"Unangenehm": Medi-Team in Ludwigsburg

Körperbetont sind Spiele mit Ludwigsburger Beteiligung immer. In Bayreuth artete es aber zu einer handfesten Rangelei aus, an deren Ende David McCray (hier „umarmt“ von Trey Lewis) wegen Nachtretens disqualifiziert wurde. Foto: Peter Kolb

Im Terminplan der Bundesliga gibt es Anzeichen dafür, dass es für Medi Bayreuth in der zweiten Saisonhälfte insgesamt schwieriger werden könnte als in der ersten. Ein Beispiel dafür, dass einige der mit Heimvorteil gelösten Aufgaben nun auswärts problematischer werden könnten, liefert die Partie am Sonntag um 18 Uhr bei den Riesen Ludwigsburg.

Dass dabei der Tabellenvierte mit einem Vorsprung von zehn Punkten beim Neunten antritt, ist für Medi-Trainer Raoul Korner nicht die entscheidende Aussage über die Kräfteverhältnisse: „Ich betrachte uns als Außenseiter, der sich keinen übermäßigen Druck auferlegen muss, auch wenn Ludwigsburg ein direkter Konkurrent im Rennen um die Playoff-Plätze ist.“

Auf der Suche nach Form der Vorrunde

Er denkt dabei auch daran, dass seine Mannschaft nach den klaren Niederlagen in Braunschweig (63:82) und im Pokal gegen Bamberg (52:75) derzeit nach der Form der euphorischen Vorrunde sucht: „Wir sind gerade nicht zufrieden mit dem, was wir spielen. Das ist aber ein ganz normaler Prozess, den jedes Team irgendwann in der Saison durchmacht.“ Ludwigsburg sei jedoch unabhängig davon „nie angenehm“ als Gegner: „Dieses Team ist extrem tief besetzt und spielt sehr physisch, man kann sagen: rigoros.“

Verstärkung durch Nachverpflichtungen

Zudem zeigt die Formkurve der Riesen im Verlauf jeder Saison meist tendenziell nach oben. Noch mangelt es zwar an Stabilität, aber das soll sich mit den traditionell üblichen Nachverpflichtungen von Trainer John Patrick ändern. „Da wurden Rookies durch Qualität und Routine ersetzt“, umschreibt Korner den Effekt durch Clifford Hammonds, Drew Crawford und Rocky Trice, die beim Saisonstart noch nicht zum Riesen-Kader gehört hatten. Bis auf Trice waren sie zwar schon beim Hinspiel in Bayreuth dabei, allerdings als Neuzugänge: „Da waren sie noch Fremdkörper“, betont Korner.

Besonderer Reiz für Ex-Ludwigsburger David Gonzalvez

Der 87:70-Sieg seines Teams sei daher als Maßstab mit Vorsicht zu genießen. Da sich am Ludwigsburger Stil nichts Grundsätzliches geändert hat, könne man aber gewisse Lehren ziehen: „Damals ist es uns gelungen, die Ludwigsburger Energie noch zu übertrumpfen“, erklärt Korner. „Wir sind spielerisch ebenbürtig, haben aber nicht die Tiefe im Kader. Das müssen wir als Team kompensieren. Mit Einzelaktionen kommen wir sicher nicht weit.“ Wenn er einen einzelnen Riesen-Spieler auswählen dürfte, um ihn auszuschalten, würde sich der Medi-Coach aber doch festlegen: „Das wäre Cliff Hammonds. Er sorgt für die Struktur im sonst eher intuitiven Spiel der Ludwigsburger. Mit seiner Verpflichtung begann auch der Aufwärtstrend.“

Speziellen Reiz bekommt die Partie dadurch, dass mit David Gonzalvez einer der in Ludwigsburg aussortierten Spieler nun das Medi-Trikot trägt. Raoul Korner schmunzelt bei der Frage, ob der Neuzugang zeigen möchte, dass die Entscheidung von John Patrick ein Fehler war: „Ein hoch motivierter Spieler wird aber nicht reichen.“

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