"Altenploser Höfe" machen das Rennen

Sieger im Planungswettbewerb: die Architekten Michael Rudolph und Mara Trübenbach, Mitte. Links Bürgermeisterin Simone Kirschner, rechts Jeff Maisel. Foto: Andreas Harbach

Ein bisschen Bauernhof, ein bisschen Urban, wohnen und arbeiten miteinander kombiniert, so präsentieren sich die „Altenploser Höfe“, das Siegermodell  eines jungen Architektenteams aus Leipzig. Michael Rudolph von Station C23 macht das Rennen im Wettbewerb um die Bebauung der neuen Mitte Altenplos, des Grundstückes entlang der Bundesstraße 85 bis hin zum Gasthof Moreth.

Es sei ein weiter Blick in die Zukunft, sagt Bürgermeisterin Simone Kirschner bei der Präsentation der Arbeiten im Rathaussaal. Wohl wissend, dass auch die Frage der Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit immer im Raum steht, habe man sich in enger Zusammenarbeit mit Jeff Maisel, dem das Gros der Grundstücke gehört, für einen Preisträger entschieden. Nach achtstündiger Sitzung  sei die Entscheidung einstimmig gefallen. Aus zehn Vorschlägen wurden vier Preisträger gekürt, nicht nur drei wie ursprünglich geplant.

"Einen Prototyp geschaffen"

Fast ein Jahr hat es gedauert bis das „sehr strukturierte Verfahren“, wie Kirschner betont, seinen Höhepunkt fand. Jetzt präsentieren sich die Ideen im Modell und auf Infowänden. Es sei nicht einfach gewesen, die Bebauung entlang der viel befahrenen Bundesstraße 85 und die Einbindung des Radweges mit den Eckpunkten Schloss und Gasthof Moreth attraktiv darzustellen, erklärt Vinzenz Dilcher, Büro UmbauStadt in Weimar für das Preisgericht. „Die Ergebnisse gehen auch in völlig unterschiedliche Richtungen. Allen sei aber gelungen, etwas modellhaftes, einen Prototyp zu schaffen.“

Das Siegermodell von Architekt Michael Rudolph lobt er als Mittelweg zwischen sehr verdichteter Bebauung und geringer Nutzung des Raumes. Den Richtern habe vor allem die „sehr sensible räumliche Konzeption“ gefallen, der „respektvolle Umgang mit der Morphologie des Dorfes“, die Selbstverständlichkeit der Weiterbebauung und auch die „kunstvolle Inszenierung der Sichtbeziehung zum Schloss“ und der unverstellte Blick hinaus in die Mainaue.

 

Kernpunkte der Planung:

Radweg: Der seit Jahrzehnten gewünschte Lückenschluss für den Radweg schlängelt sich nun entlang der Bundesstraße hinter der ersten Bebauungsreihe hindurch, umrundet den neuen Biergarten neben dem Gasthof Moreth, um dann Richtung Schloss und Main auf den bestehenden Radweg einzuschwenken.

Baustil: entlang der Bundesstraße entwickelt der Architekt eine Reihe konventioneller Häuser, die Giebel mal parallel mal im rechten Winkel zur Straße ausgerichtet. In dieser Reihe enthalten ist auch eine Parkscheune, ein Parkhaus für den ländlichen Raum, sowie eine Marktscheune, die direkt an den Gasthof Moreth angrenzt. Von Wochenmärkten bis hin zu Hochzeiten könnte der Raum sehr unterschiedlich genutzt werden. Auch als Verkaufsraum für  das Projekt Dorfladen. Dazwischen immer wieder freie Plätze zur gemeinschaftlichen Nutzung.

Hinter dieser Reihe in Richtung Mainauen entstehen dann die eigentlichen Namensgeber, die Altenploser Höfe. Jeweils dreimal werden Vierer-Baugruppen gebildet. Vier Gebäude, die einen Hof mit einer Fläche von rund 200 bis 300 Quadratmetern umschließen. „Ideal wäre es, wenn sich vier befreundete Bauwerber zusammenschließen,“ sagt Rudolph. „Das ist nicht das klassische Einfamilienwohnhaus, sondern ein Verbund.“ Wobei die Höfe gemeinschaftlich genutzt werden.

Die Zukunft: „Das alles sind Entwürfe und Ideen, die jetzt noch weiter entwickelt werden müssen. Das kann nicht in zwei bis drei Jahren fertig umgesetzt sein,“ ergänzt Kirschner. „Der weitere Abstimmungsprozess wird zeigen, was übernommen wird. Aber ich glaube, das ist ein guter Schritt in die Zukunft.“ So sieht es auch Jeff Maisel, der das Projekt vor etwa einem Jahr angestoßen hatte indem er einen Bebauungsplan für das Gebiet vorgelegt hatte.  Maisel:  „Zwischen wirtschaftlichen und eher spacigen Ideen ist da alles dabei. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das könnte jetzt eine echte Neuinterpretation des Bauernhofs werden und nicht ein beliebiger Siedlungsbau.“

Die Arbeit: Die zehn Architekten erhalten für ihre Entwürfe eine Bearbeitungsgebühr von 1250 Euro. Dazu gibt es für die Preisträger 6000 Euro (erster Preis), 3500 (zweiter Preis) und jeweils 2000 Euro für die beiden dritten Preisträger. An Arbeit wurden von den einzelnen Architekten rund 200 Stunden investiert. Im Rahmen des ILEK-Projektes gibt es staatliche Zuschüsse für die Gemeinde.

Die Ausstellung: Alle Arbeiten der Architekten, die Modelle und die Erläuterungen dazu sind in den nächsten drei Wochen im Rathaus-Parterre und auch im Sitzungssaal sowie im Foyer zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.    

 

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