Raab und Hübner als Hippies

Die kleinsten Faschingszüge sind doch irgendwie die schönsten. Weil man sich hier mit Lokalkolorit beschäftigt. Es zeigt sich: Was im Dorf passiert, bleibt eben nicht im Dorf. Zumindest im Fasching.

Es war der 42. Umzug, der gestern in Willenreuth statt fand. Und ungefähr 300 Zuschauer standen an den Straßen, während die sechs Gruppen, alle aus Willenreuth, mit liefen. Die Feuerwehr, der Schützenverein, die "Best of Willenreuth, der Frauenstammtisch "Die Dorflustigen", der Männerstammtisch "Die Durstigen" und die Faschingsgesellschaft waren am Start.

Knackiger Körper

Direkt am Dorfeingang steht ein Schild: "Hier entsteht der BGM-Raab Radweg. Baubeginn Sofort. Bauende Schnell", steht darauf. Es sind die Dorflustigen, die sich in Schale auf ihren Fahrrädern geschmissen haben, und auf deren Bekleidung Zettel mit der Aufschrift "Fahrradschnittchen" angebracht sind. "Es heißt doch immer, dass man nur einen knackigen Körper haben kann, wenn man Sport macht. Das geht ja gar nicht, wenn uns der Fahrradweg, der uns schon seit langem vom Bürgermeister versprochen wurde, immer noch nicht da ist", sagt Angela Körber, und schwingt sich mit ihren anderen Mitstreitern auf den Drahtesel.

Make Love Not War

Es ist eine Kritik, aber vor Kritik muss man sich auch nicht verstecken. Denn genau Raab taucht mit seinen Parteikollegen, und sogar mit Landrat Hermann Hübner auf. Auf den Schildern, die die Hippies mit sich herum tragen steht: "Make Love Not War", "Freier Sex für alle Willenreuther" oder "Herr Landrat. Genehmigen Sie endlich den Cannabis-Anbau in der Westernstadt". Dabei haben einige mächtige Joints in der Hand. Sind ja eigentlich alles ganz gute Ideen. Letztendlich wollen die Politiker ja damit nur Friede und Liebe in die Welt bringen. Jetzt nur noch ein ganz kleiner Schritt zur Umsetzung dieser Forderungen, und die Stadtratssitzungen in Pegnitz würden in Zukunft mit Sicherheit entspannter ablaufen.

In einem Gartenhaus geschlafen

Auf dem kleinen Wagen des Stammtisches "Die Durstigen" steht: "Nach Hause laufen wollte er nicht mehr, es musste schnell ein Fahrzeug her." Der Hintergrund war, so wird erklärt, dass beim 110 jährigen Feuerwehrfest im letzten Jahr, einer mit einem Traktor nach Hause fahren wollte. Weit kam er wegen des doch erhöhten Alkoholkonsums nicht. Er machte einen Zaun nieder, und legte sich dann schließlich zum Schlafen in ein nahe gelegenes Gartenhaus. Wer das war, erzählte man nicht. Bis auf: "Genau der, der das war, fährt heute auch genau den Traktor von letztem Jahr." Manchmal bleiben dann doch Dorfgeheimnisse im Dorf.

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