Polizei rät: Vorsicht schützt vor Autodiebstahl

Die Polizei hat einige Tipps parat, um sich gegen Autodiebstähle zu schützen. Foto: Archiv/Patrick Seeger/dpa

BINDLACH /BAYREUTH. In der Nacht auf Dienstag waren es wieder zwei: Ein BMW und ein Audi im Gesamtwert von rund 150.000 Euro, die in Bindlach gestohlen wurden. In der Woche davor wurde ein Mercedes Sprinter geklaut. Die Polizei geht davon aus, dass organisierte Banden unterwegs sind. Dass sie auf Bestellung arbeiten. Und dass sie Bindlach wegen der Autobahnnähe auswählen. Allerdings: Man kann sich schützen.

Sie habe sich auch gedacht: "Schon wieder Bindlach", sagt Anne Höfer, die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. "Es hat einige Autodiebstähle in den vergangenen Monaten in Bindlach gegeben." Zwar habe es auch Phasen mit Autoaufbrüchen im Stadtgebiet gegeben, "auch in Pegnitz gab es zeitweise einige Diebstähle". Aber nun konzentrierten sich die organisierten Täter offenbar auf Bindlach. Das Fachkommissariat der Kripo Bayreuth zählte nach Anne Höfers Angaben in diesem Jahr bis gestern allein in Bindlach fünf Fälle. Im Jahr 2017 waren es ebenfalls fünf geklaute Autos. Der Gesamtwert: rund 420.000 Euro.

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Warum die Autodiebe Bindlach auswählen, ließe sich relativ leicht erklären: "Bindlach liegt nicht weit entfernt von der Autobahn. Erfahrungsgemäß ist es so, dass die Banden die Anbindung zu Schnellstraßen suchen. Sie können so mit hoher Geschwindigkeit entkommen." So könnten sich die Täter "ein paar Minuten Vorsprung" vor dem Eintreffen der Streifen sichern. Man könne davon ausgehen, dass Autoaufbrecher organisiert vorgehen. Und dass sie "auf Bestellung arbeiten", wie Anne Höfer sagt. Dabei seien es nicht nur neue und besonders hochwertige Fahrzeuge, wie bei den beiden Fällen von Anfang der Woche. "Sondern auch etwa sieben Jahre Autos", die in jüngster Zeit schwerpunktmäßig gestohlen worden waren.

Mechanische Sperren helfen

Wie Anne Höfer sagt, könne man allerdings durch relativ einfache Verhaltensweisen und Vorkehrungen dem Diebstahl einen Riegel vorschieben - oder im Fall des Falles der Polizei die Arbeit erleichtern. Wenn es möglich ist, mache es immer Sinn, das Auto über Nacht in die Garage zu stellen und abzuschließen. Wer über ein Carport verfüge, könne mit Bewegungsmeldern, heller Beleuchtung und eine Videoüberwachung den Tätern, die im Schutz der Dunkelheit zuschlagen wollen, die Arbeit so schwer wie möglich machen. "Das schreckt die Täter ab. Sinn macht ebenso eine mechanische Wegfahrsperre, wie etwa eine Lenkradkralle, die man mit Gewalt überwinden müsste, was dann auch wieder Lärm machen und Zeit kosten würde", sagt Höfer.

Fahrzeuge werden ausgekundschaftet: Wachsamkeit lohnt sich

Die Erfahrungen der Polizei zeigen: Bevor ein Fahrzeug verschwindet, werde in der Regel der mögliche Tatort ausgekundschaftet. Es sei deshalb wichtig, dass man in der Nachbarschaft die Augen offen halte und "auf langsam durch Wohngebiete fahrende Fahrzeuge mit auswärtigem Kennzeichen achtet". Man solle auch "auf Personen achten, die Fahrzeuge fotografieren", rät die Polizei in ihren Sicherheitstipps. Denn: "Hochwertige Fahrzeuge werden oft auf Bestellung gestohlen." Wer verdächtige Wahrnehmungen mache, "kann das gerne der Polizei mitteilen", sagt Höfer. Entsprechende Tipps hätten in der jüngeren Vergangenheit "immer wieder zu Fahndungserfolgen geführt. Es sind oft die kleinen Dinge, die die Sicherheit erhöhen".

Schlüsselloser Zugang ist einfach zu überwinden

Da immer mehr Autos - was ja praktisch und komfortabel ist - einen schlüssellosen Zugang möglich machten, müssten Autobesitzer wissen, dass es organisierten Banden, "die professionell arbeiten, verhältnismäßig einfach gelingt, diese Autos zu starten", sagt Höfer. Nicht zuletzt deshalb, weil Autobesitzer es den Autodieben unbewusst einfach machten: Die Nähe des Schlüssels zum Fahrzeug ist dabei ein wichtiges Kriterium. Deshalb rät Höfer: Man solle "den Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ablegen". Man könne auch versuchen, das Funksignal des Schlüssels mit Sicherheitsboxen abzuschirmen, die es extra von den Herstellern gebe. Aufpassen solle man ebenfalls, wenn man sein Auto verlässt: Falls sich Personen mit Geräten oder Aktenkoffern in der unmittelbaren Nähe des Autos aufhalten, könnte es sich um professionelle Autodiebe handeln, die das Funksignal abfangen wollen.

Zugang temporär deaktivieren

Wer ein Auto mit dem Komfortzugang hat, der sollte sich auch mit der Frage befassen, ob der Zugang "temporär deaktiviert werden kann", rät die Polizei. Manche herstelle böten am Schlüssel die Funktion, "durch zweimaliges Drücken auf die Verriegelungstaste am Schlüssel die Keyless-Funktion ganz auszuschalten". Diese Frage könne man auch der Fachwerkstatt stellen.

 

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