Robert-Kragler-Schule Creußen Rektor Deinzer geht in Ruhestand

Rektor Richard Deinzer wird am Freitag in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Ralf Münch

CREUSSEN. „Das freundliche Lächeln der Kinder wird mir schon fehlen“, sagt Richard Deinzer. Der 65-jährige Rektor der Robert-Kragler-Schule in Creußen wird am kommenden Freitag in den Ruhestand verabschiedet.

Eine kleine Träne im Augenwinkel habe er, sagt er. Es war immer ein herzliches, freundschaftliches Miteinander, sowohl mit den Kollegen, als auch mit den Schülern und Lehrern. Aber alles habe seine Zeit und jetzt komme eben ein neuer Lebensabschnitt. „Jetzt stehen nicht mehr die Pflichten und die Verantwortung des Berufes an erster Stelle“, sagt Deinzer, „jetzt kann ich mal ausruhen und das ist in Ordnung.“ Aber er müsse sich auch drauf einstellen, seine Tage neu zu strukturieren.

Sechs Jahre Auslandsschuldienst

Nach dem Abitur in Eschenbach und der Bundeswehr in Amberg und Bayreuth studierte Deinzer in Bayreuth Lehramt an Volksschulen. Danach folgten Stationen in Neudrossenfeld, Kulmbach, St. Georgen Bayreuth, Weidenberg, am Heilpädagogischen Zentrum, an der Gesamtschule Hollfeld und am Staatsinstitut für Förderlehrer in Bayreuth. Für sechs Jahre war Deinzer im Auslandsschuldienst in Lima. „Ich wollte meinen schulischen Horizont erweitern“, erklärt er. Es war eine Herausforderung und auch Freude, an der deutschen Alexander-von-Humboldt-Schule zu unterrichten. Was war der Unterschied zum Unterricht in Deutschland? „Man war mehr ein Teil der Schulfamilie“, sagt Deinzer. Im Ausland rücke man näher zusammen, mit Eltern, Schülern und Lehrern. Es war bilingualer Unterricht, die Schüler waren Deutsche, Kinder von Deutschstämmigen und Peruanern. Für Deinzer hieß das, in kurzer Zeit Spanisch lernen zu müssen. Etwas Vorwissen hatte er schon, intensiven Unterricht gab es dann vor Ort. Sind die Kinder in Peru anders als in Deutschland? „Nein“, sagt Deinzer, „Kinder sind überall gleich, da gibt es keinen Unterschied.“ Unterrichtet hat er hauptsächlich die dritte und vierte Jahrgangsstufe, war aber auch bis zur neunten Klasse eingesetzt.

Konrektor an der Altstadtschule

Als er wieder in Deutschland zurück war, wollte Deinzer weiterkommen im Beruf. Nach einer Station in Speichersdorf wurde er dann Konrektor an der Altstadtschule in Bayreuth, bevor er eben 2010 Rektor in Creußen wurde. „Ich wollte nach Creußen, weil es hier alles gab, Grund- und Mittelschule“, erklärt er. Damals waren es 330 Schüler, die Grundschule mehrzügig, die Mittelschule einzügig in jeder Jahrgangsstufe. 2013 gab es dann die letzte fünfte Klasse, 2016 den letzten Quali. Jetzt sind es 220 Grundschüler. „Und das ist stabil“, sagt Deinzer. Für ihn war es nicht einfach, als nach und nach die Mittelschule wegfiel. Aber das sei die Konsequenz, wenn sich die Viertklässler schon für die weiterführenden Schulen festlegen müssen. Und die Übertrittsquote sei immer sehr gut, außerdem hätten sich viele Schüler für die Ganztagsklassen in Pegnitz entschieden.

Schülerbücherei erneuert

Deinzer ist zufrieden mit dem, was in seiner Zeit alles passiert ist. Die Schülerbücherei wurde erneuert, die Lernwerkstatt und die Mittagsbetreuung entstanden, es gibt Laptops und Tablets für die Schüler, das gesamte Mobiliar wurde erneuert und demnächst soll es interaktive Tafeln geben. Wichtig ist Deinzer auch die Schultheatergruppe, die seit acht Jahren aktiv ist. „Hier können sich die Kinder auch mal auf einer anderen Bühne zeigen“, betont Deinzer. Das wäre für viele mal wichtig.

Haus ist wohl geordnet

Warum wollte er überhaupt Lehrer werden? Deinzer überlegt: „Eigentlich hatte ich schon immer den Wunsch, mit Kindern zu arbeiten.“ Und er hat seine Entscheidung nie bereut. Unterrichten und Erziehen machen ihm immer noch Freude. Und in den Ruhestand geht er jetzt auch gelassen, weiß, dass sein Haus wohl geordnet ist. Die Rektorenstelle ist ausgeschrieben, soll im September neu besetzt werden. Bis dahin führen Konrektorin Kerstin Asen und kommissarisch Johanna Bergmann die Geschäfte. Unterstützt werden sie dabei von der Rektorin der Grundschule Pegnitz, Tanja Engelbrecht. „Ich werde aber diese Woche bis zum letzten Tag arbeiten und zuversichtlich in den neuen Lebensabschnitt gehen. Das wird spannend“, sagt Deinzer.

 

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