Riesiger Gaudiwurm

Wurde der Faschingsumzug im Wiesentstädtchen im vergangenen Jahr schon zu Grabe getragen, war es heuer der seit Menschengedenken bisher größte Gaudiwurm.

So jedenfalls nach Meinung alt eingesessener Waischenfelder. Immerhin beteiligten sich neun Gruppen am Umzug, den rund 800 Schaulustige bestaunten. Die Verlegung von Faschingsdienstag auf Rosenmontag hat sich somit rentiert. Angeführt wurde der Zug von Bürgermeister Edmund Pirkelmann, Immobilienmakler Edgar Klaus und NPD-Mann Janus Nowak. Dabei spielte die Gruppe, die sich „Bunt satt Braun“ nannte, auf den Verkauf des Gasthofes Polsterbräu in Nankendorf und auf die Verhinderung eines NPD-Wirts durch die Stadt an. Nowak, gemimt von Tourismuschef Adolf Hofmann, meinte jedoch auf seinem großen Geldkoffer dazu: „Ein Braunbierhaus ist doch gut, euch fehlt dazu nur etwas Mut!“

Kritik an Schutzzäunen

Der Ballsportverein Schönfeld geißelte hingegen die Juragruppe, die Bürgermeister Pirkelmann und Karin Barwisch sowie Juragruppen-Geschäftsführer Hans Hümmer mit Sprüchen wie: „Die Aasgeier von der Juragruppe ziehen weiter ihre Runden – Quelle verseucht oh weh – ein neues Opfer gefunden.“ Die Feuerwehr Rabeneck kritisierte die zahlreichen Felssicherungsmaßnahmen in der Fränkischen Schweiz. Hinter Gittern ist nun das Kletterparadies Fränkische Schweiz, meinten die Bauarbeiter der Wehr auf ihrem Motivwagen. Glasfaser und somit schnelles Internet für alle. Dafür wollen die Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft Hannberg sorgen, die als Breitbandverlegespezialisten angerückt waren. Weil unsere Politiker Deutschland gegen die Wand fahren, ziehen die „Asfölder“ aus Ober- und Unterailsfeld lieber ins Disneyland um und hatten ein ganzes Traumschloss mit Micky Maus und Co. gebaut. Mit der Lokomotive Emma von Jim Knopf von der Augsburger Puppenkiste waren die Mitglieder der Landjugend Haßlach über den Berg nach Waischenfeld gedampft. Im Schlepptau mit den Marionetten der Puppenkiste und den Soldaten der Blechbüchsenarmee.

Bonbons und Papierschnipsel

Die Feuerwehr Waischenfeld hatte gleich zwei Wagen mitgebracht. Einmal den Biergarten zum Bierkönig und dahinter ein Wagen voller alter Holzbierfässer, hinter dem einige betagte Bierwanderer liefen, die von den Bierköniginnen angeführt wurden. „Ballermann ade – Bierweg juhe“, war auf einem ihrer Plakate zu lesen. Sie spielten damit darauf an, dass die Bierwanderungen immer mehr zum Ballermann verkommen. Die Pleite gegangene Air Berlin nahm der Gesangverein Breitenlesau auf die Schippe. Sie gründeten daher als Flugkapitäne kurzerhand die „Air Bradn“, die sich im Landeanflug auf Conny Krugs Tanzcenter befand. Mit dabei auch die Villa Kunterbunt aus Hubenberg mit ihren Ponys vom Reiterhof Möller. Von den Wagen flogen nicht nur jede Menge Bonbons und Gummibärchen, sondern auch unzählige Klopapierrollen und Papierschnipsel, was die Stadtreinigung sicher freuen wird. Für den richtigen Takt sorgten die verkleideten Musiker des Musikvereins Waischenfeld.

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