Projektwochen Kinder lernen Steinzeit kennen

TÜCHERSFELD. Aufgeregt plappern die Buben und Mädchen durcheinander, laufen von einer Station zur nächsten. Die 32 Grundschüler aus Gößweinstein sind bei den Steinzeit-Projektwochen des Fränkische-Schweiz-Museums in Tüchersfeld. Dort erleben und erfahren sie Geschichte, probieren sie selber aus.

„Das Museum versteht sich als Bildungspartner der Schulen“, sagt Museumspädagoge Fabian Wittenborn, der die Aktion leitet. Man will Wissen vermitteln und den Kindern Fakten zu verschiedenen Themen näher bringen. Die Idee für die Projektwochen sei entstanden, weil eine reguläre Museumsführung nicht lange genug sei, um alles zu verstehen, so Wittenborn. Auch beim Frontalunterricht in den Schulen gehe bei den Kindern viel verloren, hat er beobachtet. Die Kinder schalten irgendwann ab. „Wenn sie selber etwas machen können, bleibt viel mehr hängen“, sagt der Museumspädagoge.

Spannend und interessant

Geschichte soll nicht langweilig, sondern spannend und interessant sein. „Die Kinder sollen erfahren, dass wir eigentlich alle Steinzeitmenschen sind“, so Wittenborn weiter. So kommen zum Beispiel die Runzeln, die sich an den Händen bilden, wenn man zu lange im Wasser ist, aus dieser Epoche, erklärt er. Damals standen die Fischer im Wasser, um Fische zu fangen. Auch das menschliche Gehirn wisse heute noch, wie die perfekte Steinzeit aussieht. Wittenborn erklärt: „Der Wunsch nach Urlaub kommt nach dem steinzeitlichen landwirtschaftlichen Leben mit Wald, Fluss, See und Meer. Im Büro hat der Mensch so etwas nicht, kommt nicht in die Landschaft.“ Die Steinzeit stecke noch in uns allen, so der Museumspädagoge.

Perlen selber töpfern

Nach einer Führung durch die Geschichte können die Kinder das Leben in der Steinzeit selbst ausprobieren. So nähen sie aus Hasenfell mit einer Skelettnadel und einem Stück Schnur eine Felltasche, in die sie später selbst getöpferte Perlen packen. Diese fertigen sie an der Töpferstation. Die Kinder lernen, dass sich die Keramik in der Jungsteinzeit mehr und mehr durchgesetzt hat. „Sie lernen, wie sie mit Ton arbeiten müssen, dass er kräftig geknetet und auf den Tisch geschlagen werden muss, um alle Luftblasen zu entfernen“, sagt Wittenborn. Ansonsten platzen die Perlen beim Brennen im Ofen.

Aus Mehl und Wasser Teig kneten

An einer weiteren Station erfahren die Kinder den Weg vom Korn zum Brot. Sie dürfen mit einem Stein den Korn selber mahlen und schließlich das Mehl mit Wasser zum Brot kneten, das dann gebacken wird.

Der siebenjährigen Linda wäre das Leben in der Steinzeit zu anstrengend. „Alles musste man selber machen, es gab keine Maschinen, die geholfen haben.“ Toll fand sie bei der Führung, dass es viele verschiedene Länder mit faszinierenden Namen gab. „Alles war schön“, fasst es ihre Klassenkameradin Laura (7) zusammen. Am besten hat ihr bei der Führung das Skelett gefallen. „Ich glaube, das war von einem Dino“, sagt sie ehrfürchtig. Leben möchte sie aber nicht in der Steinzeit. „Die hatten keinen Fernseher“, so ihre Begründung. Diana (7) hat am meisten das Brot backen begeistert. „Es war toll, wie wir Wasser und Mehl gemischt haben und darauf geachtet achten haben, dass der Teig nicht zu pappig ist.“

Wissen aktivieren

„Die Kinder sind total interessiert“, sagt Klassenlehrerin Josefine Bischoff. In der Schule sind die Kinder mit Filmen und Texten auf das Thema vorbereitet worden. „Wir haben ihr Wissen aktiviert“, so Bischoff, „die Entstehung der Geschichte in Verbindung mit der Bibel.“

Info: Die Steinzeit-Projektwochen im Fränkische-Schweiz-Museum gehen noch bis zum 16. November. Rund 900 Kinder werden bis dahin seit Anfang dieser Woche dabei gewesen wein.

 

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