Paukenschlag Mistelbach sperrt 1. Mai-Touristen aus

Die Gemeinde geht mit einem Alkohol- und Versammlungsverbot gegen die Massen betrunkener junger Leute vor, die jahrelang, wie hier im Jahr 2017, Mistelbach zum Schauplatz unwürdiger Ereignisse gemacht haben. Archivfoto: Moritz Kircher

MISTELBACH. Die Zeiten, in denen Hunderte feiernder und alkoholisierter junger Leute am 1. Mai auf dem Festplatz in Mistelbach und auf dem Radweg ihr Unwesen trieben, dürften vorbei sein.

Am Montagabend sorgte bei der Sitzung des Gemeinderates der von Bürgermeister Matthias Mann eingebrachte Vorschlag zum „Erlass einer Allgemeinverfügung für den 1. Mai 2019“ für einen Paukenschlag.

Damit sind die jahrelangen Bemühungen und Hilferufe der Kommune um eine, auch für die Anlieger, befriedigende Lösung der chaotischen Situation von Erfolg gekrönt. Das einst traditionelle Maifest der „Misslowoocha Maibaamer“ wurde bekanntlich ab 2010 wegen der immer mehr zugenommenen schlimmen Begleitumstände nicht mehr abgehalten. Stattdessen war der Platz in den letzten Jahren Sammelanlaufstelle für Besäufnisse und erlangte einen zweifelhaften Ruhm.

Ins Rollen brachte die angepeilte „Befriedung des Festplatzes und des Radweges“, so der Bürgermeister, ein Vorschlag der Polizei. Diese war alleine im Jahr 2018 mit 26 Beamten vor Ort, um Herr der Lage zu werden. Die Delikte unter den zwischen 300 und 500 Besuchern reichten dabei von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerstand oder tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Anzeigen wegen Körperverletzung und alleine neun Fälle wegen weiterer Delikte wie Bedrohung, Beleidigung und falscher Verdächtigung.

Zur besseren Darstellung der Lage erstellte die Polizeiinspektion Bayreuth-Land ab dem Jahr 2015 einen Sicherheitsbericht, der die steigende Aggression und den steigenden Alkoholkonsum dokumentierte.

Hintergrund der jetzigen Entscheidung ist eine Vorgehensweise der Stadt Hof für den Untreusee. Dort herrschte eine ähnliche Situation wie in Mistelbach, so Matthias Mann. Durch eine „Allgemeinverfügung“ bekam man dort die Sache in den Griff. Allerdings ist eine derartige Verfügung alljährlich neu erforderlich.

Sie regelt dies: Ab der Gemeindegrenze aus Richtung Bayreuth kommend, gibt es für den gesamten durch Mistelbach führenden Radweg, einschließlich Freizeitgelände, ein Alkoholverbot. Zudem ist im Bereich zwischen Bahnhofstraße und der Straße zur Schnörrleinsmühle und weiteren Teilflächen das Abspielen von Musik mittels elektronischen Geräten untersagt und die Ansammlungen einer größeren Anzahl von Menschen verboten.

Die Verbote werden kontrolliert, für den Fall der Zuwiderhandlung wird ein Zwangsgeld in Höhe von 200 Euro angedroht.

 

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