Sanierungspläne Zu viel Beton am Ölschnitzufer?

Hier wird’s eng: Bei der Sanierung des Ölschnitzufers sollen die Bürger mitreden können, wünscht sich Bürgermeister Jürgen Zinnert. Foto: Andreas Harbach

BAD BERNECK. Bad Berneck will bei der überfälligen Sanierung des maroden Ölschnitzufers nach den Worten von Bürgermeister Jürgen Zinnert endlich „in die Gänge kommen“. Wie soll das Ufer künftig mit einer künstlerischen Gestaltung durch Stararchitekt Peter Haimerl aussehen, was soll das genau kosten und wie soll es finanziert werden? Zur Klärung dieser Fragen nimmt die Stadt nun Geld in die Hand. Es war ein „Ja“ zur Zusammenarbeit mit Haimerl, versehen einem deutlichen „aber“.

Das Thema Ölschnitzufer beschäftigt den Stadtrat seit Jahren. Es gab Entwürfe, Pläne, Skizzen, Nachbesserungen – und immer Bedenken wegen der hohen Kosten. Als Obergrenze nur für die künstliche Gestaltung hatte die Rechtsaufsicht 800.000 Euro festgelegt. Ob die eingehalten werden kann, ist offen. Nun soll eine Entscheidungsgrundlage her.

Neuer Plan muss her

Der Stadtrat beschloss die Vergabe einer überarbeiteten Entwurfsplanung an die beteiligten Planungsbüros. Die Kosten dafür werden auf rund 240.000 Euro veranschlagt, 90 Prozent sollen aus der Städtebauförderung kommen, den Rest trägt die Stadt. Der Löwenanteil des Auftrags geht an das Kronacher Ingenieurbüro SRP,das seinen ursprünglichen Entwurf nun Haimerl-kompatibel machen soll.

Widerspruch

„Wir müssen diesen Schritt gehen. Wir brauchen die Kostenfortschreibung, sonst wissen wir nicht, worüber wir reden“, sagte Zweiter Bürgermeister Alexander Popp (Freie Wähler). Während sich Klaus Sowada (CSU) ähnlich äußerte, gab es Widerspruch aus den Reihen der SPD. „Brauchen wir eine Planung für etwas, was wir womöglich sowieso nicht wollen?“ fragte Stadtrat Klaus Greiner.

Bedenken wegen der Optik

Wegen der aufwändigen Haimerlschen Geländergestaltung müssen die Bohrpfähle darunter dicker als die geplanten 60 Zentimeter werden, stellenweise würden sie 1,30 Meter über das Ufer hinaus in die Höhe ragen – das missfällt einigen Räten. Bürgermeister Zinnert räumte ein, es gebe Bedenken gegen die Optik wegen einer möglichen „Betonlastigkeit“ der Gestaltung quer durch die Fraktionen. Udo Sauerstein (SPD) verlangte, mit Haimerl zu reden, ehe er seinen Entwurf vorlege.

Die Bürger mitnehmen

Zinnert will das tun –- und noch mehr als das. „Wir müssen die Bürger dabei mitnehmen“, sagte er. Der Tag der Städtebauförderung am 11. Mai in Bad Berneck solle dieses Jahr ganz dem Thema Ölschnitzufer gewidmet sein, sagte er. Es gehe darum, auch die Meinungen der Bernecker Einwohner einzuholen. Stadtplanerin Stefanie Raab sagte, man wolle versuchen, den Bürgern mit Virtual-Reality-Brillen zu zeigen, wie ein neues Ölschnitzufer aussehen könnte.

Ort der Begegnung

Die Regierung von Oberfranken unterstütze die optische Aufwertung des Ufers durch die Beteiligung Haimerls sehr, sagte Zinnert. Es gehe darum, die Ölschnitzpromenade zu einem Ort der Begegnung zu machen, es solle attraktiv sein, hier in der Ortsmitte zu leben. „Wir brauchen eine Grundsatzentscheidung, ob wir mit Haimerl weitermachen oder nicht.“ Stadtrat Joachim Beth (Freie Wähler) zeigte den Räten eine Briefmarke, auf der Haimerls berühmtes Konzerthaus in Blaibach abgebildet ist. „Was für eine tolle Werbung für diesen kleinen Ort“, sagte er und verwies darauf, dass auch Bad Berneck sich diese Chance nicht entgehen lassen solle.

Mehrgenerationenhaus gefährdet?

Greiner aber äußerte Bedenken, dass die Rechtsaufsicht der Konsolidierungsgemeinde dann andere freiwillige Leistungen für wichtige Projekte wie das Mehrgenerationenhaus nicht mehr genehmige. Das könne man nicht wissen, entgegneten Zinnert und Sowada. Gegen die Stimmen Greiners und seines Fraktionskollegen Raimund Michel beschloss der Stadtrat, die neuen Planungen in Auftrag zu geben. Wenn diese vorliegen, will der Stadtrat die endgültige Entscheidung treffen. Zinnert zeigte sich erst einmal „erleichtert“ über das Abstimmungsergebnis.

 

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