"Gesundheitsregion plus" stößt auf Skepsis

Noch nicht überzeugt von der "Gesundheitsregion plus" ist der Kulmbacher Kreisausschuss. Foto: dpa/Friso Gentsch

Eher mit Skepsis denn mit Freude begegneten die Mitglieder des Kreisausschuss dem Programm „Gesundheitsregion plus“. Der Freistaat will damit die Gesundheitsversorgung und die Prävention von Krankheiten in den Kommunen verbessern.

Ziel der Gesundheitsregion sei, die gesundheitliche Chancengleichheit und Lebensqualität zu verbessern, erläuterte die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Camelia Sancu. Regionale Vertreter des Gesundheitssektors sollen sich nach dem Konzept der "Gesundheitsregion plus" zu einem Netzwerk zusammenschließen.  Dazu zählen etwa die Krankenkassen, die Krankenhäuser, die Kassenärztliche Vereinigung und der Ärztliche Kreisverband. Eine Geschäftsstelle würde die verschiedenen Arbeitsgruppen koordinieren.

Stadt Bayreuth hatte kein Interesse

Das Gesundheitsministerium will damit die ambulante und stationäre Versorgung im ländlichen Raum unterstützen. „Wir wissen, dass sich zum Beispiel Demenzerkrankungen in den nächsten zehn Jahren verdoppeln werden“, sagte Sancu. Schon allein deshalb, weil die Menschen immer älter werden. Der Freistaat würde bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen, höchstens 50.000 Euro pro Jahr in einem Fünf-Jahres-Zeitraum. Bis auf die Landkreise Lichtenfels und Kulmbach sowie die Stadt Bayreuth beteiligten sich alle oberfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte an der "Gesundheitsregion plus".

Bürokratisches Gebilde?

Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) sagte, er wolle keine neue „riesige Bürokratie“ aufbauen. Kreisrat Simon Moritz (SPD) bezweifelte, dass ein Gebilde wie die Gesundheitsregion tatsächlich handlungsfähig sei. Claus Gumprecht (Grüne) warnte davor, in eine Kostenfalle zu tappen. Für eine Wohnraumberatung  für Senioren sprach sich Amtsarzt Dieter Weiss aus. „Die meisten Senioren wollen solange wie möglich zu Hause wohnen.“ Als Partner im Landkreis käme der VdK in Betracht. Doch auch hier sahen die Fraktionssprecher keinen zusätzlichen Nutzen. Zumal eine hauptamtliche Kraft für zwei Jahre dafür beschäftigt werden müsste. Söllner stellte eine endgültige Entscheidung im Herbst in Aussicht.

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