Raser vor Gericht Strafe für ein Autorennen

Ein junger Fahrer stand nun vor Gericht, weil er sich auf der Autobahn bei Bayreuth mit einem Kollegen ein Rennen lieferte. Foto: Martin Schutt, dpa-Archiv

BAYREUTH. Weil er auf der A 9 bei Bayreuth mit einem Tempo von über 170 Sachen in einen Baustellenbereich hineinfuhr, wurde ein 21-jähriger Mann jetzt vor Gericht gestellt. Der Vorwurf lautete: Durchführen eines verbotenen Autorennens.

Es waren zwei identische Autos, die am 1. Februar um 14.45 Uhr kurz vor der Anschlussstelle Bayreuth-Nord an einem Videoüberwachungsfahrzeug der Bayreuther Verkehrspolizei vorbeischossen. Die Beamten in dem nicht als Polizeiauto zu erkennenden Wagen war gerade auf dem Rückweg zu ihrer Dienststelle in Oberkonnersreuth, als sie die zwei Raser auf der linken Überholspur bemerkten.

Die Wagen der Marke Seat, beide mit einem für eine Autovermietung ausgegebenem Kennzeichen fuhren knapp hintereinander. Der Polizist, der den Überwachungswagen fuhr, sagte als Zeuge vor Gericht: „An der Stelle, wo die uns überholten, war eine Baustelle angekündigt, die Fahrbahn wurde auf zwei Spuren verengt. Die wechselten auf den letzten Drücker auf die mittlere Spur und sind mit 190 oder 200 Sachen durch den Baustellenbereich gejagt.“

Hinter der Einhausung gestellt

Hinter der Einhausung stellten die Verkehrspolizisten die beiden Fahrer. Das während der Verfolgung aufgenommene Video der beiden führte zu Strafverfahren. Der ältere Fahrer, der vorneweg gefahren war, bekam einen Strafbefehl von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro und sechs Monate Führerscheinentzug.

Der Jüngere legte Einspruch gegen seinen Strafbefehl ein, so dass es nun zum Prozess bei Strafrichter Alois Meixner kam. Hier gestand der junge Mann die Raserei ein. Er und sein Kollege seien für die Autovermietung auf Überführungsfahrt gewesen und sollten die Seats von Leipzig nach Nürnberg bringen.

Absprache nicht notwendig

Seine Verteidigerin Susanne Zoch bestritt aber, dass es zwischen dem Angeklagten und seinem Kollegen eine Absprache oder eine Wette gegeben habe, wer zuerst in Nürnberg sei. Dem entgegnete Richter Meixner, dass dies an dem Straftatbestand des verbotenen Autorennens nichts ändere.

Hintergrund: Der erst jüngst aufgrund illegaler Autorennen eingeführte Tatbestand des Paragrafen 315d des Strafgesetzbuches definiert als ein illegales Rennen nämlich auch grob verkehrswidriges und rücksichtloses Fahren zum Zweck, eine „höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“. Das „Rennen“ braucht also keine Absprache.

Die Anwältin erklärte, ihr Mandant habe sofort den Bescheid der Bußgeldstelle von 1200 Euro gezahlt und auch seinen Führerschein vor drei Monaten freiwillig abgegeben. Sie habe Einspruch eingelegt, weil sie eine Gleichbehandlung der zwei Raser als ungerechtfertigt ansehe: Der ältere Fahrer sei nämlich verkehrsrechtlich bereits vorbestraft gewesen.

Fahreignungstest droht

Deshalb bekam der 21-Jährige eine etwas geringere Strafe als sein Rennpartner: 40 Tagessätze und ein dreimonatiges Fahrverbot.

Hat er das geleistet, ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dem jungen Mann wird aller Wahrscheinlichkeit die Führerscheinverwaltung auf den Leib rücken und gegen ihn einen medizinisch-psychologischen Fahreignungstest anordnen.

 

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