Schnabelwaid sucht Alternative zum Notverbund mit der Juragruppe – Heftige Vorwürfe an Hans Hümmer Tiefbohrung als Lösung?

Robert Friedl von der Juragruppe Pegnitz bei der Quelle am Kitschenrain bei Zips. Sie schüttet nicht mehr genügend Wasser aus für die Versorgung von Langreuth, Preunersfeld und Schnabelwaid aus. Foto: Ralf Münch

Eine Tiefbohrung oder eine Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Creußener Gruppe – das sind die beiden Lösungen, welche die Marktgemeinde Schnabelwaid zur Sicherstellung der Wasserversorgung anstrebt, so Bürgermeister Hans-Walter Hofmann. Bei der Bürgerversammlung sorgte dieses Thema, die nachlassende Schüttung der Zipser Quelle und damit drohende Unterversorgung von Preunersfeld und Schönfeld sowie der vergangene Woche geschlossene Notverbund mit der Juragruppe für teils heftige Diskussionen.

Wie schon in der vergangenen Gemeinderatssitzung informierte Hofmann über die prekäre Lage, die über Pfingsten geherrscht hatte. Da waren nur noch 0,56 Liter in der Sekunde aus der Zipser Quelle gelaufen. Juragruppenleiter Hans Hümmer habe auf einen sofortigen Anschluss von Preunersfeld und Schönfeld an die Juragruppe gedrängt, um eine ausreichende Trinkwasserversorgung und vor allem den Brandschutz zu gewährleisten. „Der war aber durch die Löschweiher gewährleistet“, so Hofmann. Grundsätzlich sei bekannt, dass die Quellschüttung nachlässt, so der Bürgermeister. Es stimme aber nicht – wie Hümmer behaupte – dass Schnabelwaid fertige Pläne dazu vorliegen. „Bis heute gibt es keine prüfbaren Zahlen“, so Hofmann.

Wasserpreis könnte sich erhöhen

Anfang vergangener Woche habe Hümmer dann gesagt, er könne die Situation nicht länger verantworten und die beiden Schnabelwaider Ortsteile würden an die Jurawasserleitung, die durch Zips laufe, angeschlossen. Bei einem Ortstermin mit Dr. Klaus von Stetten vom Bayreuther Gesundheitsamt, sei er nach einer sofort umsetzbaren Alternative gefragt worden, so Hofmann. Und als er diese nicht auf die Schnelle präsentieren konnte, sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als den Notverbund für Schönfeld und Preunersfeld mit der Juragruppe zu schließen. „Zeitlich begrenzt“, betonte Hofmann. Vom Gesundheitsamt habe die Gemeinde nun eine zweijährige Frist erhalten, eine andere Lösung zu finden. Dazu gehöre aber nicht, das Schnabelwaider Wasser mit dem der Juragruppe zu mischen. „Das verträgt sich nicht“, so Hofmann. Man sei nun auf der Suche nach einer anderen Lösung – eben einer eventuellen Tiefbohrung. Dies wolle man aber zusammen mit den Bürgern machen, da es eine Erhöhung des Wasserpreises nach sich ziehen könnte. Was Hofmann bei der ganzen Sache ärgert, das machte er bei der Bürgerversammlung noch einmal deutlich, ist das Verhalten von Hümmer, der ihm mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht habe, sollte er die Juragruppe in ein schlechtes Licht rücken.

Quellfassung vergammelt

Seinen Unmut über Hans Hümmer und die Juragruppe machte auch der Preunersfelder Heiner Götzke lautstark deutlich. „Wie kommt Hümmer dazu, die Zipser Quelle für sich zu beanspruchen?“, fragte er. Die Juragruppe sei erst 1991 in den bestehenden Wasserlieferungsvertrag eingestiegen. „Und an der Quellfassung wird überhaupt nichts gemacht, die gammelt vor sich hin“, so Götzke. Man solle Hümmer und die Juragruppe verklagen, betonte er und an Hofmann gewandt: „Du hättest vergangene Woche einen Baustopp veranlassen müssen.“ Hümmer müsse erst konkrete Zahlen liefern. Wenn der Bürgermeister diesen Notverbund zulasse, nehme er zwei Orten das Wasser weg. „Hümmer muss zurück gepfiffen werden“, forderte Götzke.

In Schnabelwaid selber gebe es kein Wasserproblem, betonte Bürgermeister Hofmann. Er reagierte damit auf den Vorwurf von Albin Schäfczuk, die Gemeinde habe das neue Baugebiet Bahnhofstraße vorangetrieben, ohne zu wissen, ob die Wasserversorgung ausreiche. Hofmann verwahrte sich gegen diese Behauptung und kündigte für Schönfeld und Preunersfeld an, eine generationensichere Lösung zu finden.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel Zoff mit der Juragruppe.

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