Saas: Jugendausschuss für Doppellösung

Hort und OGTS-Kombi sollen möglich werden an der Lerchenbühlschule. Foto: Ronald Wittek

Selten geht es in den Stadtratsgremien fraktionsübergreifend so einmütig zu. Selten gibt es fraktionsübergreifend so deutliches Lob für ein Mitglied der Stadtverwaltung. Und das bei einem Thema, das in den vergangenen Jahren zu einem erklärten Streitthema gehört hat: der Saaser Hort. Das Ende einer fast unendlichen Geschichte scheint mit einem einstimmigen Gutachten des Jugendausschusses nahe zu sein.

Die Fronten waren bislang verhärtet: Die Stadtverwaltung wollte an der Lerchenbühlschule das Kombimodell der offenen Ganztagsschule (OGTS Kombi) einführen. Die Eltern der Saaser Kinder wollten den Hort nicht aufgeben. Die eine Seite der verhärteten Fronten hatte sich vor allem in Carsten Hillgruber, dem Amtsvorgänger von Sozialreferenten Manuela Brozat manifestiert. Brozat bekommt am Montagnachmittag in der Sitzung des Jugendausschusses viel Lob von allen Stadträten, die das Ergebnis, das Brozat in mehreren Gesprächen mit Vertretern der Lerchenbühlschule, der Eltern, der Diakonie als Träger des Hortes erreicht hat.

Umbau mit Mensa-Anbau

Ein Ergebnis, das Brozat in der Sitzung so skizziert: Man favorisiere als Ergebnis von Informationsgesprächen „unter Berücksichtigung pädagogischer und inhaltlicher Aspekte“ die Variante des Umbaus der Lerchenbühlschule, die einen Anbau einer Mensa mit Küche beinhaltet. Um das Projekt vorantreiben zu können, wolle man Planungsmittel nutzen, die bereits 2017 im Haushalt standen. Wie Brozat sagt, wolle man die Eltern des Schulsprengels jetzt noch einmal befragen und das Ergebnis im Frühsommer vorlegen.

Ungewöhnliche, neue Lösung

Sie sei „froh, dass man eine Annäherung erreicht hat“, sagt Bürgermeisterin Beate Kuhn (SPD), die die Sitzung leitete. „Eine ungewöhnliche, neue Lösung, die aber alle gut finden.“ Wesentlichen Anteil, „dass die Never-ending-Story zu einem positiven Ende kommt“, habe die Sozialreferentin selber, sagt Ulrike Lex (CSU). Lex und ihre Fraktionskollegen hatten im Oktober einen Antrag gestellt, so schnell wie möglich eine Hort-Lösung an der Lerchenbühlschule umzusetzen. Es sei „wichtig, dass wir jetzt vorankommen, dass wir Geld einstellen, dass die Container wegkommen“. In den Container und im Schulhaus werden rund 100 Kinder betreut, die den Hort besuchen.

"Zum Wohle der Kinder"

Lob bekommt Brozat auch von Karsten Schieseck (BG). Der BG-Fraktionsvorsitzende Stephan Müller hatte nach einem Gespräch Brozats mit der Fraktion Ende November schriftlich um die Prüfung einer Parallel-Lösung von Hort und OGTS-Kombi gebeten. Schieseck sagt, Brozat habe es geschafft, das Thema zurück auf „eine sachliche Ebene“ zu holen, „zum Wohle der Kinder“.

Erleichterung auch bei Elisabeth Zagel

„Es sind alle erleichtert, dass eine Lösung auf dem Tisch liegt. Kommunikation ist eben immer der Schlüssel zu einer Lösung“, sagt Elisabeth Zagel (SPD). Sie wünsche sich, sagt sie, dass auf dem weiteren Weg „eine Wohlfühlatmosphäre in der Schule geschaffen wird, die Kinder sollten einbezogen werden“, was Ausgestaltung und Farbgebung der Räume angehe.

Zustimmung kommt auch von den Grünen: Tim Pargent sagt, er finde „vor allem die bauliche Lösung gut. Das ist beispielhaft für die Schullandschaft, wie wir sie haben“, sagt Pargent. Dass beide Angebote parallel laufen sollen, sei zu begrüßen.

Beispielhaft nennt auch Christopher Süss (JB) die Lösung: „Es ist gut, dass Konsens besteht für die Doppellösung.“ Und es sei „toll, wie das gelöst wurde. Es sind alle einbezogen worden, das ist beispielgebend für Verwaltungsarbeit“.

Brozat: Schwerpunkt liegt noch vor uns

Wie Manuela Brozat auf Nachfrage von Süss sagt, stünden aktuell Planungskosten von 20 000 Euro im Haushalt für 2018. „Es gibt auch die Idee, dass das Baureferat die Planungen selber übernimmt“, sagt Brozat. Allerdings warnt sie auch vor zu viel Vorfreude: „Der Schwerpunkt der Arbeit liegt noch vor uns. Wobei wir wir mit der Diakonie einen Träger haben, der sehr positiv an dem Projekt mitarbeitet“, wie die Sozialreferentin sagt.

Die Abstimmung zu dem Tagesordnungsordnungspunkt: Formsache. Einstimmig empfiehlt der Jugendausschuss dem Stadtrat, den zweigleisigen Betrieb von Hort und Ganztagsschule zu ermöglichen – und einen Anbau zu planen.

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