Räte sagen Ja zu Mega-Gewächshäusern

Bis zum nächsten Winter soll der Baufortschritt so weit sein, dass in Wonsees tatsächlich mit der Pflanzung von Tomaten egonnen werden kann. Ein Teil des Gewächshauses soll beleuchtet werden, so dass auch Weihnachten Tomaten reifen. Der Anbau erfolgt übrigens erdlos. ⋌Foto: red

Wonsees macht sich auf den Weg, oberfränkische Tomaten-Hochburg zu werden. Einstimmig genehmigten die Wonseeser Marktgemeinderäte in der jüngsten Sitzung die riesigen Gewächshäuser der Gemüsebauern Boß und Scherzer aus Nürnberg.

Jetzt ist es offiziell. Die Firma Boß-Scherzer darf in Feulersdorf Gewächshäuser bauen. Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch stellten die Räte einhellig die Weichen für das Mammutprojekt. „Wir sind jetzt an dem Punkt, auf den wir seit Monaten hingearbeitet haben“, kommentierte Bürgermeister Andreas Pöhner. Diskussionsbedarf bestand bei der Genehmigung nicht mehr. Denn das Bauvorhaben war detailliert vorbesprochen. Als alle Räte bei der Abstimmung die Finger hoben, fiel dem Wonseeser Bürgermeister ein Stein vom Herzen. „Aber mich hätte auch jedes andere Abstimmungsergebnis gewundert. Wir haben ja schließlich alles versucht, um dieser Ansiedelung zu bekommen“, sagte Pöhner.

Insgesamt will die Firma Scherzer-Boß neun Gebäude auf dem Gelände in Feulersdorf errichten. Die Investitionssumme liegt zwischen 20 und 25 Millionen Euro.

Noch in diesem Jahr wollen die Gemüsebauern mit Bauabschnitt eins beginnen. In diesem Zuge werden Gewächshäuser, Wohneinheiten, eine Verladehalle, eine isolierte Halle für die Wassertechnik, Maschinen- und Lagerhallen und eine Grünguthalle errichtet werden, erläuterte Werner Hofmann von der Verwaltung die umfassenden Planungsunterlagen, die mehrere Ordner füllen.

Der Bauabschnitt zwei – mit einer Erweiterung der Gewächshauskapazitäten – soll dann in zwei Jahren erfolgen. „Wir betrachten die Ansiedelung als eine Riesen-Chance für Wonsees. Hier werden Dauerarbeitsplätze geschaffen, auch von qualifizierten Berufen. Bei uns könnte die Nachfrage nach Wohnraum und Bauplätzen steigen. Wir müssen aber auch dem Weismainer Bürgermeister Udo Dauer dankbar sein. Denn er hat die Firma auf die Region aufmerksam gemacht“, sagte Bürgermeister Andreas Pöhner.

Weismain hatte sich selbst als Standort für die Gewächshäuser ins Gespräch gebracht. Doch letztlich ist die Ansiedelung wegen einer Bürgerinitiative gegen die „Monster-Gewächshäuser“ gescheitert.

Dass der Markt Wonsees der Ansiedelung der Gemüsebauern positiv gegenübersteht, zeichnete sich bereits vor Weihnachten bei einer eigens einberufenen Bürgerversammlung ab. Damals sind. Fritz Boß und Stefan Scherzer aus Nürnberg gekommen und stellten sich persönlich der Öffentlichkeit vor.

Stefan Scherzer und Fritz Boß haben sich auf Gemüseanbau auf Kompostfasern spezialisiert. Das Gemüse wächst ohne Erde, so treten keine Bodenkrankheiten auf, die Wurzeln gedeihen besser. Die Gemüsebauern haben zudem nicht mit Pilzkrankheiten zu kämpfen und können beim Anbau ihrer fränkischen Tomaten auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Zur Schädlingsbekämpfung werden stattdessen Nützlinge eingesetzt. Die Bestäubung der Gewächshaustomaten erfolgt durch Hummeln.

Gegossen werden die Tomaten, die künftig in Wonsees wachsen sollen, übrigens mit Regenwasser, das ganzjährig aufgefangen wird.

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