Platztausch möglich Medi Bayreuth zu Gast in Bamberg

Eine der vielen schweren Aufgaben für die Bayreuther wird es sein, den Zug zum Korb von Tyrese Rice (Mitte, hier im Spiel gegen die Bayern) zu unterbinden. Foto: Daniel Löb

BASKETBALL. Daran werden sich die Bayreuther Basketballfans nur allzu gerne erinnern: Vor fast exakt einem Jahr, am 2. Januar 2018, war Medi Bayreuth im 18. Aufeinandertreffen seit der Bundesliga-Rückkehr 2010 der langersehnte Sieg gegen Brose Bamberg gelungen. Die Chancen, dass die schwarze Auswärtsserie gegen den oberfränkischen Rivalen endlich reißt, stehen aber auch am Donnerstag um 20.30 Uhr nicht zum Besten.

Zwar trennen den Tabellenfünften nur zwei Punkte vom gastgebenden Vierten, so dass ein Bayreuther Erfolg sogar einen Platztausch nach sich ziehen würde, doch finanziell spielen die Bamberger trotz Etatreduzierung weiterhin in einer anderen Liga. „Für mich sind sie sogar stärker als letztes Jahr“, sagt Medi-Trainer Raoul Korner. „Dass Harris gesund ist, macht einen Riesenunterschied bei der Inside-Präsenz. Rubit war ja schon da, aber mit Alexander haben sie jetzt drei sehr gute Leute, die sie unter dem Korb nutzen können.“

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Von der Qualität der Bamberger zeuge alleine schon die Tatsache, dass sie am Sonntag trotz des 2:18-Starts und einer nicht optimalen Trefferquote von außen eine Siegchance gegen den Double-Gewinner und noch ungeschlagenen Spitzenreiter FC Bayern München hatten, bei dem die Bayreuther dann am Sonntag (15 Uhr) antreten müssen. Die Reihenfolge spielt dabei für Korner keine Rolle: „Beide Aufgaben sind sehr schwer und nur machbar mit absoluten Topleistungen.“

Erste Niederlage nach acht Siegen

Für Bamberg war das 75:80 gegen München die erste Niederlage nach zuvor wettbewerbsübergreifend acht Siegen in Folge. Nach dem Verzicht auf einen Start im Eurocup liegt der langjährige Euroleague-Teilnehmer von den vier deutschen Vertretern in der Champions League am aussichtsreichsten im Rennen und als Dritter der Gruppe C nach neun von 14 Partien als einziger auf einem Playoff-Platz. Sechs Siegen stehen drei Niederlagen gegenüber. In der Bundesliga verließen die Bamberger bei bereits neun Erfolgen das Feld ebenfalls dreimal als Verlierer: neben dem Bayern-Spiel mit 88:92 beim Vizemeister Alba Berlin und zuvor völlig überraschend bei den Löwen Braunschweig. Die feierten gegen ihre damals noch ungeschlagenen Gäste im sechsten Saisonspiel den ersten Sieg – und das mit 92:66 auch noch mehr als deutlich.

Ohnehin fällt auf, dass die Bamberger derzeit wesentlich mehr Punkte zulassen als noch in den vergangenen Jahren, in denen die Verteidigung eine große Stärke war. „Ihre Defense ist jetzt auch nicht schlecht, aber in den letzten Jahren war ihr Spiel sehr defensiv angelegt“, sagt Korner. Massiv geschadet habe aber das Fehlen eines Kreativspielers wie Tyrese Rice, auch wenn dieser es am anderen Ende des Feldes ganz gerne mal schleifen lasse. „Auch Jelovac ist nicht der Defensivstopper und hat seine Qualitäten woanders. Aber dieses Schicksal teilen wir ja auch und müssen ein paar verstecken.“

Alles besser machen

Einer, der die Bamberger immer wieder trägt, ist ihr Topscorer Augustine Rubit. „Mit seiner Athletik und Mobilität hat er einen Vorteil gegenüber seinen Gegenspielern. Und wenn er dann auch noch mit Harris zusammen spielt, muss man sich entscheiden.“ Dazu komme noch die Erfahrung und Routine eines Nikos Zisis sowie die Klasse von Rice. Im Vergleich zum ersten Duell mit einem Top-Vier-Team, dem 70:90 gegen Oldenburg, müsse die Bayreuther Mannschaft schlicht und einfach alles besser machen. „Wir waren nicht auf der Höhe, haben defensiv wie offensiv Fehler gemacht und waren zu wenig präsent. Ich habe es schon öfter gesagt, dass wir auf allen Zylindern laufen müssen.“

Vor allem gilt es, die gegnerischen Stretch-Vierer in den Griff zu bekommen. „Wenn Bamberg mit Jelovac auf der Vier startet, stehen wir wieder vor der gleichen Situation, dass er das Feld weit macht. Das haben wir zuletzt nicht gut gelöst und uns durch eigene Fehler die Dreier eingefangen. Da müssen wir besser kommunizieren.“ Denn allein auf die Kappe von Power Forward De’Mon Brooks ging es nicht. „Ob David Stockton oder Kassius Robertson – das haben wir uns schön aufgeteilt.“

Die in dieser Saison in der Bamberger Frankenhölle nicht so recht aufkommen wollende Stimmung will Korner nicht überbewerten. „Die Bamberger lassen sich mit ihrer Erfahrung und Qualität davon nicht verunsichern. Und im Derby wird sie sicher wieder top sein, wobei uns das eher anstachelt.“

 

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