frühere Vereinspräsident und Geschäftsführer, der aktuell als Vorsitzender des Aufsichtsrats wieder in der ersten Reihe der Verantwortlichen steht.

„Die zweite Playoff-Teilnahme in Folge, dazu das Top-Four-Turnier um den Pokal und das Viertelfinale der Champions League – das ist für einen Club unserer Größenordnung sensationell“, betont Schöttner. Man dürfe bei der Einordnung dieser Resultate nie vergessen, „woher man kommt“: „Bis vor zwei Jahren hatten wir ein Glücksgefühl, wenn wir schon am vorletzten Spieltag wussten, dass wir nicht mehr absteigen können. Und heute sind wir schon so weit, dass sich teilweise Enttäuschung breit macht, wenn wir nicht ins Halbfinale einziehen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern für mich immer noch eine geradezu unglaubliche Entwicklung. Es gibt eine Menge Clubs, auch mit höherem Etat, die in unserer Lage glücklich wären.“

Trainer Raoul Korner habe somit bei seinem Amtsantritt 2016 nicht zu viel versprochen, Ziele auch über die realistischen Möglichkeiten hinaus anstreben zu wollen: „Wir haben tatsächlich in diesen zwei Jahren ,overperformed’, wie er immer sagt.“ Umso weniger hält Schöttner folglich davon, diese Bilanz zum Maßstab für künftige Erwartungen zu nehmen: „Ich habe Raoul Korner schon gesagt, dass wir auch für eine Saison 2018/19 dankbar sind, die nicht ganz so einen Erfolg bringt. Erneute Playoffs nehmen wir natürlich gerne an, aber wie setzen sie nicht als selbstverständlich voraus.“

Finanzieller Spielraum nicht größer

In ähnlicher Weise dämpft Schöttner die Vorstellung, dass die mit dem Erfolg einhergehende Steigerung des Umsatzes auf über vier Millionen Euro den finanziellen Spielraum für die kommende Saison wesentlich erweitern würde: „Früher standen wir am Ende der Saison immer vor der Aufgabe, durch das Engagement von Leuten im Hintergrund Defizite auszugleichen. Jetzt sind wir erstmals in der Lage, Verlustvorträge zu kompensieren.“ Zudem seien die Mehreinnahmen hilfreich gewesen, um das künftig in den Lizenzstatuten geforderte freie Eigenkapital von 250.000 Euro aufbringen zu können: „Vor drei Monaten war noch nicht klar, wie wir diese Auflage erfüllen sollen.“ Ganz abgesehen davon, dass durch sportlichen Erfolg gewonnenes Geld zum großen Teil als Prämien an die Mannschaft geht: „Das ist natürlich überall so.“

Bei der Planung der neuen Saison geht Schöttner daher erst einmal nicht von anderen Voraussetzungen aus als vor einem Jahr: „Den Etat zu steigern, sehe ich überhaupt nicht.“ Basis seien Einnahmen und Ausgaben von 34 Hauptrundenspielen und einem Pokalspiel (nach neuem Modus mit Auslosung unter 16 Mannschaften): „Alle weiteren Szenarien müssen sich entwickeln. Das verfügbare Geld für Mannschaft und Strukturen ergibt sich erst mal nur aus diesen 35 Spielen.“

Teilnahme an Champions League nicht sicher

Noch ungeklärt ist nicht zuletzt die Frage, ob und wie Medi Bayreuth wieder international im Einsatz sein wird. Die drei deutschen Startplätze sind für die Mannschaften auf den BBL-Rängen eins bis fünf vorgesehen. „Als Sechster können wir also nicht automatisch damit rechnen, berücksichtigt zu werden“, erklärt Schöttner. „Das hängt auch davon ab, wie sich die anderen vor uns entscheiden.“ Bisher steht die Bayreuther Platzierung noch nicht einmal fest, denn wenn Oldenburg (7.) oder Frankfurt (8.) am Donnerstag im entscheidenden fünften Spiel in Berlin beziehungsweise München den Einzug ins Halbfinale schaffen, würden sie in der Saisonabschlusstabelle vorbei ziehen. An mangelnden Bayreuther Ambitionen werde es jedenfalls nicht scheitern, sagt Schöttner: „Wir prüfen die Möglichkeit, eine Wildcard zu bekommen. Die umfangreichen Unterlagen dazu sind uns aber gerade erst zugegangen.“

Neuer Geschäftsführer am Ende des Monats?

Der Aufsichtsratsvorsitzende hätte nichts dagegen, wenn sich mit dieser Frage dann schon der neue Geschäftsführer befassen wird. Drei Kandidaten seien für die Nachfolge von Philipp Galewski in der „engsten Wahl“: „Ich hoffe, die Entscheidung fällt noch bis Ende dieses Monats. Und ich hoffe, dass derjenige dann auch zeitnah zur Verfügung steht. Die ganz Guten haben nämlich noch Kündigungsfristen.“

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