Personalnot Nur noch acht Haspo-Feldspieler dabei

Der nächste Name auf der Verletztenliste: Stefan Wopperer (links) fällt mit einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich aus. Foto: Peter Kolb

HANDBALL. Nur noch auf acht Feldspieler vom vor Saisonbeginn noch 18 Akteure umfassenden Kader kann Herren-Bayernligist Haspo Bayreuth (6.) am Samstag um 20 Uhr im Gastspiel beim daher hoch favorisierten oberen Tabellennachbarn TSV Friedberg (5.) zurückgreifen.

Neben den bekannten Ausfällen werden der Mannschaft der beiden Trainer Michael Werner und Marc Brückner, der sich erneut als Ersatztorwart zur Verfügung stellt, am 19. Spieltag nun auch noch Rückraumspieler Stefan Wopperer, dessen Verletzung aus dem München-Spiel sich als Muskelfaserriss im Adduktorenbereich herausgestellt hat, und Neuzugang Tim Fehring (privat verhindert) zusätzlich fehlen.

„Das ist schon fast lächerlich, aber auf jeden Fall absurd und unfassbar“, findet Michael Werner kaum Worte für die personelle Situation seines Teams. „Dass uns ein derart krasses Verletzungspech erneut trifft, ist kaum zu glauben. Deshalb ist das Hinspiel auch kaum aussagekräftig, da wir damals fast noch in Bestbesetzung angetreten sind.“ Tatsächlich hätte der 27:24-Hinspielerfolg durchaus sehr gut als Mutmacher für die zuletzt sportlich strauchelnden Bayreuther herhalten können, nun dürfte es wie schon vor drei Wochen beim damals ebenfalls hoch favorisierten Tabellenzweiten DJK Waldbüttelbrunn (23:29) aber wieder nur um Schadensbegrenzung gehen.

Ganz so einfach will es sich Marc Brückner aber nicht machen: „Unsere offensive Abwehr verändert sich nicht durch die Ausfälle, und da nehme ich die verbliebenen Spieler auch in die Pflicht. Unser Niveau in der Abwehr können wir durchaus aufrechterhalten und so Friedberg immer wieder vor neue Aufgaben stellen.“ Diese Aussage wird durch eine Statistik belegt und könnte tatsächlich Hoffnung geben: Trotz der zuletzt vier Niederlagen aus den ersten fünf Rückrundenspielen stellen die Bayreuther mit im Schnitt nur 24,5 Gegentoren immer noch die fünftbeste Abwehr der Bayernliga.

Auf diese Defensivreihe kommt in Friedberg nun aber auch einiges zu. Die Augsburger Vorstädter stellen hinter Spitzenreiter Bad Neustadt (540 Tore) und Günzburg (521) mit 486 Treffern den drittbesten Angriff der Liga und haben mit Rückraumlinks Fabian Abstreiter den derzeit ligaweiten Toptorschützen in ihren Reihen, der mit 149 Toren auf den Zweiten Felix Karle (107/Rimpar II) schon einen beeindruckenden Vorsprung vorweisen kann. Seine gut acht Treffer im Schnitt konnten neben der fast schon einplanbaren 22:25-Heimniederlage gegen Bad Neustadt aber auch nicht die überraschenden Punktverluste in Rothenburg (25:25) und sogar beim Schlusslicht HSG Würm-Mitte (26:27) verhindern. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Abstreiter bekommt zu wenig Unterstützung von seinen Nebenleuten. Erst auf Platz 45 der Torschützenliste kommt mit Alexander Schneider (54) der nächstbeste Friedberger Torschütze.

Verlassen können sich die Schwaben hingegen meist auf ihre physisch starke 6:0-Abwehr und ihren meist gut aufgelegten Torwart Benjamin von Petersdorff, weswegen auch Michael Werner sagt: „Wir müssen versuchen, das Tempo nach der möglichen ersten Welle aus dem Spiel zu nehmen, und unsere Angriffe geduldig vorbereiten. Nur so können wir eine positive Überraschung in Friedberg schaffen.“

Haspo-Damen rechnen mit Auswärtspunkten

Zwei deutlichen Heimsiegen stehen in der Damen-Bayernliga bei Haspo Bayreuth (5.) in diesem Jahr drei bittere Auswärtspleiten zum Rückrundenauftakt gegenüber. Diese Misere in fremden Hallen will die Mannschaft von Trainer Matthias Starz am Samstag um 17.30 Uhr beim gefährdeten, aber eben auch nur drei Punkte schlechter platzierten TSV Ismaning (9.) beenden und erstmals 2019 auswärts punkten.

Das Team aus dem Münchner Norden erlebt bisher eine durchwachsene Saison und läuft Gefahr, im Saisonendspurt noch in den Abstiegskampf gezogen zu werden. Lediglich vier Punkte Vorsprung hat die Mannschaft von Florian Bamberger aktuell auf den Vorletzten TSV Haunstetten II. „Ismaning braucht noch einige Punkte, um nicht noch auf einen Abstiegsplatz zu rutschen. Uns steht dort deshalb auf jeden Fall ein echter Kampf bevor“, warnt Starz deshalb vor dem Gegner.

Das Spiel der Ismaningerinnen lebt dabei vor allem vom Tempo und den genialen Momenten der flinken Rückraumspielerin Kathrin Tischler, die in der laufenden Saison bereits 75 Treffer erzielen konnte. Auch Elena Kohde (59 Tore), die beim Bayreuther 27:23-Hinspielerfolg sieben Treffer erzielte, strahlt viel Gefahr im Rückraum aus. „Wir werden das Spiel gegen Ismaning nur gewinnen, wenn wir in der Abwehr kompakt stehen und die Eins-gegen-Eins-Duelle gewinnen. Wenn wir unseren Gastgeberinnen damit ihre Stärke nehmen, holen wir auch die zwei Punkte“, analysiert Starz folgerichtig.

Zurück im Bayreuther Kader ist dabei Torhüterin Klara Benz, die bereits im vergangenen Heimspiel gegen den HSV Bergtheim aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Antonia Goetjes unverhofft zu ihrem Saisondebüt kam. „Wir sind froh, dass uns Klara im restlichen Saisonverlauf und hoffentlich darüber hinaus unterstützt sowie verstärkt“, freut sich auch Matthias Starz über die Rückkehrerin, die bei Haspo Bayreuth zu Drittligazeiten das Tor hütete.

 

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