Rainer-Markgraf-Preis 10.000 Euro für das Fablab Bayreuth

Preisträger und Jury des Rainer-Markgraf-Preises auf einen Blick (von links): Stiftungs-Geschäftsführer Florian Prosch, Ralf Schmitt vom Tropenhaus in Tettau, Stiftungsratsvorsitzende Irene Markgraf, Yomettin Soybaba und Arnulf Daum vom Fablab in Bayreuth und Stiftungsvorstand Manfred Thümmler. Foto: Markus Roider

BAYREUTH. Der Termin war natürlich alles andere als zufällig gewählt. 62 Jahre wäre der 2015 überraschend gestorbene Bauunternehmer Rainer Markgraf am Mittwoch (14. November) geworden. Und so wurde der nach ihm benannte Preis an diesem Tag erstmals verliehen – an das Fablab in Bayreuth und Ralf Schmitt, die treibende Kraft hinter dem Tropenhaus in Kleintettau im Frankenwald.

Der Pavillon am Markgraf-Firmensitz in Bayreuth war gut gefüllt, als Florian Prosch zur Tat schritt. Schließlich war nicht nur ein Preis, sondern richtig viel Geld zu verteilen. Wobei – gleich bei der Premiere wurde der Rainer-Markgraf-Preis entgegen der eigentlichen Intention geteilt. „Wir haben uns in der Jury einfach nicht einigen können, auch weil es zwei außergewöhnliche Kandidaten waren“, sagte Prosch, der das Auswahlgremium zusammen mit der Witwe von Rainer Markgraf, Irene Markgraf, und dem Ex-Bürgermeister von Pegnitz, Manfred Thümmler, bildet. Und so gingen je 10.000 Euro an das Fablab in Bayreuth und in den Frankenwald, die sich gegen rund 40 Konkurrenten durchgesetzt hatten.

Ohne öffentliche Zuschüsse

Ein Betrag, über den sich der Vorsitzende des Fablab-Fördervereins, Yomettin Soybaba, richtig freut. Schließlich müssen er und seine Mitstreiter das Projekt ohne öffentliche Zuschüsse am Leben erhalten. Ein Umstand, den Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe in ihrer Laudatio besonders herausstellte. „Sie rufen nicht nach Förderung, sie kümmern sich selber“, sagte sie. Was für Soybaba aber auch bedeutet: „Wir leben von der Hand in den Mund.“ Vor allem Spenden aus der Wirtschaft halten den Laden seit der Gründung 2013 am Laufen.

Neue Ausstattung

Und da sind die 10.000 Euro hoch willkommen. „Die werden gleich wieder in unsere Ausstattung gesteckt“, sagte Soybaba. Die Ausstattung besteht aus Computern, 3-D-Druckern, Laser-Cuttern oder auch programmgesteuerten Stickmaschinen. Und die werden im Sinne eines offenen Zugangs von Jung und Alt, von Schülern, Auszubildenden und Studenten, aber auch von Ingenieuren oder jungen Unternehmern genutzt. Zwei Mal in der Woche ist das Fablab abends geöffnet. Hinzu kommen Workshops und Veranstaltungen für Schulklassen, bei denen junge Leute an die digitale Welt herangeführt werden.

Ideeller Wert

Aber auch ideell hat der Preis für Soybaba einen hohen Wert, obwohl es nicht die erste Auszeichnung für das Fablab ist. Denn: „Man konnte sich ja nicht bewerben, sondern musste vorgeschlagen werden.“ Was Oberbürgermeisterin Merk-Erbe übernahm. Denn sie ist überzeugt: „Sie haben das verdient.“

Papayas aus dem Frankenwald

Das gilt auch für Ralf Schmitt, der mit dem Tropenhaus in Kleintettau eine Idee des Glasfabrikanten Carl-August Heinz vorantreibt und so auch dafür sorgt, dass der kleine Ort mittlerweile bayernweit, wenn nicht sogar bundesweit bekannt ist und Interessierte von überall anzieht. Mit der Abwärme aus der Glasfabrik Heinz wird dort ein Gewächshaus mit 100.000 Quadratmetern beheizt, in dem im vergangenen Jahr unter anderem 1,4 Tonnen Papayas geerntet wurden.

Die Region voranbringen

Und so fiel es auch Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz nicht schwer, beide Preisträger zu würdigen. Weil sie zwei für Oberfranken „eminent wichtige Themenfelder voranbringen: die Digitalisierung und die Attraktivität unserer Innenorte sowie des Tourismus.“ Den verstorbenen Rainer Markgraf und seine Familie lobte sie zudem für die Entscheidung, die nach ihm benannte Stiftung ins Leben zu rufen, weil sie sich zum Ziel gesetzt habe, die Region voranzubringen.

600.000 Euro im Jahr

Auch Irene Markgraf erinnerte an das erklärte Anliegen ihres Mannes, seine Heimat Oberfranken und Oberpfalz zu stärken. Diesen Zweck erfülle die Stiftung mittlerweile, indem pro Jahr Projekte mit bis zu 600.000 Euro unterstützt würden. Außerdem garantiere sie den Fortbestand des Familienunternehmens mit seinen mittlerweile gut 950 Mitarbeitern.

 

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