Playoff-Kampf Nur keine Panik!

Zähes Ringen: Nicht nur in dieser Szene packten die Ludwigsburger in Person von Kelan Martin (links) noch ein wenig energischer zu, als die Bayreuther um Eric Mika (rechts). Foto: Peter Kolb

KOMMENTAR. Medi Bayreuth ist Zwölfter! Der Blick auf die Bundesliga-Tabelle löst Schnappatmung aus bei manchem Fan, der sich in den vergangenen Jahren an Spiele auf internationalem Niveau in der Oberfrankenhalle gewöhnt hat – erst recht, nachdem die letzte Leistung beim 81:109 gegen Ludwigsburg auch nicht besser war als die eines Tabellenzwölften. Daher lohnt es sich, die Lage im Rennen um die Playoff-Plätze nach tiefem Durchatmen mal in Ruhe zu betrachten.

Für eine Bewertung des gesamten Restprogramms ist es noch zu früh bei 13 ausstehenden Spielen und nicht weniger als sechs unmittelbaren Konkurrenten, die mit einem Abstand von maximal zwei Punkten die Ränge bis hinauf zum sechsten belegen. Bemerkenswert ist aber doch immerhin, dass außer den Bayreuthern noch niemand in diesem Kreis schon zweimal gegen den dominierenden Titelverteidiger Bayern München spielen musste. Eine Niederlage mehr wird man daher für die meisten Rivalen einplanen dürfen.

Konkreter diskutieren lässt sich derzeit über die Frage, wie viele Punkte man am Ende überhaupt brauchen wird, um zumindest Achter zu werden. In der vergangenen Saison waren es Besorgnis erregende 40:28, aber das war eine Ausnahme, weil es damals eine ungewöhnlich große Lücke zwischen dem Neunten und Zehnten gab. In den vier Spielzeiten zuvor hatte jeweils eine ausgeglichene Bilanz für die Playoff-Teilnahme genügt, und in den ersten drei Jahren nach dem Bayreuther Aufstieg 2010 waren es jeweils 36:32 Punkte.

Um mit positivem Konto ins Ziel zu gehen, müsste das Medi-Team noch acht Spiele gewinnen. Rechnet man dabei mit den fünf verbleibenden Partien gegen schlechter platzierte Teams (die sechste ging kürzlich in Crailsheim verloren, zugegeben) sowie dem Heimspiel gegen den punktgleichen Tabellenelften Würzburg, würden davon schon nur noch zwei fehlen. Aus dieser Sicht bekommt das Heimspiel am kommenden Freitag gegen Gießen (9.) enorme Bedeutung, denn später in Oldenburg, gegen Bonn und Berlin, in Ulm, gegen Bamberg und zum Abschluss in Braunschweig wird es wohl kaum leichter.

Spannend dürfte es also durchaus werden, aber es besteht kein Grund zur Panik – und schon gar kein Grund für eine Trainerdiskussion, wie sie stellenweise im Internet allen Ernstes schon geführt wird. Sicher kann man mehr als in den letzten beiden Jahren über die eine oder andere Personalentscheidung streiten; der auffällig schwache Start in die letzten Spiele könnte mit Mängeln bei der Vorbereitung zusammenhängen, und über taktische Details wie die beharrliche Zonenverteidigung gegen plötzlich traumwandlerisch sicher von außen treffende Ludwigsburger mag man diskutieren.

Aber dabei sollte nie vergessen werden, wo Bayreuth vor dem Amtsantritt von Raoul Korner gestanden hat: Noch 2016 war der zwölfte Rang mit 24:44 Punkten als beste Platzierung in der BBC-Vereinsgeschichte gefeiert worden.

eberhard.spaeth@nordbayerischer-kurier.de

 

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