Radweg freigegeben Das Rätsel der abgezockten Radfahrer

Ganz legal und offiziell: Zwei Radfahrer auf dem neuen Radweg Warmensteinach-Sophienthal. Seit wenigen Tagen ist die neue Strecke freigegeben. Doch einige andere Radfahrer konnten es nicht so lange abwarten. Foto: Gerd Gubitz

WARMENSTEINACH/SOPHIENTHAL. Seit wenigen Tagen ist der neue Radweg auf der einstigen Bahnstrecke zwischen Warmensteinach und Sophienthal offiziell befahrbar. Einige konnten es nicht abwarten. Und mussten offenbar zahlen.

„Beide Teilabschnitte des Bauabschnittes 1 (Warmensteinach-Sophienthal auf der Bahnlinie sowie die Asphaltierung des ’Iskara-Weges’ südlich Sophienthal) sind baulich fertiggestellt. Beide Teilabschnitte sind seit 15. November offiziell befahrbar“, teilt das Staatliche Bauamt Bayreuth auf Anfrage mit.

Bürgermeister Axel Herrmann bestätig auf Nachfrage, dass es Mitte November eine offizielle Abnahme durch Bauamt, Gemeinde und Baufirma gab. Eine offizielle Eröffnung gab es nicht, bekannt gegeben wurde die Nutzbarkeit des Radwegs nur auf der Internetseite und auf der Facebookseite Warmensteinachs. Auf der Facebookseite hatte die Nachricht binnen weniger Tage 10 000 Menschen erreicht.

Schon einige Wochen asphaltiert

Asphaltiert war die Strecke schon seit einigen Wochen. Das veranlasste offenbar einige Hardcore-Radler, die es nicht abwarten konnten, den neuen Weg zu testen, obwohl er noch gesperrt war und Brückengeländer und Ähnliches noch nicht montiert waren. Und die Polizei passte in Sophienthal offenbar einige der eiligen Radler ab und ließ sie zahlen. Die Rede ist von 30 Euro je Radfahrer. Doch um die Geschichte ranken sich Rätsel. Egal, wen man fragt – man kennt die Geschichte, hat sie aber stets nur von einem anderen gehört.

Das trifft auch auf die Polizei selbst zu. Edgar Schock ist Leiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Land. Er sagt auf Nachfrage, auch er habe im Kollegenkreis vage von den Kontrollen gehört. Schock verneint, dass es eine geplante und gezielte Aktion seitens der PI Land gegeben habe. Aber er könne nicht ausschließen, dass Kollegen, die routinemäßig auf Streife unterwegs waren, eine Beobachtung gemacht haben und dann eingeschritten sind. Doch um dies nachvollziehen zu können, müsse er ein genaues Datum haben, so der Polizeichef.

Teil der Geschichte ist auch: Der Radweg war bis zur Abnahme nicht lediglich mit Schild oder Flatterband abgesperrt, sondern mit Hindernissen beziehungsweise Barrikaden, die samt Rad nur mit einigem Aufwand zu überwinden waren.

Nächstes Jahr geht es weiter

Im kommenden Jahr soll der zweite Bauabschnitt entstehen: ab etwa dem Bauhof Richtung Ortsmitte bis zum Rathaus Warmensteinach, inklusive Querungsinsel auf der Staatsstraße am einstigen Bahnübergang.

Nach Fertigstellung dieses Abschnitts ist dann auch eine offizielle Einweihung geplant, so das Staatliche Bauamt in Bayreuth.

 

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