Rückzug Lindthaler gibt Ortsvorsitz in der CSU ab

Rückzug von den Parteiämtern: Patrick Lindthaler. Foto: Archiv/red

BAYREUTH. Der CSU-Ortsverband Bayreuth Nord muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen. Der bisherige Amtsinhaber Patrick Lindthaler wird bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag nicht mehr antreten, teilte er am Montag mit.

Es gebe es viele Gründe für seine Entscheidung, die er bereits im August getroffen habe, sagte der 35-Jährige dem Kurier auf Nachfrage und zählt auf: Dass der frühere CSU-Chef Horst Seehofer im Sommer Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik stark unter Druck gesetzt hatte, habe ihn sehr gestört. Er sei immer überzeugt gewesen, dass Merkel hier richtig gehandelt habe, sagte Lindthaler. „Das ist aber nicht gerade die Mehrheitsmeinung in der CSU.“ Das Christliche in der CSU sei immer mehr vernachlässigt worden.

Im CSU-Kreisverband Bayreuth-Stadt habe sich nichts zum Positiven verändert, seit er 2017 in einer Kampfabstimmung gegen Alt-Oberbürgermeister Michael Hohl deutlich unterlegen war, sagte Lindthaler weiter. Er hatte Hohl damals vorgeworfen, dass der Kreisverband „in einer Art Dämmerschlaf“ verharre und die politische Arbeit in Arbeitsgruppen und Ortsvereinen gemacht werde. Und auch im gut 90 Mitglieder starken Ortsverband fühle er sich nicht mehr politisch zuhause.

Seine politische Zukunft nach Abgabe aller Parteiämter sei noch offen, sagte Lindthaler auf die Frage, ob er in der CSU bleiben wolle. Er werde immer ein politischer Mensch bleiben und sich vielleicht stärker in der Kirche engagieren.

CSU-Kreisvorsitzender Michael Hohl wies Lindthalers Kritik zurück. „Seit seiner Niederlage gegen mich war er in keiner Sitzung mehr dabei. Ich halte es für problematisch, Kritik zu üben, aber selbst nicht mitzuarbeiten“, sagte Hohl, der gleichzeitig sein Bedauern über Lindthalers Rückzug äußerte. Der Kreisverband arbeite viel, habe einen erfolgreichen Wahlkampf hinter sich und lege bei den Mitgliedern zu. „Das zeigt, dass die Kritik an den Haaren herbeigezogen ist“, sagte Hohl, der ebenfalls angekündigt hatte, im April nicht wieder für den Kreisvorsitz anzutreten.

In der Presseerklärung, in der er seinen Rückzug ankündigte, dankte Lindthaler denen, die ihn damals mit nur 22 Jahren bei seiner Kandidatur unterstützt hätten: Ilse und Hans Kerner, Walter Nadler und dem mittlerweile verstorbenen Hans Stahlmann sowie Thomas Ebersberger. Er gebe den Staffelstab „auch mit ein bisschen Wehmut weiter. „Wenn man aber merkt, dass es sich nicht mehr ‚richtig‘ anfühlt, was man tut, dann muss man Veränderungen angehen.“

 

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