Otto Schwindel legt nach, Juragruppe reagiert energisch Nächste Runde im Leupser Wasserstreit

Idyllisch nicht nur auf den ersten Blick: Leups. Beim Thema Wasser trügt diese Idylle jedoch ein wenig. Foto: Ralf Münch

Kritische Stimmen in Richtung Juragruppe – erst jüngst bei einem Ortsspaziergang mit Bürgermeister Uwe Raab geäußert - reißen in Leups nicht ab. Jetzt legt Otto Schwindel im Kurier-Gespräch nach. Er hat nichts gegen den Wasserzweckverband, sagt er. Aber er hat Angst um die eigene Wasserversorgung des Ortes. Ist überzeugt, die Juragruppe müsse das marode Quellhaus endlich herrichten. Weil das Wasser sonst wieder verunreinigt werden kann. Wie schon mehrfach. Bei der Juragruppe schüttelt man dazu nur den Kopf.

Die Ausgangslage: Wie berichtet hat der Zweckverband schon Pläne für eine Sanierung des Quellhauses und der Quellfassung in der Schublade. Doch ihre Umsetzung liegt auf Eis. Weil ein Leupser Landwirt einen Befreiungsantrag gestellt hat.

Er will das von ihm benötigte Wasser künftig aus einem Brunnen auf seinem Grundstück fördern. Was den Verbrauch an Quellwasser im gesamten Ort um 30 bis 40 Prozent reduzieren würde. Hans Hümmer, Werkleiter der Juragruppe, sieht dann die Eigenversorgung in Gefahr, sieht einen Anschluss an das zentrale Netz des Verbandes in Bodendorf kommen. Weil dann der Wasserkreislauf nicht mehr den erforderlichen „Durchschlag“ aufweise, weil dann die Leitungen nicht mehr ausreichend durchspült werden.

Das ergab ein Gutachten: Die Überlebensfähigkeit der selbstständigen Wasserversorgung in Leups stünde infrage. Zurzeit haben die Juristen das Wort, die Verbandsversammlung der Juragruppe hat den Antrag des Landwirts abgelehnt.

Was Otto Schwindel dazu sagt: Bis zu einer Entscheidung vor Gericht könne man nicht warten. „In dem Zustand, in dem sich das Gebäude an der Quelle befindet, können jederzeit wieder Verschmutzungen auftreten.“ Schon allein mit Blick auf das kaputte Dach und zahlreiche Risse. Er spreche nur für sich selbst, betont Schwindel. Obwohl: „Hier denken viele wie ich.“ Er habe weder mit der Juragruppe noch mit deren Geschäftsführer Hümmer – „ich bin mit ihm per Du“ – ein persönliches Problem. Aber: „Wir wollen unser gutes, weiches Wasser behalten.“ Und das sieht er in Gefahr, wenn die Juragruppe nicht tätig werde. Schwindel ist überzeugt: „Mit einer entsprechenden Wasserbevorratung oder einer intelligenten Tank-in-Tank-Lösung wäre das sicher machbar.“ Und Leups sei schließlich mit Blick auf die Neubaugebiete alles andere als ein sterbender Ort. Also sei das Argument mit einem reduzierten Wasserbrauch nur bedingt stichhaltig.

Was die Juragruppe dazu sagt: Werkleiter Hans Hümmer versteht die Leupser Welt nicht mehr. Und sagt zum

- Thema Wasserqualität: „Ganz grundsätzlich ist dieses Wasser krank, ist mit coliformen Keimen belastet.“ Und zwar seit geraumer Zeit. Die Ursache ist unbekannt. Vermutet wird, dass der extrem trockene Sommer 2003 die Filterwirkung der „eh schon dünnen Deckschicht“ nachhaltig beeinflusst hat. Ohne Aufbereitung gehe hier gar nichts mehr.

- Thema Abnahmemenge: Sie lag im trockenen Jahr 2003 mit gut 12 000 Kubikmeter am höchsten. Und im erneut sehr trockenen 2015 bei knapp 12.000. „Da gibt es keine Steigerung, ganz im Gegenteil“, sagt Hümmer. Jeder Häuslebauer nutze heutzutage moderne Einspartechniken. Und die Zahl der Landwirte in Leups sei dramatisch geschrumpft, „da ist halt jetzt ein großer“. Jener, der den erwähnten Befreiungsantrag gestellt hat.

- Thema Sanierung: Laut Hümmer hat die Juraguppe im Quellhaus ständig investiert, hat erst im Frühjahr neueste Technik bei einer Rückflussverhinderung für den Überlauf eingebaut. Dazu eine neue Filteranlage, eine neue UV-Anlage, neue Türen. „Das Dach machen wir erst, wenn das Gericht entschieden hat, das ist aber auch kein Problem“, sagt Hümmer. Pläne für eine Komplettsanierung sind wie gesagt da – „aber wir investieren nicht bis zu 300 000 Euro, wenn wir das Ganze ein Jahr später dicht machen müssen“.

 

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