Radweg wird bald verlängert

Auf der Kreisstraße 41 kann es für Radler eng werden. Hier ist kein Radweg geplant. Gebaut wird nun der Abschnitt Elbersberg-Willenreuth ⋌Foto: Freevision

Eine nahezu unendliche Geschichte nähert sich so langsam ihrem Ende: Die Rede ist vom Geh- und Radweg zwischen Pegnitz und Pottenstein: Mit dem Bau der Trasse vom östlichen Ortsrand von Elbersberg bis nach Willenreuth soll in der zweiten Jahreshälfte 2018 begonnen werden.

Diese Auskunft erhielt der Kurier nach einer Anfrage vom Landratsamt. Es handelt sich die Kreisstraße BT 41, damit ist der Landkreis für den Bau und die Finanzierung zuständig. Der Kreis bereitet derzeit den Ausbau dieses Abschitts vor. Gleichzeitig wird dabei auch der Geh- und Radweg unmittelbar neben der Kreisstraße gebaut. Die notwendigen Fördermittel des Freistaates Bayern werden in Kürze beantragt, sobald die erforderlichen Antragsunterlagen vollständig sind.

Pressesprecher Michael Benz gab auch die Kosten bekannt. Diese werden für die Bauarbeiten auf dem Abschnitt zwischen Elbersberg und Willenreuth auf etwa 1,755 Millionen Euro geschätzt. Als Zuschuss erwartet der Kreis 765 000 Euro.  

Der letzte Bauabschnitt (Ausbau der Kreisstraße und Anbau des Radweges) zwischen Willenreuth und Willenberg werde dann mittelfristig abhängig von der Mittelbereitstellung und dem erforderlichen Grunderwerb erfolgen, so Benz abschließend. Ein Zeitpunkt könne derzeit noch nicht genannt werden.

Der Bauabschnitt, mit dem bald begonnen wird, befindet sich auf dem Stadtgebiet Pottenstein. Bürgermeister Stefan Frühbeißer zeigt sich erfreut darüber, dass dieses Projekt nun wieder aufgegriffen wird, Das Rathaus hat sich in der Vergangenheit um die notwendigen Grundstücksverhandlungen gekümmert. Die Trasse wird nicht (wie früher einmal angedacht) nördlich des Fußballplatzes und von Geusmanns verlaufen. Sie wird parallel zur Kreisstraße verlaufen. In Geusmanns ist eine Überquerungshilfe für Fußgänger vorgesehen.

Der Radweg ist Teil der Fernradwegverbindung Pottenstein-Pegnitz im „Radwegkonzept Fränkische Schweiz“,  das im Auftrag des Bayerischen Innenministeriums erarbeitet worden ist. Der Abschnitt, der nun begonnen wird, ist etwa einen Kilometer lang, von Willenreuth nach Willenberg sind es dann noch einmal 1,7 Kilometer.

Die Planung sieht vor, dass innerhalb der Ortschaften kein gesonderter Radweg gebaut wird. Dafür ist nicht genügend Platz. Ab Willenberg können dann die Radfahrer den relativ wenig befahrenen Verbindungsweg in Richtung Neudorf nutzen.

Die direkte Verbindung von der Stadt in Richtung Fränkische Schweiz führt eigentlich von der Abzweigung Langer Berg über die Kreisstraße den Berg hinauf, unter der Autobahn hindurch nach Willenberg. Hier ist aber vom Landkreis langfristig weder ein Ausbau der Straße, geschweige denn ein Radweg geplant – der Kurier berichtete.

Der Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab weist bei diesem Thema darauf hin, dass die Stadt mit dem Landkreis in Kontakt ist. „So haben wir beispielsweise beim Bau des BRK-Gebäudes gemeinsam geprüft, dass die entsprechende Fläche für den Bau eines Radweges am Dianafelsen auch vorhanden ist. Die Prioritäten des Landkreises sind jedoch erstmal den Radweg von Elbersberg nach Willenreuth zu bauen.“

Auch seiner Ansicht nach ist die schmale Kreisstraße nach Willenberg für Fußgänger und Radfahrer ungeeignet. Es gebe aber gemeinsame Überlegungen mit dem Staatlichen Bauamt Bayreuth. Neben der Route über Neudorf wird mit (entsprechenden Lückenschlüssen) eine Wegeführung über Horlach auf der Weinstraße nach Bronn und weiter in die Fränkische Schweiz in Erwägung gezogen.

Diese Variante stößt aber bei Roland Berner auf Widerstand. Berner ist Leiter der Ortsgruppe des ADFC-Pegnitz (AFDC=Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). „Auf den ersten Blick schaut das gut aus. Aber der Abschnitt von Horlach nach Bronn ist doch sehr problematisch.“ Berner hat es schon öfter erlebt, dass Radler (aus dem Veldensteiner Forst kommend) plötzlich an der Bundesstraße 85 standen und nicht weiter wussten.

Ab Bronn stünde dann der Weg an der Kläranlage entlang in Richtung Klumpertal zur Verfügung. „Das wäre dann aber wieder ein Weg, der mit dem Lüglaser Tal vergleichbar wäre.“ Berner und der ADFC hatten bereits vor Jahren dafür plädiert, die Trasse in die Fränkische Schweiz in den Talbereich bei Lüglas zu legen. Doch im Pegnitzer Stadtrat hat man sich stattdessen für die Trasse entlang der Kreisstraße 41 entschieden.

Berner weiter: Bedingt durch die Pegnitzer Tallage sei es allgemein schwierig, einen Weg nach Westen zu finden, der für nicht trainierte Radler nicht zu beschwerlich ist. Aber hier kommt die Technik zu Hilfe. Denn die Zeiten ändern sich: Die E-Bikes (oder Pedelecs) kommen immer mehr in Mode. Mit einem Elektrofahrrad müssen Freizeitsportler bei extremen Steigungen nicht mehr mit voller Kraft in die Pedale treten. Damit verlieren auch schweißtreibende Steigungen ihren Schrecken. „In unserer Ortsgruppe fährt mittlerweile schon jeder Zweite ein Pedelec“, so Berner abschließend. Den Kindern etwa aus Willenreuth, die nach Pegnitz wollen und die kein E-Bike haben, hilft das allerdings recht wenig…..

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