Redoutenhaus: Später fertig als geplant?

Die Markisen hängen noch, die einst ein Hinweis auf das Opern-Café waren. Hinter den Mauern tut sich: nichts. Am Welterbe-Zentrum, das in dem Gebäude für 4,8 Millionen Euro entstehen soll, wird noch geplant. Foto: Archiv/Andreas Harbach

An der Eröffnung des Weltkulturerbes Markgräfliches Opernhaus im April kommenden Jahres wird nicht mehr gerüttelt. Die Sanierung läuft. Und sie läuft im Plan. Allerdings sieht es mit der Eröffnung des benachbarten Welterbezentrums im Redoutenhaus anders aus. Von einer Baugenehmigung - und dem damit verbundenen Bau - ist man aktuell noch weit entfernt.

Immer noch halten am Anfang der Opernstraße die Passanten an. Vor allem die Besucher aus anderen Städten, die das Bayreuther Opern-Café kennen und bei ihren Besuchen immer wieder angesteuert haben. Auf den ausgeklappten Markisen steht auch noch Opern-Café. Doch dahinter: Leere Fenster. Und kein Hinweis darauf, was hier einmal entstehen soll. "Für ein Welterbe eigentlich ein No-go", wie es beispielsweise Kurier-Leser Klemens Böhmer in einer Mail an unsere Zeitung nennt.

Umbau beginnt Mitte 2018, sagte Söder

Hinter den derzeit noch leeren Fenstern des Redoutenhauses sollte eigentlich zwei Jahre nach der Eröffnung des Welterbes Opernhaus das dazugehörige Welterbezentrum eröffnen. Den Planungsauftrag hatte der bayerische Finanzminister Markus Söder im März vergangenen Jahres in Bayreuth erteilt. Das Ziel damals: Auf den Planungsauftrag folge eine einjährige Planungsphase. "Dann kommt die Ausschreibung. Mitte 2018 wird der Umbau beginnen, 2020 wird es fertig", hatte Söder im März 2016 gesagt.

Personeller Ausfall warf Planungen zurück

Jetzt ist September 2017. Von der Bayerischen Schlösserverwaltung bekommt man auf Anfrage, wie sich denn das Redoutenhaus entwickle, folgende Auskunft: "Die Planung zum zweiten Bauabschnitt der großen Baumaßnahme Instandsetzung des Markgräflichen Opernhauses mit Redoutenhaus läuft." Auf Nachfrage sagt die Pressesprecherin der Schlösserverwaltung, Cordula Mauß: "Wir kämpfen derzeit mit einem langfristigen personellen Ausfall, der im vergangenen Jahr nicht absehbar war. Gleichwohl arbeiten wir an diesem wichtigen Thema." Man sei "noch in der wichtigen Abstimmung von Belangen der Baugestaltung und des Museumsbetriebs. Erst danach kann die Haushaltsunterlage Bau erstellt werden, die Voraussetzung für einen Bauauftrag wäre", sagt Cordula Mauß.

Baukosten sollen gleich bleiben

Was den Schluss zulässt, dass ein Baubeginn Mitte kommenden Jahres, wie geplant, nicht mehr zu halten sein dürfte. Was gleich bleiben soll: die Baukosten. 4,8 Millionen Euro soll der Bau des Welterbezentrums kosten. "Dazu gibt es nichts Gegenteiliges", sagt Mauß.

Restaurierung des Opernhauses im Plan

Im Plan sei die Restaurierung des Opernhauses. Das Haus, das derzeit für jeglichen Besuch gesperrt ist, werde rund 32,3 Millionen Euro gekostet haben, wenn es am 12. April eröffnet wird. Die Ausführung laufe wie geplant. Aktuell sei "die Logen-Vorderseite im ersten Rang und im Parkettbereich in Bearbeitung", der Restauratoren. Parallel dazu werde der Innenausbau sowie der Einbau der Bühnentechnik voran getrieben. Außerdem werde die Bestuhlung gebaut. "Der rekonstruierte Bühnenprospekt wird im Herbst abgeschlossen und anschließend montiert", weil die einst geänderte Öffnung der Bühne an das barocke Vorbild angepasst worden war.

Söder: Jetzt wird geplant

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