Polizei findet die Leiche von Anneli bei Meißen - Ein Tatverdächtiger aus Oberfranken Entführungsfall Anneli: Festnahme in Burgebrach bei Bamberg

Foto: dpa

Traurige Wende im Fall Anneli: Die seit vergangener Woche vermisste 17-Jährige aus Sachsen ist  tot. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag in Dresden mit. Ermittler hatten bereits am Montagabend in Burgebrach bei Bamberg einen 39-jährigen Mann festgenommen. Der arbeitslose Koch soll nach Kurier-Informationen hoch verschuldet gewesen sein.

Bei der am Montagabend auf einem Hof bei Meißen entdeckten Leiche handele es sich um die junge Frau, bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz in Dresden mit.

Die Unternehmertochter sei von ihren Entführern getötet worden. Nach Erkenntnissen der Polizei hatten zwei Männer der 17-Jährigen aufgelauert, als sie am Donnerstagabend den Hund der Familie mit dem Fahrrad ausführen wollte. Laut Polizeipräsident Dieter Kroll brachten sie Anneli in ihre Gewalt und verfrachteten sie in ein Auto. Mit dem Handy des Mädchens hätten sie dann denn Vater von der Entführung informiert und 1,2 Millionen Euro Lösegeld verlangt.

Die beiden Tatverdächtigen wurden nach Angaben der Ermittlungsbehörden am Montag in Dresden und in Bayern festgenommen. Nach Kurier-Informationen wurde der 39-jährige arbeitslose Koch Markus B. in Burgebrach bei Bamberg festgenommen. B. soll verwandtschaftliche Beziehungen nach Sachsen haben. Dort war die 17-Jährige vergangenen Donnerstag verschwunden.

39-Jähriger den Ermittlern bekannt

Das Haus, in dem der Verdächtige verhaftet wurde, liegt in einem ruhigen Wohngebiet in Burgebrach im Landkreis Bamberg. Noch klebt sein Name am Briefkasten. Der Bau ist noch nicht verputzt. Erst vor 14 Tagen ist Markus B. (39) in dieses Haus gezogen. Nach Informationen des Kuriers soll der Verdächtige B. hoch verschuldet gewesen sein.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, war der 39-Jährige wegen  eines Sexualdelikts den Ermittlern bekannt. Außerdem sei er wegen Brandstiftung und Versicherungsbetrugs aktenkundig. Das Sexualdelikt liege dabei länger zurück als die anderen Delikte. Rechtskräftig verurteilt sei er nicht. Seit Sonntagvormittag war die DNA des Mannes den Ermittlern bekannt.

Bei dem zweiten Festgenommenen handelt es sich um einen 61-jährigen Edelmetallhändler. Er soll im Verhör einen Hinweis auf die bei Meißen aufgefundene Frauenleiche gegeben haben.

Am Sonntag waren die Ermittler mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen. Nach einem Zeugenaufruf gingen dutzende Hinweise ein. Die Einsatzkräfte durchsuchten mehrere Gebäude. Bei der Durchsuchung eines Hofes bei Klipphausen in Sachsen stießen die Beamten dann am Montagabend auf die Leiche von Anneli.

Der Hof bei Meißen, auf dem die Polizei die Frauenleiche gefunden hat. Foto: dpa

Die Ermittler gehen im Fall der entführten und später getöteten Anneli aus Sachsen von eher schlecht vorbereiteten Tätern aus. Die Pläne des inzwischen festgenommenen Duos hätten nicht sehr weit gereicht, sagte Kriminaloberrat Detlef Lenk am Dienstag in Dresden. Es sei davon auszugehen, dass die beiden Männer nach den ersten Kontakten zur Familie der 17-Jährigen nicht weitergewusst hätten.

Die Entführer hatten sich auch nicht maskiert. "Sie konnten von der Entführten erkannt werden, das Risiko war ihnen zu hoch", sagte Kriminaloberrat Lenk und nannte damit einen möglichen Grund, warum die Männer die 17-Jährige töteten. Wann, wo und wie genau die Gymnasiastin starb, das wollten die Ermittler zunächst nicht sagen und verwiesen auf die noch laufende Obduktion. "Wir gehen derzeit von Freitag aus", sagte Kroll. Anneli starb demnach irgendwo auf dem Dreiseithof in Lampersdorf, auf dem dann Montagabend ihre Leiche, nackt und mit Erde bedeckt, gefunden worden war.

Fall Anneli: Das sagt die Schwiegermutter eines möglichen Verdächtigen zur Festnahme.

Mit Material von AFP und dpa

 

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