Prognose Zahl der Feuerwehrleute soll massiv sinken

BINDLACH. Ein vorhergesagter massiver Rückgang der Zahl von Feuerwehrleuten bis zum Jahr 2031 von fast 15 Prozent – das bewegte die mehr als 300 Vertreter des Landesfeuerwehrverbandes bei ihrer Verbandsversammlung in Bindlach. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eröffnete dort mit dem Verbandsvorsitzenden Alfons Weinzierl die diesjährige Feuerwehr-Aktionswoche.

„Bassd scho.“ Mit diesen Worten begrüßte Herrmann Schreck, der Kreisbrandrat des Landkreises Bayreuth, die vielen Feuerwehrleute und Gäste. Aus 96 Stadt- und Kreisverbänden kamen die Teilnehmer, um sich über Neuigkeiten rund um das Thema Feuerwehr zu informieren und um einige Kameraden zu ehren.

Ein wichtiges Anliegen des Verbandes ist das Ehrenamt, die Jugendfeuerwehr und das Gewinnen aktiver Mitglieder. „Die Jugendfeuerwehren sind unsere Zukunft. Auf sie sind wir angewiesen“, sagte Verbandschef Alfons Weinzierl. Die Jugend dazu zu bringen, sich ehrenamtlich zu engagieren, sei gerade im Hinblick auf die sinkenden Mitgliederzahlen ein essenzielles Thema.

Masterarbeit prognostiziert massiv weniger Mitglieder

Die Dringlichkeit belegt eine Masterarbeit von Annette Franzke, die im Auftrag des Landesfeuerwehrverbandes die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Zukunftsfähigkeit der bayerischen Feuerwehr darlegt und eine Prognose über die weitere Entwicklung aufstellte. Demnach rechne man bis 2031 mit fast 15 Prozent weniger Mitgliedern, der Rückgang treffe alle sieben Regierungsbezirke.

„Jedes Ehrenamt ist sinnvoll und wertvoll für unsere Gemeinschaft“, sagte Gudrun Brendel-Fischer, CSU-Landtagsabgeordnete und Ehrenamtsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung. „Der Dienst bei den Feuerwehren ist ein ganz besonderes Ehrenamt.“ Gerade deshalb versucht man seit 2017 mit einer Kampagne unter dem Motto „Begegnen-Bewegen-Bewirken“ und dem Hashtag #Findedeinfeuer Helfer anzuwerben und vor allem die jüngere Generation zum Mitwirken zu bewegen.

Tragende Säule im Brand- und Katastrophenschutz

Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch von Innenminister Joachim Herrmann. Im Beisein des Schirmherrn wurde ein symbolischer Spendenscheck verschiedener Firmen und der Aktion „Grisu hilft“ in Höhe von 30.000 Euro an den Landesfeuerwehrverband überreicht. Das Geld geht auf das Sonderkonto zugunsten verunglückter und geschädigter Feuerwehraktiver und deren Angehörigen.

„Ich bin natürlich froh, dass ich auch dieses Jahr wieder bei der Landesverbandsversammlung zu Gast sein darf. Und zugleich freue ich mich, dass Sie es wieder geschafft haben, die Versammlung nicht auf den Tag der Wiesneröffnung zu legen“, sagte Herrmann. Er sei dankbar für die vielen bayerischen Feuerwehrmänner und -frauen, die die tragende Säule bei der Sicherstellung eines flächendeckenden Brand- und Katastrophenschutzes in Bayern sind.

Wert des Ehrenamtes

„Die Staatsregierung ist stets bemüht, die Rahmenbedingungen für den Feuerwehrdienst fortlaufend zu optimieren“, sagte Herrmann. So seien in den letzten fünf Jahren mehr als 184 Millionen Euro an Fördergeldern für die Wehren ausbezahlt worden. Zudem bestärkte der Minister seine Vorredner zum Wert des Ehrenamts. „Das eine ist die Bereitschaft des Einzelnen, dass er zu diesem Ehrenamt steht. Das andere, dass sie auch einen Arbeitgeber haben, der das unterstützt“, sagte Herrmann.

So habe er sich bereits an die Handwerkskammern gewandt und um Unterstützung gebeten, damit diese die positiven Aspekte den Arbeitgebern nahebringen. „Wir brauchen Betriebe, die sich vorbildlich engagieren und stolz erklären, dass deren Belegschaft bei der Feuerwehr arbeitet“, sagte Herrmann.

 

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