Reform der Platzgruppen und Eintrittspreise Festspiele: Viele Plätze werden teurer

Am Mittwoch erlosch das Feuer endgültig: Mit der „Walküre“ in der Inszenierung von Frank Castorf endete die Festspielzeit. Foto: Bayreuther Festspiele/Enrico Nawrath

BAYREUTH. Am Mittwoch fiel der letzte Vorhang: Für die „Walküre“ der Castorf-Inszenierung und somit auch für die letzte Vorstellung der Festspielsaison 2018. Doch bekanntlich ist nach den Festspielen vor den Festspielen. Und so können bereits ab 7. September online Karten für die Festspiele 2019 bestellt werden. Die Bearbeitung der Bestellwünsche beginnt freilich erst ab November, wie Pressesprecher Peter Emmerich im Gespräch mit dem Kurier mitteilte.

Wer Karten bestellen will, muss sich künftig allerdings mit einer neuen Struktur der Platzgruppen und auch der Eintrittspreise befassen. Gab es bislang mehr als 40 Platzkategorien und 24 Preiskategorien, so wird deren Anzahl nun auf jeweils elf reduziert. Der Saalplan wird somit übersichtlicher. Die Platzgruppen legen sich quasi hufeisenförmig über das Parkett, so wie das auch an vielen anderen Opernhäusern üblich ist. Neben der besseren Übersichtlichkeit nennt Emmerich ein weiteres Ziel der Reform: Dadurch, dass nun in jeder Platzgruppe mehr Tickets zur Verfügung stehen, soll sich die Wartezeit für die Kunden verringern. In bestimmten Kategorien, etwa auf dem Balkon, gab es bislang nur sehr wenige Plätze, die zumeist schnell verkauft waren. Wer hier gezielt bestellt hat, ging oft leer aus und konnte dann sein Glück erst wieder im darauffolgenden Jahr versuchen.

Randplätze deutlich teurer

Die Preise verändern sich teils moderat, teils drastisch. Künftig soll ein Platz in der ersten Reihe Balkon Mitte statt bislang 210 Euro nun 200 Euro kosten. In die entgegengesetzte Richtung geht es allerdings zum Beispiel auf vielen Randplätzen im Parkett: Für Tickets, die bislang zwischen 150 und 250 Euro kosteten, muss man künftig 290 Euro hinblättern. Auf einigen Plätzen bleiben die Preise unverändert. Alles in allem können die Festspiele mit dieser Reform ihre Einnahmen aus dem Kartenverkauf erhöhen. Will sagen: Für die Besucher wird’s teurer. Betrug der Durchschnittspreis pro Karte heuer 213 Euro, so wird dieser 2019 bei 227 Euro liegen. Neu wird im kommenden Jahr auch sein, dass die bereits gedruckten Karten personalisiert sein werden, also den Namen des Besuchers enthalten werden. Wie schon in diesem Jahr, soll es auch 2019 wieder 32 Aufführungen geben. Zuvor waren es seit dem Jahr 1966 pro Saison 30 Aufführungen. Wie bereits berichtet, wird die Festspielsaison 2019 mit einer Neuinszenierung des „Tannhäuser“ am 25. Juli eröffnet. Die musikalische Leitung übernimmt Valery Gergiev. Regie wird Tobias Kratzer führen, Bühne und Kostüm werden von Rainer Sellmaier gestaltet. In den Hauptpartien sind Stephen Gould (Tannhäuser), Lise Davidsen (Elisabeth), Stephen Milling (Landgraf Hermann), Markus Eiche (Wolfram von Eschenbach) und Ekaterina Gubanova (Venus) zu erleben.

Der Spielplan wird komplettiert durch „Lohengrin“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“. Diese beiden Produktionen stehen 2019 letztmals auf dem Festspielprogramm. Als Elsa werden im „Lohengrin“ Krassimira Stoyanova und Anna Netrebko in Bayreuth debütieren.

Gute Nachricht auch für alle Fans von Barrie Koskys „Meistersinger“-Inszenierung: Laut Peter Emmerich wird unter der musikalischen Leitung von Philippe Jordan auch 2019 wieder der Großteil der heuer teils frenetisch gefeierten Sängerriege auf der Bühne des Festspielhauses stehen.

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