Praxisübergabe nach 40 Jahren Zahnarzt ist Handwerk

Nach fast 40 Jahren geht Dr. Peter Cieslak (hinten) in den Ruhestand. Seine Zahnarztpraxis übernimmt dann Dr. Stefan Ursu (vorne). Foto: Frauke Engelbrecht

CREUSSEN. Die beiden Zahnärzte sind gut drauf und freuen sich auf die Zukunft. Dr. Peter Cieslak (69), der in Creußen fast 40 Jahre selbstständig ist und ab kommenden Januar in den Ruhestand geht. Und Dr. Stefan Ursu (34), der die sich dann selbstständig macht und die Praxis übernimmt.

Cieslak hat 1970 am Bayreuther Graf-Münster-Gymnasium - damals noch Oberrealschule - Abitur gemacht und war dann zum Wehrdienst in Ebern und Cham, hat eine Offiziersausbildung gemacht, wurde Stabsarzt der Reserve. In Würzburg hat er sein Studium der Zahnmedizin absolviert und 1977 promoviert.

Erste neue Praxis

An der Uniklinik dort hat er als wissenschaftlicher Assistent gearbeitet, war dann drei Jahre in einer Bayreuther Zahnarztpraxis angestellt. "Schon dort hatte ich auch aus Creußen Patienten", sagt Cieslak. Dann fiel der Entschluss, eine eigene Praxis aufzumachen und er baute eine, eben in der Wiesenstraße, wo die Räume sich noch immer befinden. Es war die damals erste neue Praxis, neben zwei schon bestehenden. Auch heute gibt es noch drei Zahnärzte in Creußen. "Und es lief gleich gut. Wir hatten am ersten Tag schon 80 Anrufe", erinnert sich Cieslak.

Mit den Händen arbeiten

Warum wollte er Zahnarzt werden? "Ich hatte einen Freund, mit dem ich in Burgkunstadt Tischtennis gespielt habe. Der hat mir vorgeschlagen, doch etwas mit den Händen zu arbeiten", so der Mediziner. Die Konfrontation mit Schwerkranken wollte er nicht so. "Aber ich habe schon immer gerne gebastelt, Schiffsmodelle. Und da kam mir die Zahnmedizin am Nächsten", erzählt Cieslak. Auch hier ist handwerkliches Geschick gefragt. "Am Anfang habe ich auch noch Kieferorthopädie gemacht, aber ich wollte nicht bis an meine Grenzen gehen", sagt er. Inzwischen arbeitet er mit mehreren Kollegen hier gut zusammen, verweist Patienten bei Bedarf an sie.

Trennung von Beruf und Privatem

Cieslak hat im gleichen Gebäude Praxis und seine Wohnung. Aber die Trennung von Beruf und Privatleben ist ganz strikt bei ihm. "Wenn ich keine Sprechzeiten habe, ist die Klingel abgestellt und auch meine private Telefonnummer steht nirgendwo", sagt er. Und nun ist seine aktive Zeit als Zahnarzt vorbei. In erster Linie sind es Altersgründe. Was macht er im Ruhestand? "Garten, Reisen und meine zahlreichen Dias ordnen", zählt Cieslak lachend auf. Und endlich ausschlafen. Er freut sich auf den neuen Zeitabschnitt, denn er weiß, dass die Praxis in gute Hände kommt, dass es weiter geht.

In die Wiege gelegt

Am 2. Januar 2019 übernimmt Dr. Stefan Ursu die Praxis. Der 34-Jährige stammt aus Wonsees, wo seine Eltern eine Allgemeinarztpraxis haben. "Das Medizinische wurde mir quasi in die Wiege gelegt", sagt er lachend. Studiert hat er in Erlangen, 2010 promoviert, arbeitet seit ein paar Jahren in einer Praxis in Nürnberg. Doch nun wollte er sein eigener Herr, wollte selbstständig sein. Anbieten will er in der Praxis so ziemlich alles, will das Angebot ausweiten. Dazu gehören auch Chirurgie und Implantologie, ein breites Behandlungsspektrum eben. Er wird aber nicht im gleichen Haus wohnen, in dem die Praxis ist, sondern in Bayreuth. Und wie Cieslak sagt auch Ursu, dass es das Handwerkliche ist, dass ihn an seinem Beruf reizt.

 

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