Pumpenhersteller Währungseffekte fressen KSB-Gewinn

FRANKENTHAL/PEGNITZ. Eigentlich sieht es bei KSB gar nicht so schlecht aus. Auftragseingang, Umsatz und Mitarbeiterzahl sind in den ersten neun Monaten gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum gestiegen, berichtet der Pumpenhersteller. Doch hauptsächlich Währungseffekte hätten noch bessere Zahlen verhindert, und vor allem: Der operative Gewinn ist deutlich gefallen.

"In den ersten drei Quartalen lag das Konzernergebnis vor Finanzergebnis (Ebit) gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erheblich zurück. Dies ent­spricht unserer am 13. August 2018 angepassten Jahresprognose", formuliert es das Unternehmen mit Sitz in Frankenthal, das auch in Pegnitz ein großes Werk betreibt, in seiner Zwischenmitteilung.

Anhaltender Trend

Konkrete Zahlen zum Ebit veröffentlicht der Konzern traditionell nur nach sechs und zwölf Monaten. Nach zwei Quartalen hatte diese Kennzahl bei 21,4 Millionen Euro gelegen, was einem Minus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das könne man zwar nicht eins zu eins hochrechnen, der Trend halte aber an, sagte KSB-Pressesprecher Ullrich Bingenheimer auf Kurier-Nachfrage.

Erheblich unter Vorjahr

Im Ausblick des Unternehmens heißt es denn auch, dass das Ebit für das Gesamtjahr wegen der Währungs­effekte, allgemeiner welt­wirt­schaft­licher Risiken sowie der bereits seit Mai bekannten Vorsorge für ein Projekt in Groß­britannien "voraus­sichtlich erheb­lich unter dem des Vor­jahres liegen" wird. 2017 hatte der operative Gewinn gut 117 Millionen Euro betragen.

Mehr Aufträge, mehr Umsatz

Besser sieht es bei den anderen Kennzahlen aus. So sei die Nachfrage in den Bereichen Industrie, Bergbau und Bau anhaltend hoch. Einbußen habe es dagegen bei der Wasser- und Abwasser­wirt­schaft gegeben, in der Energiewirtschaft laufe es wegen der Probleme im Kraftwerkssektor unverändert bescheiden. Insgesamt habe sich die Auftragslage in den Regionen Asien/Pazifik und Europa im Gegensatz zu Mittlerer Osten/Afrika ­signifikant verbessert. In Amerika liege der Auftragseingang knapp über dem Vorjahres­niveau.

Das schlage sich in einem Plus beim Auftragseingang von 3,4 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro nieder. Dieser Zuwachs hätte allerdings ohne Berücksichtigung der Währungseffekte 79,3 Millionen Euro oder 8,0 Prozent entsprochen.

Noch deutlicher zeigen sich diese Probleme beim Konzernumsatz. Der legte zwar in den ersten neun Monaten um 10,2 Millionen Euro oder 0,6 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zu. Ohne Währungseffekte hätte dieser Zuwachs laut KSB aber 69,6 Millionen Euro oder 4,9 Prozent betragen. Treiber seien hier vor allem Asien/Pa­zi­fik und Amerika gewesen.

Mitarbeiter: Pegnitz legt zu

Positiv entwickelt hat sich die Zahl der Mitarbeiter. Sie legte binnen eines Jahres um 162 auf 15 701 zu. Zwar spiegele das hauptsächlich die Verstärkung der Belegschaften in Indien und den USA wider, doch habe auch das Werk in Pegnitz vergleichsweise stark profitiert, so Sprecher Bingenheimer. Hier waren Ende September 1518 Menschen beschäftigt, 47 mehr als ein Jahr zuvor.

Für das Gesamtjahr rechnet KSB neben dem deutlich verringerten Ergebnis mit einem deutlichen Plus beim Auftragseingang und einem moderat steigenden Umsatzanstieg. 2017 hatte der Auftragseingang bei 2,27 und der Umsatz bei 2,21 Milliarden Euro gelegen.

 

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