Playoff-Rückschlag Medi Bayreuth verliert in Patras 83:95

Zu tumultartigen Szenen zwischen Spielern beider Teams kam es kurz vor Schluss, nachdem Kassius Robertson Patras-Spieler Michalis Tsairelis den Ball ins Gesicht geschleudert hatte. Foto: Andreas Bär

BASKETBALL. Medi Bayreuth hat einen weiteren Rückschlag im Kampf um die Playoffs in der Champions League erlitten. Drei Wochen nach der Niederlage gegen SIG Straßburg verlor das Team von Trainer Raoul Korner am Mittwochabend auch das erste Spiel des neuen Jahres bei Promitheas Patras. Durch das 83:95 (42:44) mussten die Bayreuther den BC Ostende vorbeiziehen lassen und fielen in Gruppe D auf den sechsten Platz zurück.

Der ganze Frust über die sechste Saisonniederlage machte sich vor allem bei Kassius Robertson breit. Als der 24-jährige Kanadier, der lediglich sieben Punkte erzielte (3/9 Würfe aus dem Feld), kurz vor Schluss auf dem Weg zum Korb von Michalis Tsairelis gefoult wurde, schleuderte er diesem den Ball ins Gesicht und legte sich dann auch noch mit dem Griechen an.

Nach langer Ansicht des Videobeweises erhielt der Bayreuther Shooting Guard von den Schiedsrichtern für diese Aktion ein disqualifizierendes Foul, während auf Seiten der Hausherren wegen der Tumulte im Anschluss Octavius Ellis das gleiche Schicksal ereilte. Weil zudem auch noch Patras-Coach Makis Giatras mit einem technischen und Rion Brown mit einem unsportlichen Foul bedacht wurde, durfte Bastian Doreth gleich fünfmal an die Freiwurflinie treten und verwandelte alle Versuche zum Endstand.

Entschieden war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst. Wie schon im Hinspiel, als sie das erste Viertel 16:25 verloren, hatten sich die Bayreuther früh einen zu großen Rückstand eingehandelt. Nach acht Minuten lagen sie 13:25 zurück. Diesmal lag es allerdings nicht so sehr an den Ballverlusten (am Ende waren es 13) als eher an der schwachen Verteidigung. Die Ballbewegung der Gastgeber, die wie schon zuletzt in der griechischen Liga ohne den ehemaligen Bayreuther Jake Odum antraten, war anscheinend etwas zu schnell für das Medi-Team, das beim Rotieren nicht hinterherkam. Somit eröffneten sich Patras viele freie Würfe und einfache Punkte.

Das spiegelte sich am Ende auch in einer starken Trefferquote von über 62 Prozent wider. Die Bayreuther erarbeiteten sich mit 16 Offensivrebounds (fünf davon durch De’Mon Brooks) zwar immer wieder zweite Wurfchancen, konnten aber nur 31 ihrer 70 Versuche verwandeln. Vor allem die Sicherheit von der Dreierlinie (9/28 gegenüber 10/18 bei Patras) fehlte diesmal.

Zwar kämpften sich die Gäste bis zum Ende des ersten Viertels auf 23:28 heran und übernahmen 57 Sekunden vor der Halbzeit beim 42:41 sogar kurzzeitig noch einmal die Führung, es sollte aber die letzte bleiben. Mit einem 7:0-Start in die zweite Hälfte zog Patras wieder auf 51:42 (23.) davon und ließ Bayreuth anschließend nicht mehr näher als auf drei Punkte herankommen. Zu keiner Zeit in den Griff bekam das Medi-Team Promitheas-Topscorer Rion Brown, den es im Hinspiel noch bei zwei Punkten gehalten hatte. Und auch Nikos Gkikas mit seinen starken Pässen (elf Assists) und Octavius Ellis unter dem Korb bereiteten den Bayreuthern immer wieder große Sorgen.

Einzelkritik

ADONIS THOMAS (2 Punkte / 26:20 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -19): Am Bayreuther Forward lief die Partie weitgehend vorbei. Zwei Punkte, ein Rebound und zwei Assists sind zu wenig für einen Mann seiner Klasse.

KASSIUS ROBERTSON (7 / 27:21 / -15): Der Bayreuther Scharfschütze kam vor der Pause offensiv nicht zur Geltung und hatte einige Probleme bei der Beschattung des quirligen und körperlich überlegenen Topscorers Rion Brown (31 Punkte), dem er in den ersten zehn Minuten bereits elf Zähler gestattete. Auch nach seinen ersten eigenen Punkten in der 24. Minute nahm er nicht wirklich Fahrt auf und beendete die Partie mit nur einem Treffer von jenseits der Dreierlinie. Rastete sichtlich frustriert nach einem Foul von Tsairelis in der Schlusssekunde aus, warf dem Griechen den Ball ins Gesicht und kassierte ein disqualifizierendes Foul.

DAVID STOCKTON (8 / 18:19 / -10): Der Bayreuther Point Guard hatte immer wieder Probleme, den Ball ins Vorfeld zu bringen, wenn die Griechen auf Ganzfeldpresse umschalteten. War nicht der Anführer, den das Medi-Team nach der Pause gebraucht hätte.

Bastian Doreth (14 / 21:41 / 1): Kam in der sechsten Minute für den mit dem zweiten Foul belasteten Stockton in die Partie und sorgte mit zwei Dreiern dafür, dass die Bayreuther nicht frühzeitig den Kontakt verloren. Stark in der Verteidigung gegen den griechischen Nationalspieler Gkikas und bester Vorbereiter mit fünf Assists.

Andreas Seiferth (14 / 32:22 /-6): Der Nationalcenter arbeitete stark an den Brettern und zählte zu den Lichtblicken; sechs Rebounds.

Steve Wachalski: Nicht eingesetzt.

Gregor Hrovat (7 / 14:43 / 3): Der Energizer präsentierte sich anfangs gewohnt giftig und vielseitig. Steuerte vier Rebounds zur Bayreuther Dominanz (20:10) vor der Pause bei, nach dem Seitenwechsel weniger auffällig.

Lukas Meisner (9 / 17:19 / -3): Kam für Seiferth in die Partie, fügte sich nahtlos ein und leistete auch als Stellvertreter von De’Mon Brooks wertvolle Beiträge; vier Rebounds.

DE’MON BROOKS (19 / 30:18 / -15): Der Bayreuther Power Forward rackerte wie gewohnt an beiden Seiten des Feldes und hatte seinem Konto zur Pause bereits neun Punkte und drei Rebounds gutgeschrieben. Lieferte sich mit Octavius Ellis (18 Punkte) packende Duelle auf Augenhöhe und beendete die Partie als Bayreuther Topscorer; sechs Rebounds.

Nik Raivio (3 / 11:33 / 4): Kam kurz vor der Pause in die Partie und führte sich gut ein. Dem Dreier zum 39:41 ließ er allerdings kurz darauf zwei Ballverluste und danach wenig Zählbares folgen.

Johannes Krug: Nicht eingesetzt.

Statistik

Promitheas Patras: Hall (0 Punkte / 16:58 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -4), LYPOVYY (13 / 31:42 / 20), GKIKAS (10 / 28:55 / 13), Tsairelis (7 / 10:01 / -9), Geromichalos, Kaselakis (13 / 25:25 / 6), Saloustros (0 / 9:35 / -7), Katsivelis, MEIER (3 / 12:24 / 8), BROWN (31 / 35:15 / 15), ELLIS (18 / 26:52 / 23), Parks (0 / 2:50 / -5); Feldwurfquote: 38/61 (62 Prozent), davon 10/18 Dreier (56 Prozent): Lypovyy (3/3), Gkikas (2/2), Kaselakis (2/2), Brown (2/5), Meier (1/1); Freiwürfe: 9/15 (60 Prozent); Rebounds: 22 defensiv, 5 offensiv (Ellis 4/2, Brown 3/2, Lypovyy 4/1); Assists: 28 (Gkikas 11); Ballgewinne: 9 (Gkikas 5, Lypovyy 3); Ballverluste: 11 (Gkikas 4); Effektivität: 121 (Brown 29, Ellis 25, Gkikas 22, Lypovyy 20, Kaselakis 15).

Medi Bayreuth: Feldwurfquote: 31/70 (44 Prozent), davon 9/28 Dreier (32 Prozent): Doreth (3/7), Stockton (2/4), Raivio (1/1), Meisner (1/3), Brooks (1/4), Robertson (1/6); Freiwürfe: 12/16 (75 Prozent); Rebounds: 20 defensiv, 16 offensiv (Brooks 1/5, Seiferth 4/2, Hrovat 4/2); Assists: 24 (Doreth 5, Robertson 4, Hrovat 4); Ballgewinne: 7; Ballverluste: 13 (Seiferth 3); Effektivität: 91 (Brooks 21, Doreth 16, Hrovat 13, Seiferth 12).

Stationen: 9:9 (4.), 15:9 (5.), 25:13 (8.), 28:23 (1. Viertel), 33:30 (14.), 40:36 (17.), 41:42 (20.), 44:42 (Halbzeit), 51:42 (23.), 55:52 (25.), 62:54 (27.), 71:63 (3. Viertel), 73:69 (33.), 79:69 (34.), 95:78 (40.) 95:83 (Ende).

 

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