Raiffeisenbanken Hollfeld und Heiligenstadt fusionieren

Sie führen die Raiffeisenbanken Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß und Heiligenstadt in die Fusion – die Vorstände (von links) Martin Wretschitsch, Heiko Dippold, Reinhard Dölfel und Peter Lang. Foto: Stefan Schreibelmayer

HOLLFELD /HEILIGENSTADT. Die Fusionswelle bei den Genossenschaftsbanken geht weiter. Jetzt wollen sich die Raiffeisenbanken Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß und Heiligenstadt zur Raiffeisenbank Fränkische Schweiz zusammenschließen. Damit entsteht ein Institut mit einer addierten Bilanzsumme von gut 270 Millionen Euro, für das man für die nächsten rund zehn Jahre eine stabile Prognose stellen könne, sagen die Vorstände Peter Lang, Heiko Dippold (beide Hollfeld), Reinhard Dölfel und Martin Wretschitsch (beide Heiligenstadt).

Die Stimmung war sichtlich gelöst beim Pressegespräch in der Raiffeisenbank in Hollfeld. Seit etwa einem Dreivierteljahr sprechen die Vorstände der Raiffeisenbanken Hollfeld-Waischenfeld-Aufseß sowie Heiligenstadt jetzt über eine Fusion. Und sie sind sich einig, dass das der richtige Weg ist. Nicht nur, weil sich Peter Lang, Heiko Dippold (beide Hollfeld), Reinhard Dölfel und Martin Wretschitsch (beide Heiligenstadt) persönlich gut verstehen, sondern weil sie fest davon überzeugt sind, dass ihre Häuser gut zueinander passen. Mit der neuen Größe könne man zum Beispiel größere Unternehmen bei ihren Investitionen mit Krediten begleiten und damit auch auf neue gewerbliche Kunden aktiv zugehen. Außerdem grenzen die Marktgebiete direkt aneinander, und auch die Kundenstruktur ist in der ländlich geprägten Gegend ähnlich.

Fränkische Schweiz - Gegend gibt den Namen

Eine Gegend, die dem neuen Institut den Namen geben wird. Raiffeisenbank Fränkische Schweiz soll es heißen – und darauf sind die Vorstände sichtlich stolz. Nicht zuletzt, weil er die Verbundenheit zur Region deutlich mache. Deshalb soll auch weder am Filialnetz mit den vier Standorten in Hollfeld, Waischenfeld, Königsfeld und Heiligenstadt gerüttelt werden noch an der Zahl der rund 45 Mitarbeiter.

Standorte bleiben

Die Vorstände, die die voraussichtlich zum Herbst fusionierte Bank zunächst gemeinsam leiten werden, betonten, dass sich weder für die Mitarbeiter noch für die insgesamt 11.200 Kunden etwas ändern werde. Die mit Personal besetzten Filialen in Hollfeld, Waischenfeld, Königsfeld und Heiligenstadt bleiben ebenso bestehen wie der Automatenstandort in Aufseß.

Auf Augenhöhe

Die Mitarbeiter sowie die Mitgliedergremien wurden informiert. Es habe überwiegend positive Reaktionen gegeben, so die Vorstände. Auch deshalb, weil beide Banken sich mit ihren Marktgebieten gut ergänzen und wegen der ähnlichen Kundenstruktur gut zusammenpassen würden. Trotz der doch deutlich unterschiedlichen Größe – Hollfeld hat mit 168 Millionen Euro eine um rund zwei Drittel höhere Bilanzsumme – handle es sich um eine Fusion unter Gleichen und auf Augenhöhe. Bei einem Zusammengehen mit einer größeren Bank hätte die eigene Hauptstelle in Heiligenstadt vielleicht nicht gehalten werden können, mutmaßt Dölfel.

Auf Sicht zwei Vorstände

Die mit einer Fusion in Zeiten von teuren Regulierungsvorschriften und ständig zurückgehender Zinsspanne natürlich angestrebten Synergieeffekte und Kosteneinsparungen ergäben sich zunächst zum Beispiel aus nur noch einmal anfallenden Prüfungs- und sonstigen Bürokratiekosten. Geprüft werden könne außerdem, ob durch natürliche Fluktuation frei werdende Stellen wieder besetzt werden. Allerdings brauche man aus jetziger Sicht alle Mitarbeiter. Einige von ihnen könne man mit der jetzigen Personalstärke noch stärker spezialisieren. Der Vorstand werde auf Sicht wieder auf zwei Mitglieder zurückgefahren. Peter Lang (61) und Reinhard Dölfel (60) wollen die Bank noch etwa zwei Jahre lang mit führen, um die Fusion zum Erfolg zu bringen. Dann sollen Heiko Dippold (45) und Martin Wretschitsch (53) allein das Führungsteam bilden.

Dreiviertelmehrheit nötig

Die Vorstände sind sicher, dass die Fusion Ende Juni von den dafür zuständigen Mitgliedergremien mit der nötigen Dreiviertelmehrheit abgesegnet wird. Die Fusionsgespräche hätten „sich ergeben“, betonten die Vorstände, keiner sei aktiv auf den anderen zugegangen. Allerdings sei in beiden Häusern klar gewesen, dass die wegen der Niedrigzinsen und der Regulierungskosten unter Druck geratenden Ergebnisse auf Sicht zum Handeln zwingen würden. Deshalb habe man sich zur Fusion auf Augenhöhe entschlossen. Es sei keinesfalls so, dass eine der beiden Banken aus Not handle. Das würden auch die Zahlen für 2018 zeigen.

So steigerte Hollfeld die Bilanzsumme um 2,7 Prozent auf 168 Millionen Euro, legte bei den Einlagen um 3,1 Prozent auf 138,7 Millionen Euro und bei den ausgereichten Krediten um 3,1 Prozent auf 63,9 Millionen Euro zu. Der Bilanzgewinn ging leicht auf 140.000 Euro zurück. Heiligenstadt kommt auf 103 Millionen Euro Bilanzsumme (plus 6,1 Prozent), 89 Millionen Euro Einlagen (plus 7,6 Prozent) und 30,7 Millionen Euro Kredite (plus 0,5 Prozent). Als Bilanzgewinn blieben 78.000 Euro (Vorjahr 84.000 Euro) übrig.

Heiligenstadt: Neue IBAN

Rechtlicher Sitz der neuen Bank soll Hollfeld sein. Was für die Kunden der bisherigen Raiffeisenbank Heiligenstadt bedeutet, dass sie sich an eine neue IBAN gewöhnen müssen. Und zwar ab 19. Oktober. Dann soll die technische Fusion über die Bühne gehen.

 

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