Prädikat Gößweinstein ist jetzt Luftkurort

Ortsansicht Gößweinstein vom hohen Kreuz aus mit der Burg. Foto: Ralf Münch

GÖSSWEINSTEIN. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann ist erleichtert und begeistert, die lange und intensive Arbeit hat sich gelohnt. Der Marktgemeinde wurde jetzt vom bayerischen Innenministerium das Prädikat „Luftkurort“ verliehen.

Bislang waren nur der Hauptort Gößweinstein selber sowie Behringersmühle, Moritz und Hühnerloh Luftkurort, nun können sich alle 30 Ortsteile so nennen. „Das war viel Arbeit im vergangenen Jahr“, sagt Zimmermann. Es mussten für die Bewerbung um den Titel diverse Voraussetzungen erfüllt werden. Der Wunsch, dass die ganze Gemeinde Luftkurort ist, bestehe schon seit der Gemeindegebietsreform. „Wir wollten eine Gleichheit zwischen allen Ortsteilen, Gerechtigkeit zwischen den Vermietern und den Touristen“, so der Bürgermeister.

168.000 Übernachtungen im vergangenen Jahr

In der Bewerbung musste für alle Ortsteile eine sichere Wasserversorgung sowie der Anschluss aller Haushalte ans Kanalsystem nachgewiesen werden. Nachdem schon länger keine Übernachtungszahlen nachgewiesen wurden – im vergangenen Jahr waren es 168 000 – musste angegeben werden, dass die Bettenzahlen in den einzelnen Orten ausreichend sind, es überall entsprechende Kureinrichtungen und sogenannte Terrainkurwege gibt. „Mit einer Fachjury aus Ministerium, Dehoga und Tourismus Franken haben wir alles in Augenschein genommen“, sagt Zimmermann, „es war uns ein Anliegen, das Gesamtbild der Gemeinde als Konzept anständig rüberzubringen.“ Überall gebe es noch Gastronomie und viele Besonderheiten, wie beispielsweise die Basilika und das Höhenschwimmbad im Hauptort selber, Kneipp-Anlagen in Gößweinstein und Behringersmühle und einen kleinen Kurpark im Hauptort. Außerdem wurden die Sanierungen auf den Spielplätzen sowie die Wanderparkplätze mit Sitzmöglichkeiten begutachtet.

Luft wurde gemessen

„Wir mussten ein Jahr lang auch Luftmessungen durchführen“, sagt der Bürgermeister. Diese wurden in Gößweinstein, wo der meiste Verkehr herrscht, in Behringersmühle mit der nahen B 470, sowie in Moritz wegen seiner Höhenlage, durchgeführt. Die Messröhrchen wurden an den Deutschen Wetterdienst eingeschickt und dort ausgewertet.

„Der Gast hat es bisher nicht verstanden, warum er in einer idyllischen Gemeinde ist, wo ein Ort Luftkurort ist und ein anderer nicht“, nennt es Zimmermann. Auch in der Vermarktung sei es ein Problem gewesen zu erklären, woran es liegt, dass nicht jeder Ort das Prädikat hatte. „Es konnte gegenüber dem Gast keine einheitliche Aussage gemacht werden“, so Zimmermann weiter.

Vermarktung ein Problem

Nun gebe es auch in Sachen Kurbeitrag – ein Euro pro Person und Tag – wieder Gerechtigkeit. Hier habe es immer unterschwellige Diskussionen gegeben, dass der Beitrag nur in einzelnen Orten fällig war.

Das Prädikat „Luftkurort“ sei besonders wichtig, da Gößweinstein auch zu den 100 Genussorten gehört. Und es sei auch eine Positionierung den Nachbarkommunen gegenüber. So seien beispielsweise in Pottenstein und Waischenfeld nur die Hauptorte selber als Luftkurort ausgezeichnet, nicht aber die ganzen Gemeinden. „Das ist natürlich für uns schon ein gewaltiger Vorteil“, ist der Bürgermeister stolz. Es sei immer der Wunsch gewesen, das Prädikat zu bekommen, denn schließlich lebe die Kommune ja vom Fremdenverkehr. Wirtschaftlich – also auf die Preise der Tourismusangebote – werde sich das Prädikat aber seiner Meinung nach weder von Geschäftsseite noch von Seiten der Kommune auswirken.

 

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