"Besetzt! Geschichten im stillen Örtchen"

Die Bildkombo zeigt im Museum für Kommunikation in Nürnberg vier Fotomontagen der italienischen Künstlerin Cristina Guggeri. Durch ein Loch betrachtet, sieht man jeweils den russischen Präsident Wladimir Putin (links oben), die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Papst Franziskus (links unten) und den ehemalige US-Präsident Barack Obama auf der Toilette. Das Kunstwerk ist Teil der Ausstellung "Besetzt! Geschichten im stillen Örtchen". Foto: Daniel Karmann/dpa

Was auf dem Klo passiert, bleibt meistens dort - als zu peinlich und intim ist das alltägliche Geschäft verschrien. Dass es dabei durchaus kommunikativ zugehen kann, zeigt von Donnerstag an die Ausstellung «Besetzt! Geschichten im stillen Örtchen» im Museum für Kommunikation in Nürnberg. Zwölf mobile Toilettenhäuschen gewähren dort Einblicke in Themen, die man auf dem ersten Blick nicht mit einer Wasserspülung in Verbindung bringen würde.

«Dieses Thema Klo, das vermeiden wir gerne im Umgang miteinander, weil es erinnert uns auch so an unsere tierische Natur. Das kann kaum ästhetisch überformen. Das kann man nur peinlich verschweigen», sagte die Kunsthistorikerin Martina Padberg der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Daher sei es interessant, bestimmte Vermeidungsstrategien beiseite zu lassen, sich zugleich mit hehren Bereichen der Kunst, der Literatur und der Musik, die für das Thema eine Rolle spielen, zu befassen.

Künstlerisch geht es etwa in einem Häuschen zu, in dem Tonspuren in Form von Klorollen rund um das Thema Klogang angebracht sind. Wer die Spülung betätigt, bekommt zum Beispiel Jan Delays Song «Im Arsch» zu hören. Die Ausstellung «Besetzt! Geschichten im stillen Örtchen» läuft bis zum 2. Juli.

dpa

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