Rechtsanwalt soll Frage der Verantwortung für das ausgelaufene Heizöl beschleunigen Heizöl im Boden: Wer bezahlt Schäden?

Ölschaden in Mistelgau

Die Verunreinigung von Gemeindegrund durch Heizöl in der Eckersdorfer Straße bereitet Bürgermeister Karl Lappe und dem Gemeinderat derzeit viel Kopfzerbrechen. Nach ersten Schätzungen dürfte sich der Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich bewegen.

Die nicht enden wollende Geschichte begann am 20. Oktober 2016 mit Kanalbauarbeiten auf der Kreisstraße für den Anschluss des gegenüberliegenden Werkstatt-Neubaus. Bei der Gemeinderatssitzung wurde das ganze Dilemma durch den Geologen Ralf Wiegand vom Ingenieurbüro für Hydro-Geologie und Umweltschutz Piewak und Partner aus Bayreuth vor Augen geführt. Der Fachmann kritisierte dabei vor allem die gegnerische Versicherung und deren Gutachter, die mit fachlichen Diskrepanzen das Verfahrens verzögerten. So steht der Kanal seit über einem halben Jahr offen. Wiegand empfahl der Gemeinde einen Rechtsbeistand. „Anders bewegen sich manche Versicherungen nicht.“ Der Bürgermeister wird nun einen Rechtsanwalt beauftragen, der gegen die Versicherung und gegen den Anwohner klagen soll.

Ingenieurbüro hat geprüft

Es sei keine einfache Geschichte, so der Bürgermeister, der bestätigte, dass nach Meinung des Ingenieurbüros Piewak und Partner das auslaufende Heizöl aus dem Keller für die Verunreinigung verantwortlich ist. Dies wurde zunächst vom Gutachter der Versicherung verneint. Beim Aufgraben für den Kanalanschluss im Herbst 2016 wurde Öl festgestellt. Die Baufirma informierte umgehend die Fachbehörden und das Ingenieurbüro. Die Gemeinde als Besitzer der circa 40 Meter langen und etwa fünf Meter breiten Fläche sei erst danach verständigt worden.

Aufwendige Entsorgung

Aufwendig wurde der Gemeindegrund saniert und die nur sehr schwer abbaubaren Mineralölkohlenwasserstoffe entsorgt. Öl verursacht in Böden und Gewässern starke Verseuchungen. Die Spur habe schließlich zum Kellereintritt des angrenzenden Anwesens geführt. Verunreinigt war vor allem der Sand und Split im Bereich des Kanals. Das darunterliegende Tongestein habe eine weitere Verschmutzung verhindert. Die bisherigen Kosten bezifferte der Bürgermeister auf rund 30 000 Euro. Allerdings stehe ein Großteil der Forderungen noch aus. Kritik übte er am Verhalten der gegnerischen Versicherung, deren Gutachten über Monate auf sich warten habe lassen.

Geologe Ralf Wiegand geht davon aus, dass bis zu 300 Liter Heizöl ausgelaufen sein könnten. Deutlich kritisierte er Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt, die die selbstständigen Sanierungsarbeiten des Hausbesitzers nicht verhindert hätten. „Damit wurden Nachweise über die Verunreinigung verschleiert.“ Zweiter Bürgermeister Heinrich Richter (CSU) wunderte sich darüber und meinte, dass sonst, wenn irgendwo ein Paar Liter Öl auslaufen, ein Riesenaufstand gemacht werde.

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading