Ritter rechnet mit den "Stänkerern" ab

Bürgermeister Georg Ritter (Archivbild) ging auf der Bürgerversammlung in Fichtelberg in die Offensive. Und rechnete mit seinen Gegnern ab. Doch er war auch mit einem großen Informationsbedürfnis der Bürger konfrontiert. Foto: Archiv/Ronald Wittek

Das Informationsbedürfnis in Fichtelberg scheint groß zu sein. Zwar war der Besuch bei der jährlichen Bürgerversammlung in der Turnhalle so wie immer. Aber Bürgermeister Georg Ritter hatte im Vorfeld nicht weniger als 107 Fragen zugestellt bekommen - von zwei Bürgern. Ritter selbst nutzte die Gelegenheit, mit seinen Gegnern, oder, wie er sie nannte, den "Stänkerern im Dorf" abzurechnen.

Ritter nahm sich verschiedene "Gerüchte" vor, die "dem Dorf schadeten". Und er machte deutlich: "Ich mag es nicht, wenn man persönlich wird." Zu den Gerüchten, die er scharf zurückwies, gehörten die Behauptungen, er bekomme 8000 Euro im Monat (es seien 5500 brutto), die Gemeinde zahle ihm sein Auto und seine Kleidung (beides falsch). In die Kritik bezog Ritter auch den Nordbayerischen Kurier ein, der diesen Leuten anonym ein Forum biete. (Zum Hintergrund: Auf der Internetseite des Nordbayerischen Kurier haben Abonnenten die Möglichkeit, Berichte zu kommentieren, ohne zwangsläufig den eigenen Namen zu nennen, wie es bei einem Leserbrief Pflicht ist. Diese Möglichkeit wird bei Berichten aus Fichtelberg auch rege genutzt).

Ausführlich ging Ritter auf einen Versuch ein, "eine Existenz zu vernichten." Ein Mitarbeiter der Gemeinde werde "wegen einer privaten Familienfehde denunziert". Der Bürgermeister zählte die vielfältigen auch außerdienstlichen Verdienste des Mitarbeiters auf. Ritter rief auf: "Diese Stänkerer sind eine Minderheit. Da dürfen wir nicht zuschauen."

Wiederaufbau der Therme: Hier konnte Ritter wenig Neues melden. Konkrete Aussagen zum Wiederaufbau habe es von Kristall nicht gegeben, außer dass man Weißenstadt beobachten wolle, um fallweise in Fichtelberg ein alternatives, ergänzendes Angebot umzusetzen. Bei den im Raum stehenden Forderungen von Kristall an die Gemeinde wolle man in jedem Fall eine Lösung ohne gerichtliche Auseinandersetzung. Auf die (auch schon im Gemeinderat gestellte) Frage von Hans-Georg Braun, ob die Gemeinde über das Thermengrundstück verfügen könne, wenn es nicht zum Wiederaufbau kommt, sagte Ritter, die sei nicht der Fall.

Baustelle Brücke Chamottewerk: Hier ist womöglich kommenden Donnerstag wieder freie Fahrt, so Ritter. Ab kommenden Montag solle asphaltiert werden. Bisher sei das Projekt noch im Kostenrahmen, trotz mehrere unvorhergesehener Probleme.

Abwasser Hüttstadl: Das Projekt koste 1,2 Millionen Euro, Baubeginn soll nach den Osterferien sein, Ende 2017 soll die neue Anlage laufen. Am 17. Januar, 19 Uhr, findet in der Gaststätte Waldfrieden für die betroffenen Bürger eine eigene Informationsveranstaltung statt. Manuela Hornung fragte in diesem Zusammenhang, ob Fichtelberger Bürger für die Investitionen in Hüttstadl mitzahlen müssten. Dies verneinte Ritter: Es seien zwei getrennte Anlagen, die auch getrennt abgerechnet würden.

Einwohnerzahlen: Sie sanken binnen eines Jahres von 2133 auf 2069. Es gab 24 Sterbefälle, 14 Geburten, 170 Wegzüge und 116 Zuzüge. In diesen Zahlen spiegelt sich jedoch auch wieder, dass die Zahl der Asylbewerber in Fichtelberg im Jahresverlauf deutlich gesunken ist.

Tourismus: Neun Prozent mehr Übernachtungen gab es in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, und zwar über alle Betriebe hinweg. Ritter führte dies auch auf das gute Angebot von nicht weniger als 13 Gaststätten im Ort zurück: "Das kann sich weit und breit sehen lassen."

Ortsentwicklung/Städtebauförderung: Im Frühjahr soll eine Ortsentwicklungsgruppe gegründet werden, bei der sich auch die Bürger beteiligen können und sollen.

Schulden: Derzeit hat die Kommune 2,8 Millionen Euro Schulden, verglichen zu 7,5 Millionen Euro vor acht Jahren. Auch die Kassenkredite wurden deutlich reduziert. Hinzu kommen andererseits 3,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten der Abwasser-GmbH und 280.000 Euro der FFE (das sind im Wesentlichen Kosten, die im Zusammenhang mit dem einst geplanten Kangalfischzentrum entstanden). Auf der Habenseite sind bei der Vehstiftung Erträge von fast 100.000 Euro aufgelaufen. Zum Stitfungszweck gehören Kultur- und heimatpflege, die Fassung der Ahornquelle, Unterstützung Bedürftiger und eine Ortschronik. Folgerichtig war Geld aus der Stiftung auch für die am Mittwoch vorgestellte Schulchronik (Bericht folgt) verwandt worden.

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