Ruderstadel-Ruine kann abgerissen werden

Die Ruine des Ruderstadels und das benachnarte Wohnhaus sollten ebgerissen werden, so Bürgermeister Neuß. Foto: Michael Grüner

Zwar hat die Stadt nach zähem Ringen seit dem vergangenen Jahr die Abrissgenehmigung für den alten Ruderstadel, aber so einfach ist die ganze Sache nicht. Ein Abbruch der Brandruine könnte ein direkt angebautes Wohnhaus in seiner Statik gefährden.

Und genau das wird laut Bürgermeister Joachim Neuß im Moment geklärt. Der Abbruch des Ruderstadels könnte das angebaute Wohnhaus in seiner Statik gefährden. Im Moment wird im Rathaus überlegt, ob nicht eine größere Lösung Sinn machen könnte.

Kooperative Gespräche

„Für das Stadtbild und die künftige Nutzung als Hotel wäre es meiner Meinung nach am besten, wenn gleich beide Gebäude abgebrochen werden könnten“, erklärt Neuß auf Anfrage der Redaktion. Unmöglich scheint das Vorhaben nicht zu sein, denn Neuß spricht von „durchaus konstruktiven und kooperativen Gesprächen“ mit der Besitzerin des Nachbargebäudes.

1997 völlig abgebrannt

Der Ruderstadel wurde im Jahr 1997 von einem Brand völlig zerstört. 18 Jahre lang bemühten sich die Familie Ruder mit Unterstützung der Stadt um eine Abbruchgenehmigung. Das Landesamt für Denkmalpflege hielt über Jahre hinweg sein Veto aufrecht, mit der Begründung, dass der Stadel auf den Resten der alten Stadtmauer Auerbachs stehe.

Geändert hat sich bereits jetzt das Umfeld der Brandruine. Der frühere Garten des Hotels direkt an der Alleestraße ist inzwischen vom Bauhof geräumt und als Grünfläche eingesät worden. Und so wird das Gelände auch einstweilen bleiben.

Hotelkomplex ersteigert

Laut Neuß so lange, bis eine endgültige Entscheidung bezüglich des Abbruchs des Ruderstadels getroffen ist. Die Stadt kann im Gegensatz zu den früheren Jahren direkt handeln, weil sie inzwischen den gesamten Hotelkomplex ersteigert hat. Dazu gehören auch die rückwärtigen Gebäude wie der Stadel und die Garagen.

Im Hauptgebäude des „Goldnen Löwen“ wurde in den vergangenen Wochen an der Beseitigung eines Wasserschadens im Zimmertrakt gearbeitet (wir berichteten). Und dabei stellte sich laut Neuß heraus, dass die Folgeschäden, nämlich der Schimmelbefall, viel weiter fortgeschritten war als ursprünglich angenommen. „Nach Ausbau des Inventars und Beseitigung von Böden und Tapeten wurde immer noch ein drastisch erhöhtes Sporenaufkommen festgestellt“, erklärt Neuß zur Sachlage in der inzwischen der Stadt gehörenden Immobilie.

Um dem Problem Herr zu werden, musste eine Fachfirma in den befallenen Hotelzimmern auch sämtliche Böden und Decken ausbauen. Und das praktisch bis zum „Gerippe“ des Gebäudes. Neuß: „In zwei Zimmern zwischen zweiter und dritter Etage ist nur noch die Balkenlage zu sehen.“ Aber hier hat der Schimmel noch nicht zugeschlagen. Die Balken seien laut Bürgermeister noch nicht befallen und können erhalten werden.

Unabhängig von der Beseitigung der Folgen des Wasserschadens arbeitet die Rathausverwaltung laut Neuß an einem Nutzungskonzept für den „Goldnen Löwen“ als Rathaus. Dabei geht es vor allem um die Strukturierung der Räume, den Brandschutz samt Fluchtwege und die Installation. Diese Maßnahmen will der Bürgermeister noch in diesem Jahr im Stadtrat beraten lassen. Die Ertüchtigung des Gebäudes soll dann im Frühjahr über die Bühne gehen. Der Umzug des Rathauses in den „Goldnen Löwen“ ist für Mitte nächsten Jahres geplant.

Ob das Inventar des früheren Hotels versteigert wird – so wurde schon überlegt – ist laut Neuß noch nicht sicher. „Wir sprechen derzeit entsprechende Auktionshäuser an.“

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