Schlüsselspiel Medi-Team erwartet direkten Rivalen Gießen

Höchstes Gebot ist in Spielen gegen Gießen die Bewachung von John Bryant (links). In dieser Szene aus dem Hinspiel versuchte sich Andreas Seiferth (rechts) an dieser Aufgabe. Foto: Imago

BASKETBALL. An umfassenden Spekulationen über das Restprogramm beteiligen sich Trainer so gut wie nie – schon gar nicht, wenn erst 21 von 34 Spielen absolviert sind. Vor dem Bundesliga-Heimspiel von Medi Bayreuth gegen die Gießen 46ers am Freitag um 20.30 Uhr hat Raoul Korner aber doch schon auch den Gesamtverlauf des Rennens um die Playoff-Plätze im Blick: „Da ist das schon fast ein Vierpunktespiel.“

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Beide Rivalen gehören schließlich zum großen Kreis der sieben Mannschaften, die auf den Plätzen sechs bis zwölf lediglich durch zwei Punkte getrennt sind. Gießen hat einen Sieg mehr als die Bayreuther, die aber mit einem Spiel im Rückstand sind. „Wir sollten vor allem unsere Heimspiele gewinnen und natürlich ganz besonders gegen die direkten Rivalen“, konkretisiert Korner seine Einschätzung der Lage. „Nachdem wir schon in Gießen gewonnen haben, würde nach einem Sieg auch der direkte Vergleich für uns sprechen. Das ist gegenüber Ludwigsburg schon mal nicht der Fall.“ Diesen Faktor müsse man berücksichtigen, weil der Medi-Coach bis zum Ende ein so enges Rennen erwartet: „Vielleicht bleibt die Gruppe nicht ganz so groß, aber bis zum zehnten oder elften Platz bleibt es sicher spannend. Auf der anderen Seite rechne ich nicht damit, dass sich die ersten Acht absetzen.“ Auf Favoriten legt er sich nicht fest: „Im Grunde ist in dieser Gruppe kein Team dabei, dass schon eine konstante Playoff-Form vorweisen kann. Wer sich am schnellsten stabilisiert, wird das Rennen machen.“

Dass gegen Gießen nicht nur ein spannendes Duell zu erwarten ist, sondern auch ein attraktives, hat bereits das Hinspiel gezeigt. Mit 95:90 setzten sich die Bayreuther damals durch, wobei sie das von Trainer Ingo Freyer bevorzugte hohe Tempo der 46ers nicht scheuten. Das belegen ihre 72 Würfe aus dem Feld – mehr als in jedem anderen Spiel dieser Saison.

Nicht einmal die selbst für seine hohen Maßstäbe hervorragende Leistung von John Bryant konnte den Medi-Sieg verhindern. 29 Punkte und zwölf Rebounds sammelte der Gießener Center und kam dabei auf einen glänzenden Effektivitätswert von 39. Das wäre Saisonrekord, wenn der effektivste Spieler der Liga (27,89 im Schnitt) diese Marke nicht selbst noch zweimal übertroffen hätte (45 und 41).

Darf man daraus schließen, dass man Bryant vielleicht sogar gewähren lassen darf, wenn man dafür alle anderen Gießener im Griff hat? „Wenn es nur um das Scoren geht, kann man das vielleicht tatsächlich sogar mal riskieren, zumindest, solange es schwere Würfe sind“, sagt Korner. „Aber das ist nun mal leider bei ihm nicht alles. Man darf nämlich auch nicht zulassen, dass er mit seinen Pässen die guten Schützen von außen in Szene setzt. Man muss ihm also schon auf die Nerven gehen.“

Korner rechnet bald wieder mit Hassan Martin

Beim Hinspiel Mitte Dezember war das noch die Aufgabe von Hassan Martin, der wenig später mit einer langwierigen Fußverletzung ausfiel. „Er wird in dieser Saison noch mal zurückkehren“, zeigt sich Korner zuversichtlich. „Er ist schon wieder voll belastbar und kann unter kontrollierten Bedingungen alles schmerzfrei machen. Jetzt beginnt die Phase mit Gegnerkontakt, und dann muss er noch in Spielverfassung kommen – da geht es um Faktoren wie Timing, Rhythmus, Vertrauen. Als Größenordnung nenne ich mal drei Wochen.“

Mit Eric Mika steht Bryant nun ein ganz anderer Typ von Medi-Center gegenüber, was für den Coach durchaus auch positive Aspekte hat: „Hassan ist physisch und defensiv stärker, aber dafür hat Eric den besseren Wurf aus der Mitteldistanz. Das könnte ein Mittel sein, um Bryant aus seiner Verteidigungsposition tief unter dem Korb wegzulocken. Das mag er nicht.“

 

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